Dirty Campaigning
Doktor Pinks Poli-Klinik
Die Wiener Sozialdemokraten plakatieren derzeit: "Wien ist wie ein großes Haus. Es funktioniert nur, wenn sich alle an die Hausordnung halten." Was will uns Michael Häupl damit sagen? Gilt das nun für jene, die im Hinterhof Hammel braten, für die Generation "tschuschen:power" (sehr gut geworden übrigens, das muss man dem ORF gerade dieser Tage lassen) oder für die Straches und Hahns, die sich gefälligst an die sozialdemokratische Realverfassung in der Stadt halten sollen? Oder wendet sich der oberste Wiener Hausmasta gar an die eigenen Genossen?
Faktum ist: In der Wiener SPÖ hängt der Haussegen schief. Renate Brauner, die designierte Häupl-Nachfolgerin, wollte unbedingt Tanja Wehsely, die Schwester der Wiener Stadträtin Sonja Wehsely als neue Wiener Klubchefin durchdrücken - und scheiterte am massiven Widerstand der großen Bezirke. Folglich wurde der bis dato ziemlich unbekannte Siegi Lindenmayr zum Klubchef gewählt. Häupl hatte die Abstimmung freigegeben. Rathaus-Auguren lesen daraus: Häupl hat seinen präsumptiven Nachfolgern, denen es mit seiner Ablöse nicht schnell genug gehen kann, noch einmal gezeigt, wer der Herr im Haus ist. Brauners Chancen, dereinst Bürgermeisterin von Wien zu werden, dürften drastisch gesunken sein. Und das ist, unter uns gesagt, auch nicht wirklich ein Fehler.
von zum Thema Allgemein | 1 Kommentare

Persönlich finde ich es schade, dass der Häupl'sche Fehlgriff auf die 'Hausordnung' nicht mehr Öffentlichkeit bekommt.
Der Begriff der Hausordnung als Chiffre für inländisch/ausländisch ist ein alter Hut der Freiheitlichen, der bereits im Wahlkampfjahr 2006 zur Genüge strapaziert wurde.
'In unserem Haus Österreich gibt es eine Hausordnung, wer sich an diese nicht hält und permanent lärmt, Mobilar zerstört und Wände anschmiert, den können wir Österreicher wieder aus unserem Haus verweisen.'
http://oesterreich.orf.at/wien/stories/136746/
lg
GAST:Rita K, Freitag, 10. April 2009 #