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Eurozone: Das Feindbild Merkel

07.08.2012 | 18:08 |  von Karl Gaulhofer (Die Presse)

Nach Griechenland übt sich auch Italien im Merkel-Bashing. Auch angelsächsische Medien beschimpfen ihr deutsches Feindbild immer aggressiver. Die Deutschen und der Rest der Welt reden aneinander vorbei.

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Berlin. Die Geschichte unserer Epoche muss neu geschrieben werden. Zumindest, wenn es nach dem Berlusconi-Blatt „Il Giornale“ geht. Für seinen Leitartikler gehört Italien „nicht mehr zu Europa, sondern zum Vierten Reich“. Es ist das Reich der Deutschen, denen zwei Weltkriege „offenbar nicht genug sind“. Alle müssen sich „dieser Angela Merkel“ ergeben, „die auch in unserem Haus das Kommando übernehmen will“. Als Folge des Kniefalls wird mit den Worten Churchills Düsteres prophezeit: Wer die Schande wählt, werde Krieg ernten.

Eine Domina im Völkerkerker, die preußische Finanzdisziplin aufzwingt und damit den Frieden aufs Spiel setzt: Nach Griechenland hat der Merkel-Hass auch Italien erreicht. Mario Monti zeigt sich „sehr beunruhigt“, wenn er ihr über wachsende Ressentiments berichtet. Der italienische Premier will die Macht der Parlamente beschneiden, um Eurohilfen rascher durchzuboxen. Dass er dafür in Deutschland kritisiert wird, heizt die Stimmung noch weiter an. „Die Nazi-Deutschen wollen uns Lektionen in Demokratie erteilen“, höhnt die Zeitung „Libero“.

Die Kanzlerin bietet sich dabei als Feindbild neuer Art an. Viele hassen sie für ebenjene Eigenschaften, die sie früher – etwa bei ihrem Klimaengagement – an ihr schätzten: die ruhige, emotionslose Beharrlichkeit, mit der sie ihre Ziele verfolgt und die Erfüllung von Versprechen einfordert. Das wirkt anderswo typisch deutsch. Was aber wirft man den Germanen vor? In der schärfsten Form Folgendes: Sie hätten sich die Wiedervereinigung von Europa finanzieren lassen und dann den Euro genutzt, um die Partner mit ihrer Exportkraft an die Wand zu drücken. Nun flüchtet das Kapital in ihren sicheren Hafen und beschert dort niedrigste Zinsen. Als Profiteure der Krise treiben sie die Olivenländer mit Spardiktaten und Hilfsverweigerung in die Rezession.

Pragmatisch statt paranoid sehen die Angelsachsen die Situation: Da sie der Währungsunion beigetreten sind, müssen die Deutschen jetzt ihre Geldtaschen öffnen und Schulden vergemeinschaften. Die USA helfen ja auch ihren Bundesstaaten, die in finanzielle Probleme geraten. So wurde der Dollar zur Leitwährung, die auch hohe Schulden nicht erschüttern kann. Nur so sei der Euro zu retten, sonst werde die Weltwirtschaft zum sinkenden Schiff, wie jüngst auf dem „Economist“-Cover mit dem Titel: „Frau Merkel, können wir jetzt die Motoren starten?“ Aber die Ungeduld steigert sich auch bei den Briten zum bösen Bashing: Das Magazin „New Statesman“ bezeichnete Merkel als „Europas gefährlichstes Staatsoberhaupt seit Hitler“.

Auch die Deutschen selbst setzten bei ihrer Sicht der Dinge bei der Wiedervereinigung an: bei der schmerzlichen Erfahrung, dass geschenktes Geld allein nicht auf die Beine hilft. Durch Arbeitsmarktreformen und moderate Lohnabschlüsse gewann die deutsche Wirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit zurück und bewährt sich heute auf dem Weltmarkt. Das Rezept wird nun den neuen „kranken Männern“ Europas verschrieben. Da sie an deren Chancen glauben, sind die Deutschen bereits mit hunderten Milliarden ins Risiko gegangen. Zu diesem Zweck wird das Hilfsverbot, das am Anfang der Währungsunion und ihrer Zentralbank stand, gebeugt oder gar gebrochen. Und den Vergleich mit den USA halten die Deutschen einfach für falsch: Ein Staatenbund ist kein Bundesstaat, Haftung und Verantwortung dürfen nicht auseinanderfallen. An deutschen Spesen kann die Welt nicht genesen.

Gesundeter verschreibt Rezepte

Dass diese recht einfache Botschaft im Ausland nicht ankommt, spricht nicht für deutsche Krisen-PR: Man redet konsequent aneinander vorbei. Freilich hat die Regierung genug damit zu tun, Abgeordnete und Verfassungsrichter zu überzeugen. Nicht nur liberale Wutprofessoren sehen Merkel längst wieder als Umfallerin. Immerhin: Zwei Drittel der deutschen Bürger stehen voll hinter ihr – ein Traumwert. Und zumindest ein internationales Leitmedium, das „Time Magazine“, verteidigte jüngst die Kanzlerin mit dem Cover: „Warum alle es lieben, Angela Merkel zu hassen – und warum sie alle falschliegen“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.08.2012)

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288 Kommentare
 
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Geschichte willkürlich zurecht gebogen...

Sicher kann man die Sache so sehen wie jetzt die Griechen und Italiener, um nicht über eigene Fehler in der Vergangenheit nachdenken zu müssen! Nur stimmt´s halt leider vorne und hinten nicht...

Keineswegs haben sich die Deutschen ihre Wiedervereinigung von Europa "finanzieren" lassen. Wer außer sie selbst hätte diese Riesensummen für den "Aufbau Ost" bereit stellen können? Der Euro sollte, lt. Helmut Kohl, erst dann eingeführt werden, wenn die EU-Mitglieder ein weitgehend harmonisiertes Steuersystem zustande gebracht haben. Es war Francois Mitterand, der sein "Ja" zur deutschen Wiedervereinigung mit der Einführung der gemeinsamen Währung bereits zu diesem Zeitpunkt verband. Auf diese Weise sollte verhindert werden, daß die BRD mit ihrer starken D-Mark die anderen EU-Staaten dominiert.

Auf keinen Fall kann man die EU heute noch vollmundig als "Friedensprojekt" bezeichnen. Da genügt oft schon der kleinste Anlaß und schnell gräbt man in der historischen Mottenkiste vordergründigste Vorurteile aus. Besonders die Briten legten sich diesbezüglich noch nie besondere Zurückhaltung auf. Wen also heute ein britischen Blatt Angelika Merkel als "gefährlichstes Staatsoberhaupt seit Hitler" bezeichnet, dann kann man sich vorstellen, in welchen wüsten Kategorien heute Politiker und publizistische "Meinungsmacher" denken.

Wie man die eigenen Fehler, die zur aktuellen desaströsen Situation führten, baldigst beheben könnte, darüber wird wohl wesentlich weniger geistiger Aufwand betrieben!

Die britische Außenpolitik

hatte schon immer die Schwächung Kontinentaleuropas zum Ziel.

aus

aus großer Kraft wächst große Verantwortung....

Gast: AuskennerIn
08.08.2012 12:38
5 1

SUPER formuliert und auch noch wahr!

..." Durch Arbeitsmarktreformen und moderate Lohnabschlüsse gewann die deutsche Wirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit zurück und bewährt sich heute auf dem Weltmarkt. Das Rezept wird nun den neuen „kranken Männern“ Europas verschrieben" ...

Mit den Südstaaten

ist in Europa kein Staat zu machen. Man sollte sich in den Nordländern genau überlegen, wie lange man noch dem Treiben der Südländer zusehen kann. Aber nicht zu lange, sonst werden auch sie Opfer einer willkürlichen und abstrusen Schuldenpolitik, die man von Griechenland über Italien bis Spanien pflegt. Portugal lasse ich absichtlich hier weg, denn es geht zur Zeit einen schwierigen Weg, indem man soziale Kürzungen durchpeitscht, doch die Arebitslosigkeit allerdings Rekordwerte zeigt.
Die Politik der Südstaaten muss in einem Chaos enden, da den Hilfen durch den Norden keine entsprechenden Gegenleistungen gegenüber stehen. GR hat zwar schon Schritte unternommen, doch dort ist das Chaos so groß, dass es unwahrscheinlich erscheint, innerhalb einer angemessenen Zeit wieder Boden unter den Füßen zu haben. Spanien stehen unruhige Zeit noch bevor und Italien ist dabei, sich selbst zu strangulieren. Man bedenke die harten Auseinandersetzungen zwischen dem geldbringenden Norden und dem geldverschlingenden Süden mit seinen mafiosen Strukturen. Deutschland hat daran keinerlei Schuld und sollte sich somit auf einen harten Kurs einstellen.

Re: Mit den Südstaaten

Schon vor Jahrzehnten, da war Österreich noch gar nicht "dabei", hatte man in der EU das Konzept eines "Europa der zwei Geschwindigkeiten" entwickelt. Die wohlhabenden mittel- und nordeuropäischen EU-Mitglieder sollten die ärmeren "Familienmitglieder" im Süden so lange alimentieren, bis diese auf das Niveau der besser gestellten aufgeholt haben.

Auf dem Papier eine keineswegs schlechte Idee. Leider waren die mit viel finanzieller Zuwendung Begünstigten nöchstens rudimentär gewillt, diesem Konzept zu folgen. Gewaltige Summen verschwanden damals in dunklen Kanälen oder wurden für im Grunde sinnlose Prestigeprojekte verbraten. Wirklich weiter gebracht haben diese Alimentierungen kein einziges jener Länder, über die Brüssel sein Füllhorn leerte. Warum also sollte es ausgerechnet JETZT anders sein? An der Mentalität dieser Völker und ihrer Politiker hat sich, wie man aktuellen Äußerungen unschwer entnehmen kann, rein gar nix geändert.

Ich kann ja verstehen, wie verlockend der Wunsch nach "immerwährenden Krediten" ist. Aber dies ist nun einmal die reale Welt und nicht jene im Märchen. Einen Esel, der stets dann, wenn man sie braucht, Goldstücke scheißt, den sucht man leider überall vergebens. Und auch die Nazikeule, die Griechen, Spanier und Italiener fleißig in Richtung Berlin schwingen, wird ihre Wirkung früher als man glaubt, verfehlen. Denn auch die finanziellen Möglichkeiten der spendenfreudigen Deutschen sind nicht unendlich sondern letztt begrenzt. Und was dann?

Allianzen ja - aber nur mit starken Partnern!

Eine Kette ist so stark wie ihr schwächstes Glied! Kein Fussballclub wird neue Spieler aufnehmen, deren Leistung deutlich unter der Leistung der vorhandenen Spieler liegt. Jene die die Fäden von EU und Eurozone ziehen haben anscheinend weniger Verstand als ein Fussballclub. Um beim Vergleich zu bleiben - die "schwachen Spieler" erklären jetzt die "starken Spieler" zum Feindbild weil die zu wenig für die Schwachen tun. Es wird wirklich Zeit, dass dieser Verein aufgelöst wird und die starken Spieler einen neuen Club gründen. Die schwachen Spieler sollen gefälligst absteigen in die Liga in die sie gehören. Wenn man die Trennung nicht bald vollzieht steigt der ganze Club ab!

Kürzung aller Pensionen und Gehälter für alle Politiker und Beamte sowie der öffentlich Bediensteten auf max. 2.500 € brutto, solange es ein Budgetdefizit gibt!


Verwaltungsreformen sofort !

Abschaffung bzw. Reduzierung der Bundesländer!

Keine Gesetzgebungen durch die Bundesländer mehr !

Keine S.. braucht 9 unterschiedliche Gesetze die das Gleiche Regeln!

Neuverhaldung des Nettozahlerstatus bei der EU. Es darf keine Nettozahler mehr geben. Alle Länder müssen künftig EU Beiträge bezahlen !
Als Basis könnte man die Konsumsteuern nehmen!

Reduzierung der EU-Beamtenschaft !


Re: Kürzung aller Pensionen und Gehälter für alle Politiker und Beamte sowie der öffentlich Bediensteten auf max. 2.500 € brutto, solange es ein Budgetdefizit gibt!

Wie wäre es stattdessen mit Reduzierung der EU - auf Null! Weg mit dem Müll! 9 Landtage sind mir weit lieber als die Eurokraten in Brüssel und die Pleitestaaten. Genug ist genug!

Antworten Antworten Gast: Global Player
08.08.2012 15:46
1 2

Re: Re: Kürzung aller Pensionen und Gehälter für alle Politiker und Beamte sowie der öffentlich Bediensteten auf max. 2.500 € brutto, solange es ein Budgetdefizit gibt!

... u. genau so kleinkariert wie sie denkt auch die masse in europa (bei uns soll alles so bleiben wie es ist ,nur die anderen solln sparen u. sich ändern),noch dazu muss ich ihnen sagen dass die öst. 220 milliarden euro staatsschulden plus öbb u. gemeindeschulden/u. sonstiges- verstecktes (= ca. 3OO milliarden euro staatsschulden/1OO% staatsschuldenquote) auch schon sehr "südlich" sind,u. die entstehung dieser mega- schulden haben bis vielleicht auf max. 5 milliarden nichts mit der jetzigen europäischen staatsschulden- krise(fälschlich als finanz oder euro- krise bezeichnet) zu tun !! aber fakt ist u. das mus jeder demokrat akzeptieren --> die breite masse will (behirnt u. versteht es wahrscheinlich auch nicht) die eu nicht ,zumind. dann nicht wenn sie/man dafür etwas tun muss !! general- lösung hab ich ehrlicherweise für diese verfahrene situation auch keine ad-hoc parat(gründe dafür habe ich aufgezählt) !!

Re: Re: Kürzung aller Pensionen und Gehälter für alle Politiker und Beamte sowie der öffentlich Bediensteten auf max. 2.500 € brutto, solange es ein Budgetdefizit gibt!

Ob Ihnen 9 Landtage "lieber" sind, ist in der Praxis exakt wurscht.
Die Überaufteilung dieses Landes ist unfinanzierbar (s. Finanzdaten der Länder) und wird zum Ruin einen nicht geringen Teil beitragen. Das schaffen wir immernoch selbst - dazu braucht´s die EU nicht.

Gast: Goggi
08.08.2012 12:18
4 0

Olivas ade

Lasst doch die Olivenstaaten endlich allein, dann können sie machen was sie wollen!
Man soll die Hand nicht beissen die einem füttert.
Ein Austritt aus dem Euro ist indiesem Fall das beste; Ersatzwährung: DM- oder wie immer.

Spanien

Interessant was sich so in Spanien abspielt. Da gibt es offensichtlich noch Politiker mit Anstand und Verstand:

http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=23044

Re: Spanien

Super Sache. Ich wär ja eh dafür, dass viel mehr geplündert wird. Am Besten noch mit politischem Sanktus.
Zuerst stecken die Versager geliehendes Geld in Pleiteprojekte, dann machen sie jene dafür verantwortlich, die sich noch was zu Essen kaufen können (wer wird´s denn bezahlen, wenn der Laden ausgeräumt wird?).
Hätten sich diese Dolme - so wie´s ihre Aufgabe gewesen wäre - früher Gedanken darüber gemacht, wie man einen Sozialstaat gestaltet, wäre es jetzt nicht "anständig", die selbst aufgestellten Gesetze zu brechen.

Und dann wollen sie sich für diese allerunterste Performance auch noch als Robin Hood nochmal wählen lassen.

Antworten Antworten Gast: Jungunternehmerin
08.08.2012 13:00
3 0

Re: Re: Spanien

+++

PS: Manche werden es nie begreifen, dass die brutale Umverteilung nie lange funktioniert!

Gast: Held der Arbeit
08.08.2012 12:15
9 0

Frau Merkel

bitte akzeptieren Sie, dass die PIGS nicht geholfen werden wollen ((c) Verona F.). Konsequenz: Austritt Deutschlands aus dem Euro und bitte nehmen Sie uns Österreicher mit, trotz unseres inkompetenten und peinlichen kanzlers und seiner sinnlosen Aussagen.

7 0

Euro beenden bevor Bürgerkrieg kommt

Südländische Politiker haben jahrelang über ihre Verhältnisse Geld verprasst um Wählerstimmen zu lukrieren und damit ihre Länder an die Wand gefahren. Nun potenzieren sie ihre Unfähigkeit indem sie Sündenböcke suchen oder gar die Nazi-Keule auspacken.
Der Euro sollte beendet werden bevor es zum Bürgerkrieg kommt. Denn der Euro ist nur eine Währung, die Alternative ist düster.

Gast: Kleiner Fritz
08.08.2012 12:13
8 0

Lasst uns bei der Dachluke aussteigen

Überlassen wir doch den Euro den weichen Ländern. Das geht einfacher als die weichen Länder austreten zu lassen.
Ausgetreten werden soll nach oben, d.h. die harten Länder sollen eine harte Währung kreieren deren Bedingungen wirklich bedingungslos eingehalten werden müssen.

Re: Lasst uns bei der Dachluke aussteigen

Bin dafür und hab auch schon einen Namen: Mark! Es bleiben als harte Länder nämlich eh nur Deutsche über - Bundesdeutsche, Österreicher, Schweizer wenn sie wollen und Holländer

Re: Re: Lasst uns bei der Dachluke aussteigen

Luxemburg und Lichtenstein hab ich noch vergessen. Südtirol noch zu Österreich und fertig ist ein funktionierender Staatenverbund mit einer stahlharten Währung.

Gast: Raffzahn Schani
08.08.2012 12:02
0 0

Warum macht sich niemand ans Eingemachte

und das ist die Geldschöpfung. Das Geldregal muss an den Staat zurück.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mindestreserve

Zitat
Die Currency-Theorie wurde in der Praxis jedoch nach und nach aufgeweicht, indem Banken gestattet wurde, im Rahmen des fractional-reserve banking nur einen vergleichsweise geringen Bestand an baren und unbaren Zahlungsreserven vorzuhalten, um ihren gesamten Zahlungsverkehr abzuwickeln, die damit Kredite gewähren können, ohne über entsprechende Geldbestände zu verfügen. Infolge dieser Entwicklung ist die Geldschöpfung der Kontrolle der Zentralbank inzwischen weitgehend entglitten. [13]. Damit haben diese die volle Kontrolle über die Geldmenge verloren und die Möglichkeit, dadurch wirkungsvoller gegen Inflation und Deflation vorgehen zu können.
Die politische Realität in Europa und Nordamerika folgt heute der Banking-Theorie, bei dem lizenzierte Geschäftsbanken relativ frei selbstgeschaffenes Giralgeld in Umlauf bringen dürfen. Die Mindestreserve hat als Instrument zur geldpolitischen Steuerung an Bedeutung verloren. Einige Staaten sind sogar dazu übergegangen, die Mindestreserve abzuschaffen. Von anderen Zentralbanken wird die Mindestreserve noch genutzt, jedoch mehrheitlich nicht zu geldpolitischen Zwecken.
##################

Da wären doch auch schön langsam Expertenmeinungen fällig, oder will man diesen unhaltbaren Zustand beibehalten?


19 0

wir Österreicher müssen jetzt an der Seite Deutschlands stehen!

oder wollen wir in den Club der Bankrotteure aufgenommen werden?

Antworten Gast: Da Bese
08.08.2012 13:05
0 0

Re: wir Österreicher müssen jetzt an der Seite Deutschlands stehen!

Sie meinen es gut, aber ihre Aussage könnte leicht mitverstanden werden.

Auf der Seite Deutschlands stehen heißt für die Italiener, Grichen, Franzosen u. s. w., dass wir mitzahlen.

Auf der Seite gegen Deutschland will man uns Österreicher aber sicher auch nicht haben, denn dann naschen wir ja an den Milliarden aus Deutschland mit, die wir sicher im Zuge eines österreichischen Staatsbankrotts, der nach ein paar weiteren Jahren der Problemverschleppung und des Zuzugs von einer weiteren Million Slumdogs sehr wahrscheinlich wird, als 1. noch vor den Italienern, Griechen u. s. w. bekommen, da wir schlicht und einfach ein Nachbarland von Deutschland sind.

Also so gesehen hat natürlich die andere Seite der Bankrotteure schon ihren Reiz, denn Österreich bekommt sicher als 1. von Deutschland Geld, allein schon weil es ein Nachbarland ist.

Antworten Gast: Kleiner Fritz
08.08.2012 12:14
1 0

Re: wir Österreicher müssen jetzt an der Seite Deutschlands stehen!

Unser lieber Kanzler will es.

16 0

es ist Zeit

aus dem euro auszutreten, allein wird die dm sehr gut bestehen, man muss sich nur den sfr anschauen. Schilling, Gulden, Finnmark, Zloty und Ckr werden sich anbinden. Die vorübergehenden Verluste für die Exportwirtschaft wird man durchstehen.
und dann sollen die USA und GB die Südeuropäer retten.
es gibt eine Welt Jenseits von Euro und USD, nämlich in China und russland.

Antworten Gast: Analyst 829
08.08.2012 13:16
0 2

Re: es ist Zeit

Wollen sie ein Auto aus dem Jahr 1998 ernsthaft haben. Die Autos haben sich weiterentwickelt und genauso ist es beim Geld.

Die DM wieder einzuführen, das hätten die FED nur all zu gern. Die DM allein konnte dem US-Dollar nie gefährlich werden, genauso der Franken nicht.

Am wichtigen Reservewährungsmarkt spielt der Franken überhaupt keine Rolle, da man für Franken praktisch nichts zu einem vernünftigen Preis kaufen kann. Die DM war mit 10 % am Reservewährungsmarkt verteten, da man für DM eben jegliche Art von hochwertiger Maschine kaufen kann und Maschinen sind ein sehr willkommener Arbeitserleichterer und daher sehr wertvoll.

Der Euro hat aber etwa 30 % Reservemarktanteil und den Zusätzlichen Reservemarktanteil dem US-Dollar abgenommen.

1000 Mrd. mehr in Euroreserve bedueten bei 2 % Inflation 20 Mrd, mehr an Gewinn für die EZB - JÄHRLICH wohlgemerkt. Und der FED die im US-Dollar traditionell eine höhere Inflation zulässt kostet es natürlich satte Einnahmensverluste.

Man muss also in Wahrheit die Eurozone ausweiten! Griechenland wurde angegriffen, da es laut Go-Strategie bei einem Verbleib Griechenlands in der Eurozone zur Ausweitung der Eurozone über alle anderen Länder zwischen Griechenland und Österreich gekommen wäre bzw. eben kommt. Auch die Türkei wird auf lange Sicht mit Euro zahlen. Ist für die Türkei besser aber auch für die Eurozone, sobald sie endlich den Kontakt zu Russland herstellt. Dann gibt es Rohstoffe im Euro und damit ist der Dollar endgültig tot.

Dollar

Wer soll den Dollar gefährden????

Re: es ist Zeit

Darum kaufen ja die Schweizer auch wie verrückt EUR?

Alle nicht PIIGS Staaten sollten aus dem €uro austreten!



Durch die Halbierung der Schulden die ja dann noch in €uro wären, würde sich einiges ausgleichen!


Medien

Die Medien betreiben bewusste Kapmagne gegen Deutschland um die Bevölkerung gegen Deutschland aufzuspielen. Wobei ich mir nicht sicher bin ob es denn wirklich die Meinung des Volkes ist. Medien schreiben mit Medien. Wenn ich mir die Kommentare so durchlese, dann ist jeder vernünftige Mensch auf seiten der Deutschen, weil sie die einzigen sind, welche diese Schuldenpolitik "noch" nicht unterstützen. Das was die Medien schreiben spiegelt doch in keinster Weise die Meinungs des Volkes wieder.

Im ersten Weltkrieg mussten die Deutschen doch die alleine die Verantwortung übernehmen. Im zweiten genau das Selbe. Irgendwie hat man es nicht so mit den Deutschen auf Seiten der Alliierten.

Gast: aristid
08.08.2012 11:33
11 0

Gut das es Merkel gibt

Sie ist die einzig vernünftige Politikerin in Europa. Von unseren eigenen Volksvertretern kommen ja kaum sinnvolle Beiträge.
Übrigens zahlen die Österreicher pro Kopf sogar mehr als die Deutschen, trotzdem schweigt unser Kanzler lieber anstatt ordentliche Politik zu machen. Gut das wenigstens Merkel unsere Interessen vertritt.

War nicht sie es

Die gemeint hat Deutschland müsse Kompetenz an Brüssel abgeben ?

Re: War nicht sie es

Ganz ehrlich: Weiss ich nicht. Aber egal, sie tut´s ja. Nur muss das langsam passieren. Für das heimische Publikum sozusagen.
Ist doch bei Allen gleich: "In Brüssel" sagen sie ganz was anderes, als "zu Hause". Diese Herumtaktiererei hat übrigens das Problem verursacht.

Alle wollen, dass die Deutschen für die Fehler der maroden Staaten blechen und Merkel wehrt sich dagegen. Gibt es ein geeigneteres Feindbild um von der eigenen Schuld abzulenken?

http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinungen/gastkommentare/475558_milliardengrab_eurorettung.html

Europa braucht eine bessere Perspektive wie eine Schulden- und Bankenunion

Europa braucht ein neues Finanzierungsmodell für Staaten, das
* ohne US-Ratingagenturen auskommt
* (weil es) die Staatsfinanzen vom Finanzmarkt trennt
* das Schuldengeflecht zw. Ländern auflöst
* einen einfachen Schuldenschnitt ermöglich
* die Realwirtschaft/ Bürger an den Zinszahlungen beteiligt
* die Anleihezinsen reguliert
* die Staaten unabhängig von Banken macht
* die Staatsschuldenkrise für immer beendet
* die Demokratien festigt
* den Sozialstaat nicht gefährdet
* im bestehenden System funktioniert
* Europa kooperativ zusammenhält
* den beginnenden Streit in Europa zwischen den Ländern sofort beendet!!!

Das Gute ist, dieses Finanzierungsmodell gibt es bereits und muss nur noch von den Medien aufgegriffen werden:

http://oekonetik.info/umschuldung

Schulden Adieu!

Danke für die zahlreichen Minus :-)

SO viel Aufmerksamkeit hätte ich mir gar nicht verdient.

Nochmals vielen Dank.

PS: Und vielen Dank an jene Menschen die selbständig denken können und sich von zahlreichen Minus-Bewertungen nicht beeindrucken lassen :-)

€uropa braucht weniger Politiker und weniger Beamte also weniger Staat!



Die Strafen für Korruption für Beamte und Politiker müssen verzehnfacht werden!

Veruntreuungen wie die zuletzt übernommen Schuldengarantien für andere Länder müssen mit massiven Strafen belegt werden.

Re: €uropa braucht weniger Politiker und weniger Beamte also weniger Staat!

Sie wissen schon, dass dieses Modell weniger Staat bedeuten würde. Ober wie würden Sie das derzeitige Modell bewerten, das praktisch jeden Tag einen politischen Eingriff in die Marktwirtschaft bringt. Der ESM ist praktisch nichts anderes als die außer Kraft Setzung der Marktwirtschaft zugunsten einer politischen Finanzplanwirtschaft.

Sie können tatsächlich kein sachliches Argument dagegen aufbringen!

PS: Bitte lesen Sie das Konzept. Erst dann werden Sie verstehen, warum die Gegner nur mehr stumpfsinnig mit [-] bewerten.


Re: Sie können tatsächlich kein sachliches Argument dagegen aufbringen!

Ohne jetzt irgendetwas kindisch mit +/- bewerten zu wollen, meine persönliche Sicht:
Der Versuch, den Profit an Staatsverschuldung umleiten zu wollen, ist löblich. "Schulden Adieu" ist allerdings definitiv irreführend, da sich "nur" die Struktur ändert, d.h. weniger Auslandsschulden, dafür mehr Inlandsschulden. Dass Inlandsschulden besser sind als jene im Ausland, bestreite ich nicht. "Besser" ist aber nicht "gut". Und hier liegen auch meine Bedenken.

Auch bei Ihrem Modell müssen die Anleihenkupons über den Bürgerkredit-Zinsen liegen. Unbestreitbar ist, dass die Zinslast für den Staat niemals über Wachstum minus Inflation liegen darf => Zinseszins/Schuldenspirale. Das Ende wird uns gerade ziemlich eindrucksvoll aufgezeigt.

Was machen Sie bei einer Rezession von (soll´s ja geben) 5%?
Das eigentliche Problem sind die Schulden. Auch wenn man sie bei sich selbst macht.

Re: Re: Sie können tatsächlich kein sachliches Argument dagegen aufbringen!

Das es in einer Wirtschaft auch eine Rezession geben kann ist nicht das Problem der Modells.

Tatsache ist, dass mit dem Modell die Rezession leichter abgefangen werden kann, weil die Anleihezinsen nicht steigen und die Zinsauszahlungen für die Staatsschulden besteuert werden können. Das heißt, dass die Zinslast für den Staat verglichen mit dem derzeitigen System sinkt und nicht steigt.

"Schulden Adieu" zu kritisieren - naja irgendwie komisch...
Soll aber heißen, das die Schulden im Spread zwischen Leit- und Kreditzinsen in einer Endlosschleife gehalten sind (in der IT würde man das "man in the middle attack" im Positiven nennen;)

""nur" die Struktur ändert" und was meinen Sie was man ändern sollte?

Alles in allem weiß ich noch immer nicht ob Sie das Modell gegenüber dem derzeitigen bevorzugen würden (Benchmarking). Klar ist, dass Sie versuchen es irgendwie abzuwehren.

Re: Re: Re: Sie können tatsächlich kein sachliches Argument dagegen aufbringen!

Da habe ich mich wieder ein wenig unklar ausgedrückt;-)
Ja, ich halte das Modell für eine Verbesserung gegenüber dem Derzeitigen.
"Verbesserung" jedoch i.S. eines Dartpfeils, der nicht mehr einen Meter sondern nur noch einen halben an der Scheibe vorbeigeworfen wird.
"Vorbei" deshalb, weil Schulden und der damit zwangsweise verbundene Zinseszinseffekt das Problem darstellen, nicht die Staatsangehörigkeit des Gläubigers (mal ganz überspitzt formuliert).
"Ich borge mir selbst was" (und nichts anderes ist dieses System) muss zwangsweise mit Geldmengenausweitung einhergehen.

Re: Re: Re: Re: Sie können tatsächlich kein sachliches Argument dagegen aufbringen!

Die Lösung ist eine Drop-out Lösung aus dem derzeitigen System und nicht das Ende. Sobald die Umschuldung und der Schuldenschnitt geschafft ist, können die Zinsen auf Null gestellt werden.

Wozu dann noch Zinsen?

Die nächsten Punkte des Modells bringe ich erst wenn der Drop-out verstanden ist - und öffentlich diskutiert wird. Glauben Sie mir die Scheibe wird noch getroffen ;-)

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Die Deutschen zahlen und lassen sich dafür beschimpfen - wie lange noch?

Die Deutschen sind immer noch Opfer ihrer Geschichte und glauben, sich täglich entschuldigen zu müssen (und zu zahlen). Weil sie immer buckeln und sich alles gefallen lassen, werden die Beschimpfungen immer aggressiver.
Was würde geschehen, wenn ein Land mit einem starken Führer, wie beispielsweise die Türkei, derartig angegriffen würde? Man kann es sich vorstellen.
Also werden die Deutschen weiterzahlen, bis eine andere Generation die politische Verantwortung übernimmt und die Vergangenheit eben als Vergangenheit betrachtet, aber nicht als immerwährende Schuld, die nie endet.

Re: Die Deutschen zahlen und lassen sich dafür beschimpfen - wie lange noch?

Da steckt die Sozialistische Internationale (Vereinigung) dahinter.
Seid nicht so naiv.

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Re: Die Deutschen zahlen und lassen sich dafür beschimpfen - wie lange noch?

das ist so, weil es nach dem Krieg sich so ergeben hat und die Deutschen in ihrer Naivität geglaubt haben, dass es mit Geld geht.
Nun wird erstamals der Geldhahn nicht mehr automatisiert und schon kriechen sie aus allen Winkeln und jammern und beschimpfen.
Da passt dann das Vorhauturteil genau hinein.

Antworten Gast: Global Player
08.08.2012 11:28
2 0

Re: Die Deutschen zahlen und lassen sich dafür beschimpfen - wie lange noch?

sehe ich auch so !! man muss u. darf die(diese) geschichte nie vergessen aber was hat das eine mit dem anderen zu tun,wenn jeder auf der welt durch krieg,mord u. vertreibung zu schaden gekommene erbe(denn diese generation ist heute am werken u. nicht mehr die wirklich betroffenen) auf wiedergutmachung plädiert dann können wir aufhören in die zukunft zu blicken!! ausserdem, wer heute meint dass die nächste generation von deutschen(inkl. aller ausländ. volksgruppen die in deutschland leben) bereit ist für die vergangenheit weiter milliarden an problem u. pleite- staaten zu bezahlen wird sich wundern wie absolut sich die heutigen 15-30 jährigen von der jetzigen generation inkl. der die aktuell am politischen ruder sitzt underscheidet !! mein fazit: kein land in europa das in die pleite gerutscht ist bzw. sich gerade auf den weg dahin befindet ist jetzt auf grund des 2ten weltkriegs dort sondern weil es in den letzten jahren wirtschaftlich falsch,träge,fahrlässig u. zusätzlich zu übersozial gehandelt hat!! ps: dass grosse investoren jetzt auch noch geld aus europa abziehen sollte selbst den grössten schmähführern in diversen schimpfer- ländern die hasserfüllten augen öffnen u. diverse bevölkerungsschichten endlich mit arbeit u. leistung beginnen lassen,auf die deutschen schimpfen kann man dann immer noch,auch wenn man sich selbst erhält u. nicht auf sozialgeschenke(rettungsschirm) angewiesen ist !! heute z.b wäre ein schöner tag um die ärmel aufzukrempeln .......

Re: Re: Die Deutschen zahlen und lassen sich dafür beschimpfen - wie lange noch?

die deutschen haben jahrelang von ihren exporten nach griechenland, spanien, portugal..... profitiert. es war bekannt, das griechenland und co ihre waffen und sonstiges auf kredit kaufen und ihre kredite niemals zurückzahlen können. jetzt zu weinen ist nur show fürs dumme wählervolk.

Re: Re: Re: Die Deutschen zahlen und lassen sich dafür beschimpfen - wie lange noch?


Wieso haben die Deutschen vom Export nach Griechenland so profitiert.
Sie lieferten die Waffen und gaben den Kredit gleich dazu.
Da die Kredite und die Zinsen nie zurückgezahlt werden-- wo ist der Profit der Deutschen ?

Der beste Verbündete der Deutschen war immer die USA

Nur den USA verdanken sie ihre wiedereinstieg in die westliche Staatengemeinschaft nach dem Krieg und auch große Teile der wirtschaftlichen Erhohlung.

Aber die Deutschen waren halt wieder einmal so blöd und haben geglaubt sich an die Franzosen (und Italiener) anbinden zu müssen und dafür die USA hassen zu müssen.

Jetzt fallen ihnen diese falschen Freunde in den Rücken und die USA will von Deutschland auch nicht mehr viel wissen.

D steht alleine da und das wird sehr sehr teuer werden.

Ich gebe Ihnen mit einer Ausnahme Recht. Die USA sind keine Freunde !



Die USA selbst treiben ja Deutschland zu noch mehr Schuldenübernahme und wollen dass man die Gelddruckmaschine anwirft.
Die USA versuchen ständig €uropa in Ihre Kriege mit reinzuziehen!

Wer die USA als Freund hat braucht keine Feinde mehr !!!

 
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