Wien entscheidet

Wien wählt anders. Wer wie warum den Wahlausgang beeinflusst.

Montag, 01.September 2008

Der schwarze SP-Wahlkampf

Die ÖVP kann einem leid tun. Die Bürgerlichen sind im Gegensatz zu anderen andere Wählergruppe überhaupt nicht homogen, sondern nur im höchsten Maße larmoyant. Das Sudern, das Alfred Gusenbauer bei seinen einfachen Parteifreunden konstatierte, kennt Willi Molterer wie kein anderer. Er hatte es in unzähligen Obmann-Debatten miterleben dürfen, dieser Tage wird es ihm hoffentlich erzählt. Denn in zahlreichen VP-nahen Organisationen und Gruppierungen wird dieser Tage über den Spitzenkandidaten gejammert. Dabei ist sein Wahlkampf doch eigentlich nur die Kopie eines äußerst erfolgreichen, nämlich jenes der SPÖ unter Alfred Gusenbauer bei der vergangenen Nationalratswahl. Das ging in drei Phasen: Da war die Wahlzuckerl-Ankündigung (Eurofighter und Studiengebühren abschaffen etwa), dann die Demobilisierung der Funktionäre des Gegners (Schüssel lügt) und ein paar Gusenbauer-Bilder ¿ aber nicht zu viele. Die ÖVP macht es ähnlich, ein paar Versprechen, jetzt gerade die Faymann-schwindelt-Phase und am Schluss ein paar Molterer-Bilder ¿ aber nicht zu viele. Kleiner Unterschied: Die Linie der ÖVP ist grafisch und in puncto Text sowie Verständlichkeit rein professionell betrachtet unter jeder Kritik. Eine derart inferiore Leistung hat wohl kaum eine Werbeagentur abgeliefert. Verzeihung, ich vergaß Rumpold! Oder gibt es jemanden, der auf einen Blick die Botschaft der Es-reicht-Coulagen sofort erkennt und wenn sie dann auch noch der ÖVP zuordnet. Eben. Die ÖVP kann einem leid tun.

Kommentare:

vorurteile ablegen und die lage nüchtern anlysieren sollten einem journalisten eigentlich gut anstehen-möchte man glauben. wenn sie , herr nowak aber hier meinen, den spö wahlkampf von 2006 auf den einfachen nenner "wahlzuckerl versprechen-sagen der andere lügt-fotos vom spitzenkandidaten" bringen wollen, dann machen sie sich was vor. offenbar geben sie aber hier eh nur die larmoyante övp-lesart wieder, die eine teuflische rote verschwörung in form eines "lügenwahlkampfes" beim letzten mal für ihre wahlniederlage verabtwortlich gemacht hat. aber wer nüchtern an die dinge herangeht mußte schon vor 2 jahren konstatieren: die övp-politik unter schüssel/molterer war unbeliebt, und ist es heute noch. die bawag-affäre hat die spö ins trudeln gebracht, ohne aber die övp für die wähler sympathischer zu machen. sobald themen außer bawag eine rolle zu spielen begannen, hatte die övp verloren, weil sie außer ihrem unbeliebten kurs nichts zu bieten hatte.

daran hat sich bis heute nichts geändert. man sieht aber, daß die falsche, selbstmitleidige analyse des letzten wahlkampfes zu neuen fehlern bei der övp geführt hat. mir solls recht sein...

Tom93, Montag, 01. September 2008 #

was da alles hineininterpretiert wird !
Die ÖVP hat letztes mal hauptsächlich aus 2 Gründen verloren:
- das unverbrüchliche festhalten von Wolfgang Schüssel an Gehrer
- auch wenn er es nicht gerne hört: Herr Taus hat der ÖVP mit seinem Besuch bei Elsner den Rest gegeben!

Die ÖVP kopiert m.E. keine Linie, weil - und da hat der Kommentator recht - keine Linie erkennbar ist. Die plakate sind eine Katastrophe!
Die ÖVP hat jedenfalls den richtigen Kurs gehabt im Sinne Österreichs - ob beliebt oder nicht.
Nur Beliebtheit anhzustreben endet im wiederwertigen Populismus des Faymann, der ist wiederlicher als der von Strache, weil von dem erwartet man nichts anderes. der kann auch nichts anderes. Faymann jedoch ist ein Opprtunist sondergleichen und seine Anbiederung an den senilen Dichand einfach degoutant! Und zu Lasten Österreichs.

driver, Mittwoch, 03. September 2008 #

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