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Reporter'10-Blog: Milchflut in Indien
Ist Gold eine Investition wert? Unter diesem Titel stand ein Vortrag, veranstaltet von Brokerjet, Online-Broker der Erste Bank, der am Montag, den 19. Jänner, stattfand. Mit einem Experten der Royal Bank of Scotland und einem n-tv-Börsenjournalisten konnte man im Wiener Hotel Marriott über die aktuelle Situation am Goldmarkt diskutieren.
Der große Festsaal im ersten Stock war fast bis auf den letzten Platz besetzt: "Goldene Zeiten" lautet der Titel der ersten Folie der Powerpoint-Präsentation. "Ob wir diese Verheißung mit einem Fragezeichen oder einem Rufzeichen versehen, wird man am Ende der Veranstaltung entscheiden können", das meinte der n-tv- Börsenmoderator Holger Scholze gleich zu Beginn. Man durfte gespannt sein.
Ein Würfel mit 20 Metern Kantenlänge
Bevor es um die derzeit attraktivsten Anlageinstrumente am Goldmarkt ging, wandte man sich grundlegenden, aber keineswegs unspannenden Fakten zu. Rund 155.000 Tonnen Gold wurden bis jetzt weltweit geschürft. Knapp mehr als die Hälfte der gesamten Goldmenge existiert in Form von Schmuck, 18 Prozent sind in den Tresorkellern der Zentralbanken eingelagert, zwölf Prozent in Kunstgegenständen verarbeitet und der Rest ist in Privatbesitz, in Münzform oder in Barren gegossen. Die gesamte weltweit existierende Goldmenge würde zusammengeschmolzen lediglich einen Würfel mit 20 Metern Kantenlänge ergeben.

Bild: (c) epa Hugo Philpott
Gold als Anlageinstrument
Ein Kernpunkt des weiteren Vortags war die Frage der Preisstabilität. Die Beständigkeit des Goldpreises war früher viel höher. Die Volatilität, die Schwankungsbreite, ist wie bei so vielen anderen Rohstoffen speziell in den letzten Monaten enorm gestiegen. Betrug die Schwankungsbreite bei Gold vor einem Jahr noch 20 Prozent, stieg sie 2008 auf 83 Prozent. Im Vergleich mit anderen Rohstoffen war der Goldpreis jedoch immer noch um vieles stabiler.
Gelegenheiten am Goldmarkt zu profitieren gibt es laut den Fachmännern viele. Es besteht die Möglichkeit physisch in Gold zu investieren, in Form von Münzen oder Barren. "Eine Variante die besonders für die Vertreter der Weltuntergangstheorie interessant sein kann", wie Pedram Payami von der Royal Bank of Scotland meinte.
Dabei können sich aber Probleme bei der Verfügbarkeit ergeben, zum Beispiel war die "Philharmoniker"-Goldmünze im Herbst 2008 kurzzeitig vergriffen. Auch die Frage der Einlagerung taucht bei physischem Gold zusätzlich auf.
Bild: (c) epa
Die zweite Möglichkeit besteht in Investments in Form von Zertifikaten und ETFs, Exchange Traded Funds auf Gold. Die Experten sehen auch besonders großes Potential in Quanto-Zertifikaten, die die Anleger von Währungsrisiken befreien, diese seien derzeit "der große Renner". Will man sich nicht direkt an den Goldpreis binden, gibt es immer noch die Möglichkeit in Goldminenaktien zu investieren. Dabei ist es natürlich ratsam sich nicht auf ein einzelnes Unternehmen zu fixieren, auch zahlreiche Goldminenaktien haben im Vorjahr gelitten.
Zu einer Goldpreisprognose für das Jahr 2009 wollte sich niemand hinreißen lassen, laut Scholze "gibt es gleich viele Argumente für einen steigenden wie für einen fallenden Goldpreis."
Rentabler Goldabbau ab einem Gramm Gold pro Tonne Gestein
Lediglich in Fußnoten wurden auch Umweltbedenken beim Goldabbau geäußert. Die Grasberg-Mine in Indonesien, betrieben vom amerikanischen Minenunternehmen Newmont, steht unter heftiger Kritik. Unter anderem weil pro Tonne abgebautem Gestein nur 1,2 Gramm Gold gewonnen werden können. Die Ausbeute ist also vergleichsweise niedrig, die Umweltschäden - durch Abholzung der tropischen Regenwälder und Vergiftungen durch Zyanid - sehr hoch. Beim gegenwärtigen Goldpreis ist der Abbau für Minenbetreiber jedoch bereits ab einem gewonnen Gramm Gold pro Tonne Gestein lohnenswert.
Newmont Mining, die zweitgrößte Goldminengesellschaft des Globus, ist neben Indonesien auch in Australien, den Amerikas sowie in Ghana aktiv. Ghana ist das Reiseziel der "Presse"-Aktion Reporter09 bzw. Reporterin09. "Goldene Zeiten" in Ghana? Man wird sehen.
von zum Thema Reporter09 | 1 Kommentare
Thomas Seifert bereiste als Reporter u.a. Tschetschenien, Sudan, Irak, Kosovo oder Nordkorea. Für "Die Presse" berichtet Seifert seit Jänner 06 aus aller Welt.
Ursula Bittner ist eine der beiden Siegerinnen von Reporter'10. Sie ist 25 Jahre alt und hat soeben ihr Studium „Internationale Entwicklung“ an der Uni Wien abgeschlossen.
Interessant, ein herzliches Dankeschön!
Nur so weiter!
GAST:Josef, Dienstag, 10. Februar 2009 #