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Globalist

Reporter'10-Blog: Milchflut in Indien

Freitag, 01. Mai 2009

Das Paradies der Millionäre

Der Beitrag des Globalist zur Vermögenssteuerdebatte:

In Österreich ist es schwer, Millionär zu werden: Der Staat bedient sich kräftig beim Einkommen. Ist man allerdings vermögend, gibt sich der Fiskus bescheiden: In kaum einem Land ist die Besteuerung von Besitz so gering, wie hierzulande. Warum wird Leistung im internationalen Vergleich überdurchschnittlich besteuert wärend leistungslose Einkommen - Kapitalerträge, Vermögenszuwächse - weitgehend ungeschoren davonkommen?

Taxes on property

1) as percentage of GDP (incl. Taxes on
immovable property, inheritance and gift taxes, taxes on
financial and capital transactions) 2005

 Country   2005  2006 (Estimate)
 Austria  0,6  0,6
 Australia  2,7  -
 Belgium  2,2  2,2
 Canada  3,4  3,4
 Czech Republic  0,4  0,4
 Denmark  1,9  1,9
 Finland  1,2  1,1
 Germany  0,9  0,9
 Greece  1,2  1,2
 Hungary  0,8  0,8
 Iceland  2,5  -
 Ireland  2,4  2,4
 Italy  2,1  2,1
 Japan  2,6  2,5
 Korea  3,0  3,5
 Luxembourg  3,3  3,4
 Mexico  0,3  -
 Netherlands  2,1  1,9
 New Zealand  1,9  1,9
 Norway  1,1  1,2
 Poland  1,3  -
 Portugal  1,0  1,0
 Slovak Republic  0,5  0,5
 Spain  3,0  3,2
 Sweden  1,5  1,5
 Switzerland  2,4  2,4
 Turkey  1,1  1,2
 United Kingdom  4,4  4,6
 United States  3,1  3,1
 1) Nr. 4000 according to OECD classification    

 OECD Total  1,9  2,0
 OECD America  2,3  3,3
 OECD Pacific  2,6  2,6
 OECD Europe  1,8  1,9
 EU 19  1,8  1,8
 EU 15  2,1  2,2

Source: Statistiques des recettes publiques des pays membres de l'OCDE 1965-2006,
OCDE, Paris 2007, Tables 22 and 39.
International characteristic numbers 2007

Hier noch die Balkengrafik der Steuerbelastung (int. Vergleich): Österreich liegt im OECD-vergleich im internationalen Spitzenfeld.

Kommentare:

Alles Vermögen war einmal Einkommen, wurde daher schon einmal besteuert - und das relativ happig. Warum noch einmal? Einkünfte aus Kapitalvermögen sind keineswegs niedrig besteuert - vor der Kapitalertragsteuer fällt ja noch die Körperschaftssteuer des Dividenden auszahlenden Unternehmens an. Vermögenszuwächse, die durch Wertänderungen entstehen, sind noch nicht realisierte Gewinne, die ohnehin zum Zeitpunkt der Realisierung besteuert werden - so lang wird der Fiskus wohl noch warten können. Zinseinkünfte erzielt man damit, dass man darauf verzichtet, Vermögen (aus bereits besteuertem Einkommen) sofort zu konsumieren. man legt es stattdessen an und erwartet aber auch Zinsen quasi als Entschädigung für den Konsumverzicht, weil Kosum heute i.a. höher geschätzt wird als Konsum morgen. Zinsen sind damit kein Gewinn, sondern Abgeltung der Wertminderung

Murray, Dienstag, 05. Mai 2009 #

Lieber Murray,

das stimmt so nicht. Die großen Vermögen kommen in Österreich nicht aus der ersparten Lohnsteuer, sondern aus Erbschaft und aus Firmenverkäufen. Und das ist ganz niedrig besteuert.

vg
GD

GAST:GD, Montag, 11. Mai 2009 #

Mein Geld bleibt im Sparstrumpf!

GAST:Eva, Dienstag, 12. Mai 2009 #

liebe/r GD, woher kommt denn das geld der erbschaft? vom geldbaum? wohl eher nicht, also wurde es bereits versteuert, wenn auch bei jemand anderem als dem erben.

GAST:@ GD, Dienstag, 12. Mai 2009 #

"Wenn ich Vermögen habe, dann vermehrt es sich im Schlafe", so scheinen mir viele Österreicher zu denken.

In Wahrheit bedeutet Vermögen Kosten, Verantwortung, Arbeitsplätze und viel Arbeit, zumindest das unternehmerische Vermögen und Immobilienvermögen.
Sollten diese Vermögen höher besteuert werden, werden viele ihre Unternehmen und Immobilien nicht erhalten können.

Wollen wir das?

GAST:mexx, Mittwoch, 13. Mai 2009 #

Was versteht man unter einem "leistungslosen Vermögenszuwachs" ?

Spendenempfang, Sozialempfang, Kindergeldempfang wenn andere die Kinder betreuen, Kulturförderungsempfang...?
Erbe kann es ja nicht sein, denn jedes Erbe ist aus Leistung entstanden.

Sogar der Dieb muss für seinen Vermögenszuwachs zuerst eine Leistung erbracht haben, nämlich gestohlen haben...

GAST:mh, Dienstag, 19. Mai 2009 #

zeigen Sie Ihren beitrag doch mal der presse-redaktion.

GAST:lieber herr thomas seifert, Freitag, 12. Juni 2009 #

"Vermögen bedeutet Kosten, Verantwortung, Arbeitsplätze und viel Arbeit"

Mal abgesehen davon daß die Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft von den Vermögenden nicht wahrgenommen wird, ist die Bedeutung von Vermögen im kommunistischen Ausland (USA, GB etc.) auch gegeben.
Und sonderbarerweise sind auch dort Unternehmen in der LAge Immobilien zu erhalten...

@murray
Wenn sie sich die Vermögensentwicklung gewisser Familien anschauen, wurde Vermögen zuletzt im 18 Jhrdt als Einkommen besteuert. Und natürlich zu gering.

Außerdem ist das "Nur einmal Besteuern"-Argument naiv, Marktwirtschaft ist zu komplex um verteilungsgerechte und lebenswürdige Bedingungnen für die Mehrheit zu schaffen, wenn man Flat-tax einführt und MWST am besten auch gleich abschafft.

Pfründe sichern ist da wohl das einzige Thema.

GAST:@mexx, Sonntag, 14. Juni 2009 #

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