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Econobama

Stefan Riecher kommentiert aktuelle US-Themen. Live aus New York.

Donnerstag, 05.November 2009

Die Studenten bei Opel

Egal ob als Student in Österreich oder als Opel-Arbeiter in Deutschland: Wer im deutschen Sprachraum des Jahres 2009 was gelten will, der streikt.

Nun kann man den verträumten Romantikern im Audimax zumindest noch ein wenig Sympathie entgegenbringen. Sie wissen zwar nicht, wofür sie sich engagieren und es geht ihnen mehr ums Freibier und eine ordentliche Gaude als darum, etwas zu bewirken. Aber die meisten von ihnen sind ja noch jung und meinen es gut. Außerdem kann man ihnen die Meinung, das intellektuelle Potenzial in Österreich sei endenwollend, nicht verübeln.

Aber was zum Teufel ist eigentlich mit den Träumern bei Opel los? "Wir geben uns nicht geschlagen" und "Zum Teufel mit General Motors" sind nur zwei Beispiele für die geistigen Amokläufe, die die Mitarbeiter in Deutschland derzeit begehen. Ein anderes: Opel solle eigenständig werden, manch witziger Betriebsrat fordert gar eine Opel AG.

Na dann viel Spaß. Opel schreibt seit 2000 Jahr für Jahr Verluste, ohne GM im Rücken würden die Leute nun nicht protestieren, sondern auf Jobsuche sein, weil es Opel nicht mehr gäbe. Hätte Opel in den vergangenen 10 Jahren ordentlich gewirtschaftet, müssten die Leute nun nicht protestieren.

Aber zunächst mal laut zu schreien und erst dann über die eigene Leistung nachzudenken scheint eben ein populäres Phänomen dieser Tage zu sein. Womit sich der Kreis zu den leistungsfreien Ideologen im Audimax wieder schließt.

Kommentare:

Ich würde gerne den Träumer Stefan Riecher sehen, wenn er knapp davor ist seinen Job zu verlieren. Ein arroganter, überheblicher Beitrag, kurz, ein billiger Versuch Fleischhacker zu kopieren. Und aus 10.000 Kilometern Entfernung die Ereignisse im Audimax zu kommentieren, fällt genau in die gleiche Schiene. Peinlich, peinlich.

Gast: rainer, Freitag, 06. November 2009 #

Herr Riecher!

Heruntergewirtschaftet hat sich GM mit seiner verfehlten Modellpolitik und nicht Opel.
Opel ist Know-How-mässig bestens auf die Zukunft eingestellt.
Letztlich ware es dieses Wissen, was die Russen gereizt und die Amis zum Behalten g e z w u n g e n hat.

Ihr Artikel ist - recherchemässig und stilmässig - nicht pressewürdigt.
Sorry

APFELSYS, Freitag, 06. November 2009 #

Geschätzter Herr Riecher,

ihre neoliberalen Ansichten sind im Jahr 2009 mehr als out. Die Enttäuschung und Wut der Opel-Mitarbeiter über die Taktik der Amerikaner und die Angst vor der Zukunft ist mehr als gerechtfertigt. Dies alles drückt sich in Demonstrationen aus, die ja letztendlich ohnehin nur ein Ausdruck von Hilflosigkeit sind.

Ihnen dürfte es obendrein entgangen sein (was allerdings sehr schwierig ist, da das Thema seit Monaten schwellt - was machen Sie eigentlich in Ihrer Funktion als Wirtschaftsjournalist?), dass keineswegs Opel das Problem ist, sondern die Mutter GM, womit die Demos erst recht verständlich werden und Ihren Blog somit ad absurdum führen.

MfG

Gast: Robsi, Freitag, 06. November 2009 #

@ rainer: Gut möglich, dass bei manchen, wenn sie vorm Jobverlust stehen, das Urteilsvermögen eingeschränkt ist und es deshalb an Objektivität fehlt.

@ Robsi: Wenn der Neoliberalismus out ist, was ist denn dann in?

Stefan Riecher, Freitag, 06. November 2009 #

Ah, ein schöner Artikel! Vielen Dank!

Gast: Ndugu, Montag, 09. November 2009 #

Lieber Stefan,

die Probleme bei Opel waren durchaus nicht nur selbstgemacht, sondern sehr stark auch das Ergebnis von amerikanischer Planung, die leider vernachlässigt hat, dass in Europa und da vor allem im Deutschen Sprachraum bezüglich Autos eigene Gesetze gelten. Costcutting um jeden Preis war schließlich ein zu hoher Preis - es ging zu sehr zu Lasten der Qualität. Den Dieselboom hat man relativ stark verschlafen und so unnötigerweise VW+Schwestern das Feld überlassen. Ohne die technologische Hilfe von Fiat und Isuzu wäre es sowieso eine Katastrophe geworden. Alles ein Ergebnis von Amerika-zentrischem Denken ohne Rücksicht auf Lokalmärkte. Einer der klassischen Fehler in globalisierten Märkten.

Dass die Deutschen Ingenieure es nun endliche alleine machen wollen, kann man da wirklich gut nachvollziehen. Sie wollten eh immer schon - nur durften sie lange nicht. Was sie imstande sind, wenn man sie lässt, zeigt sich an Insignia und Astra, beide auf Konzernplattformen aufbauend, die maßgeblich in Europa entwickelt worden sind.

Die Magna-Pläne kenne ich nicht im Detail, aber es wäre relativ einleuchtend, wenn man lieber das Potential kapitalisieren wollte statt es zu unterdrücken. Die Mitarbeiter sind sicher auch dankbar, dass Magna es war, die den vorzeitigen Kollaps verhindert hat.

Träumereien kann ich da nicht erkennen, außer bei der Deutschen Bundesregierung, die Unternehmer spielen wollte, ohne es zu können.

Deine Einschätzungen zu den Studenten teile ich hingegen völlig ;-)

Gast: Christoph, Dienstag, 10. November 2009 #

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