Acht Beine für DiePresse.com
Die DiePresse.com-Staffel trainiert für den Vienna City Marathon.
Mit meinem Geschwindigkeits-Trieb ist es wie mit dem Futterneid: Man gönnt den anderen einfach nichts mehr. Wenn andere Läufer in mein Blickfeld geraten, finde ich es besonders schwer, mein 16-Kilometer-Tempo zu halten.
Einige Meter lange kann ich es mir noch vorsagen: "Nicht überholen, du hast noch zehn Kilometer vor dir!" Aber wenn das Trikot meines Vordermannes in greifbare Nähe rückt, hilft auch das nichts mehr: Die Schuhspitzen graben sich tiefer in den Asphalt, Gelenke und Muskeln schalten wie von selbst einen Gang höher und nach dem Vorbeiziehen reicht der Atem immer noch für ein kleines "ha!".
Genau in diesem Moment wird das geglückte Manöver aber auch schon zum Problem: Selbst überholen lassen? Kommt gar nicht infrage! In diesem Tempo weiterlaufen? Höchstens noch fünf Kilometer! Aber, was im Training mißglückt, ist schließlich in der Wettkampfsituation des Marathons kein Problem, behauptet zumindest mein Trainer.
Von Sara Gross | 0 Kommentare