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QR-Codes: Handy wird zum "Barcode-Scanner"
Stellen Sie sich folgendes vor: Sie gehen in den Supermarkt. Dort finden Sie auf den Produkten, die in Ihr Einkaufswagerl kommen, keine Barcodes mehr, sondern QR-Codes (Quick Response Codes). Die müssen Sie mit Ihrem Handy abfotografieren. Das Handy speichert alle eingekauften Artikel. Damit Sie aus dem Laden rauskommen müssen Sie einen Code an der Schiebetür fotografieren. Ihr Mobiltelefon setzt dabei eine Liste ihres Einkaufs per SMS oder E-Mail ab und die Tür geht auf. Fertig.
Sie brauchen keine Bankomatkarte, keine Kreditkarte und erst recht kein Bargeld mehr. Die Abrechnung kommt dann einfach mit der Handyrechnung. Vermutlich gehört dann Billa auch zum T-Mobile-Konzern oder umgekehrt. Klingt unmöglich, ist es aber nicht. Möglich machen das so genannte QR-Codes.
Der QR-Code wurde 1994 von der japanischen Firma Denso Waves im Auftrag von Toyota entwickelt. Der 2D Code diente zur Markierung von Bauteilen in der Automobilproduktion. Da der Code sehr fehlertolerant - wer kennt das nicht, wenn die Kassadame verzweifelt den Barcode über den Scanner zieht und dann doch entnervt den Zahlencode eintippt - setzte sich der neuartige Code schnell auch in anderen Anwendungsbereichen durch. QR-Codes sind im asiatischen Raum schon sehr weit verbreitet. Beispielsweise findet man in Japan kaum ein Plakat ohne QR-Code. Mit einem Kamera-Handy, das diesen Code entschlüsseln kann, ruft man ganz bequem ohne Fingerverrenkungen auf den oft zu kleinen Handytastaturen nähere Informationen im Internet oder per SMS ab.
Der Mobilfunkriese Nokia liefert die meisten Modelle seiner N-Serie bereits mit einer QR-Reader-Software aus. Ältere Handys kann man mit einem QR-Reader "nachrüsten" und das kostenlos. Auf der Internetseite der Firma Kaywa wird ein Gratis-Reader für die gängigsten Nokia, Samsung, Sony-Ericsson und Motorola Modelle angeboten. Für Windows-Mobile Handys gibt es einen Gratis-Reader von QuickMark. Sehr viele Geräte unterstützt auch der Reader von i-nigma.
Die Anwendung ist denkbar einfach: Software auf dem Handy installieren. Programm starten. Wer schon einmal ein Foto mit seinem Handy gemacht hat, der sollte sich nun ohne viel Erklärung auskennen. Man fotograftiert also den QR-Code und schon schlägt das Programm den nächsten Schritt vor. Zum Beispiel: zur codierten URL gehen, eine SMS versenden, eine Telefonnummer anrufen, etc.
Porbieren Sie es aus: Es funktioniert sogar, wenn Sie die Codebeispiele in diesem Blogeintrag knipsen. Der erste Code enthält die URL zum techbites-Blog, der zweite ist die Telefonnummer der "Presse" und der dritte die URL zur Textversion von "diepresse.com". QR-Codes lassen sich sehr bequem mit einem Generator erstellen. Kaywa bietet solch einen browsergestützten Generator für QR-Codes an.
Spannend wäre es nun, solche Codes auch in der "Presse" abzudrucken, die dann auf weitere Informationen zu Artikeln auf diepresse.com führen oder SMS für Umfragen generieren. Wer weiß, vielleicht finden Sie QR-Codes schon bald in Ihrer Lieblingszeitung.
von zum Thema Handy & Co. | 4 Kommentare

ujuyo
GAST:mern, Sonntag, 29. März 2009 #
feine Sache :-)
GAST:Tilo, Montag, 15. Juni 2009 #
Und was ist, wenn ich nur die Hälfte der Ware abfotografiere? Die Tür geht trotzdem auf...
Gast: gast, Samstag, 31. Oktober 2009 #
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PemnTrery, Sonntag, 22. November 2009 #