Acht Beine für DiePresse.com

Die DiePresse.com-Staffel trainiert für den Vienna City Marathon.

Donnerstag, 09.April 2009

Von der Gier des Läufers

Nun habe ich es also doch getan: Ich habe meine eigene "goldene Regel" gebrochen. Wenn mich meine Lauf-Erfahrung eines gelehrt hat, dann: Laufe niemals an zwei Tagen hintereinander. Zumindest ein Tag Pause zwischen den Läufen ist ein Muss. Warum, weiß ich auch nicht genau - mein Körper will es einfach so. Doch ich war zu gierig...
 
Was haben wir Wirtschaftsredakteure nicht alles über die weltweite Wirtschaftskrise geschrieben. Die Gier der Manager wurde gebrandmarkt. Und nun muss auch ich zugeben: Ich war einfach unersättlich. Ich hatte unheimliche Lust darauf, noch schneller zu laufen als am Tag zuvor. Hoch motiviert und ein wenig euphorisch begab ich mich also auf die Strecke. Natürlich ging ich die Runde viel zu schnell an. Ich zählte jeden der in der Hauptallee alle 100 Meter gesteckten Steine, um mich weiter voranzutreiben. Links und rechts schien die Landschaft an mir vorbeizuziehen - bis ich am Wendepunkt meiner 8-Kilometer-Runde angelangt war.
 
Da wollte ich am liebsten einfach austraben und mich in die Wiese legen. Ich schaltete also einen - nein zwei Gänge tiefer, um mich wieder zu erholen. Die Erholung setzte aber nicht ein, bis ich meine Runde beendet hatte. Himmel und Hölle liegen beim Laufen so dicht beieinander.
 
Katastrophale Läufe haben aber auch ihr Gutes. Sie holen einen wieder auf den Boden der Realität zurück. Und es gab durchaus Positives: Mein Körper hat sich sehr schnell wieder erholt und ich hatte auch keinen Muskelkater. Zudem werde ich mich wieder in Demut üben und immer einen Tag Pause einhalten und mein Tempo wohl dosieren - bis die Gier das nächste Mal zuschlägt...

Peter Huber
 

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