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Gastkommentar: Was heißt hier Solidarität?

01.09.2012 | 18:15 |  von Erich W. Streissler (Die Presse)

Rund 170 Ökonomen haben Anfang Juli öffentlich gegen die geplante Bankenunion protestiert. Darunter auch Erich Streissler. Für die "Presse am Sonntag" legt er umfassend seine Bedenken dar.

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Erstaunliche Aufregung hat ein von mir mit unterzeichneter, meines Erachtens ganz selbstverständlicher Aufruf gebracht: „Wir ... sehen den Schritt in die Bankenunion, die eine kollektive Haftung für die Schulden der Banken des Eurosystems bedeutet, mit großer Sorge. Die Bankschulden sind fast dreimal so groß wie die Staatsschulden ... Es ist schlechterdings unmöglich, die Steuerzahler, Rentner und Sparer der bislang noch soliden Länder Europas für die Absicherung dieser Schulden in die Haftung zu nehmen, zumal riesige Verluste aus der Finanzierung der inflationären Wirtschaftsblasen der südlichen Länder absehbar sind.“

Hätte ich diesen Aufruf selbst formuliert, so hätte ich die Wörter „schlechterdings unmöglich“ freilich vermieden und stattdessen erstens darauf hingewiesen, dass es undemokratisch ist, den kleinen österreichischen Steuerzahler zur Kasse zu bitten für die Abdeckung der massiven Verluste von großen Bankiers, und zweitens betont, dass hier der inländische Steuerzahler, Pensionist und Sparer zur Finanzierung von Schulden im fernen Ausland, zumal in Spanien, belangt werden soll. Als Demokrat würde ich es hinnehmen, wenn solches in einer Volksabstimmung durch den österreichischen Wähler beschlossen worden wäre. Aber nein, gefordert wird, wir müssten uns solidarisch zeigen mit Ausländern, über deren Aufnahme in den Euroraum wir nie abgestimmt haben; und wir müssten unsolide fremde Banken sanieren.

Die geforderte Solidarität heißt, das Geld unserer Steuerzahler an reiche, uns fremde Spekulanten zu verschleudern.

Seit Anfang dieses Jahrtausends, seit 2000, ist es freilich gar nicht so leicht, investive Anlagemöglichkeiten für die Weltersparnisse zu finden. Wohin also mit unseren Sparüberschüssen? In Österreich zum Beispiel betreiben die etablierten Unternehmen weitgehend Selbstfinanzierung, benötigen also kaum Kapital von außen, und die Banken müssen verzweifelt nach Anlagemöglichkeiten für die Ersparnisse suchen. Das sagen sie Ihnen freilich nicht gern, aber man erkennt es an den außergewöhnlich niedrigen langfristigen (zehnjährigen) Staatsschuldenzinsen: derzeit nur zwei Prozent in Österreich, in Deutschland noch um ein halbes Prozent niedriger.

Für die gesamte Welt müssen die Ersparnisse genau gleich den Investitionen sein; das heißt seit dem Jahr 2000, in Zeiten schwacher Kapitalnachfrage also, werden die realisierbaren Ersparnisse durch die erzielbaren Investitionen limitiert. Überschüssige Weltersparnisse werden reduziert auf die Höhe der Investitionen durch zusätzlichen Privatkonsum in den nicht sparenden Ländern, durch zusätzliche Staatsausgaben sowie durch Fehlinvestitionen, das heißt durch beabsichtigte Investitionen, die sich als unrentabel erweisen. Merkwürdigerweise nimmt das bis vor Kurzem reichste Land der Welt, die USA, etwa zwei Drittel aller Sparüberschüsse der einzelnen Länder auf, derzeit 483 Milliarden Dollar. Und finanziert wird das, rein rechnerisch, fast genau durch die Sparüberschüsse von Deutschland (209 Milliarden), China (197 Milliarden) und Japan (89 Milliarden) zusammen. Und so ähnlich geht es schon seit Langem.

Den offiziellen Zahlen zufolge hatte die entwickelte Welt im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts – entgegen dem Optimismus der Banken – nur mehr ein ganz schwaches Wirtschaftswachstum: Deutschland im Schnitt 0,75 Prozent pro Jahr, die USA nur 0,65% pro Jahr. Aber diese Rechnung ist in Wahrheit, zumal für die USA, immer noch erheblich nach oben verzerrt. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) berechnet nämlich das Sozialprodukt nach Maßgabe der erstellten Rechnungen, nicht aber danach, ob diese (im jeweiligen Jahr) auch bezahlt wurden! Und 2007 bis 2009 wurden, zumal in den USA (aber auch in Spanien!), viele Eigenheime erbaut, die nie bezahlt wurden. Alan Greenspan, wahrhaft kein Wachstumszweifler, rechnet, dass die USA von 2007 bis 2009 120 Prozent eines Jahressozialproduktes an unbezahlten Rechnungen verloren haben, also ein schwer negatives Wachstum erzielten. Ein weiterer nicht berücksichtigter Abzugsposten sind die zunehmenden Umweltkatastrophen: Vernichtungen von aus Vorperioden stammendem Kapital werden in der VGR nicht berücksichtigt. Umgekehrt aber wird die bloße Reparatur oder die Wiederherstellung solch vormaligen Kapitals als Wertsteigerung gerechnet.

Doppelzählung. Noch eine weitere Rechnungsverzerrung muss betont werden: Während öffentlich finanzierte Bildungs- und Gesundheitsleistungen sicherlich sozialprodukterhöhend sind, ist das bei den Ausgaben für die allgemeine Verwaltung nicht so klar. Zahlungen an Pensionisten werden nicht zum Sozialprodukt gerechnet, wohl aber solche an Bedienstete in der allgemeinen Verwaltung. Die Dienste in der allgemeinen Verwaltung gehen zu ihren Kosten in das Sozialprodukt ein und sind in einem gut funktionierenden Staat zwar höchst nützlich, aber sie sind nur Zwischenprodukte, nicht Endprodukte, und nur solche sollten im Sozialprodukt aufscheinen: Dass mich der Polizist schützt, macht es möglich, dass ich meinen wirtschaftlichen Aufgaben ungestört nachgehen kann; aber diese meine wirtschaftliche Tätigkeit wird ohnehin schon im Sozialprodukt veranschlagt. Rechnet man auch noch, was der Polizist erhält, so handelt es sich also um eine Doppelzählung. Krass wird diese Fehlveranschlagung im Falle Griechenlands, wo das Sozialprodukt durch unkontrollierte und unnötige Anstellungen im öffentlichen Dienst aufgebläht ist und die Wirtschaft sonst fast nur noch aus agrarischer und sonstiger Selbstversorgungsproduktion besteht. Griechenland ist zwar ein hoffnungsloser und wohl bereits unsanierbarer Abgrund, aber ein quantitativ nicht sehr bedeutungsvoller: Ob es – weiter – zusammenbricht, macht nicht mehr viel aus, außer, dass es den Beweis erbringt für die wirtschaftliche Urteilsunfähigkeit europäischer Politiker.

Das große Problem Kontinentaleuropas ist vielmehr die Grenze, die südlich und westlich von Österreich und der Schweiz und westlich von Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden verläuft: auf unserer Seite Europas Überschussländer und auf der anderen die Defizitländer. Die Schweiz und Norwegen haben riesige Leistungsbilanzüberschüsse von gut 13 Prozent ihres Sozialproduktes und Deutschland das absolut höchste: von zwar „nur“ 5,4 Prozent, aber das sind fast 210 Milliarden Euro. Da ist die erste Frage bereits: Wo werden diese Summen investiert? Österreich hat einen bescheidenen Überschuss von 2,2 Prozent des BIPs und ein Budgetdefizit, das bereits im Vorjahr und heuer wieder unter der in Maastricht vorgeschriebenen Grenze von drei Prozent des BIPs verbleibt. Auf der anderen Seite der genannten Grenze liegt vor allem einmal Spanien mit einem gewaltigen Leistungsbilanzdefizit von 2,8 Prozent und einem gigantischen Budgetdefizit von 6,6 Prozent des Sozialproduktes. Die Defizite von Frankreich sind – mit 2,1 Prozent Leistungsbilanzdefizit und 4,4 Prozent Budgetdefizit, aber bezogen auf ein größeres Sozialprodukt – absolut gesehen noch größer. Und Italien hat den höchsten Verschuldungsprozentsatz, aber nur ein prozentuell etwas kleineres Budgetdefizit von 2,7 Prozent und ein Leistungsbilanzdefizit von 2,4 Prozent. Die hauptsächlichen Problemländer sind also Spanien und auch Frankreich(!). Wenn wir über Kontinentaleuropa hinausschauen, dann ist es England, das das höchste Budgetdefizit von gigantischen 8,3 Prozent des BIPs (bei zwei Prozent Leistungsbilanzdefizit) aufweist, noch größer sogar als das von Griechenland mit „nur“ acht Prozent. Das absolut größte und daher am schwersten finanzierbare Budgetdefizit weisen die USA auf: 7,6 Prozent des BIPs – und das zusammen mit dem relativ und absolut höchsten Leistungsbilanzdefizit von vollen 3,2 Prozent des Sozialproduktes.

Damit ist gesagt, warum eine Bankenunion und eine europaweite Bankhaftung so beunruhigend sind. Bankschulden und Staatsschulden sind eng verzahnt. Die kontinentalen Bankschulden liegen aber alle im Süden und Westen Europas; und wir sollen dafür haften (man spricht von 100 Milliarden gleich einmal für Spanien). Ja, noch mehr, die Deutschen und auch wir Österreicher haben unsere Banken bereits saniert, und jetzt sollen wir für die anderen Banken noch einmal Geld hergeben, weil die dortigen Länder die Sanierung immer weiter hinausgeschoben haben.

Ganz besonders bitter ist das für uns Österreicher. Die österreichischen Großbanken hatten einen vormals für ausreichend erachteten Sicherheitspolster von gut sechs Prozent der Einlagen. Mehr war nicht nötig, weil sie kaum in internationalen Finanzprodukten spekulierten. Sie finanzierten hauptsächlich das Hauseigentum in Süd- und Südosteuropa. Die diesbezüglichen Sicherstellungen wurden mit viel Trara bereits vor einem Jahr weiter angehoben, weil die Kredite sicherheitshalber in Euro oder Schweizer Franken vergeben worden waren, aber die eigenen Währungen der genannten Südoststaaten abwerteten, wodurch die österreichischen Fremdwährungskredite für die südosteuropäischen Kreditnehmer zur stärkeren Belastung wurden. Überdies wurde vor gut einem Jahr eine zusätzliche Bankenbesteuerung in Österreich eingeführt und etwas später wurden den anderen Großbanken dann auch noch die – international gesehen relativ kleinen – Verluste der „Volksbanken“ zur Finanzierung auferlegt. Als Volkswirt, wenn freilich nicht so sehr als Bankmiteigentümer, begrüße ich dieses klassische Verfahren nach altem Muster: Bei erheblichen Finanzproblemen belaste man die Bankeigentümer, aber nicht den allgemeinen Steuerzahler.

Und jetzt soll ich genau das Umgekehrte bezüglich Süd- und Westeuropa erfahren! Nunmehr soll ich hier nochmals als direkt nicht betroffener Steuerzahler für riesige ausländische Bankverluste haften. Es sage niemand, das koste mich nichts, denn es sind nur Kredite: Da die Europäische Zentralbank Kredite zu läppischen 0,75 Prozent vergibt, fehlen mir (als Miteigentümer) zumindest entsprechende Kapitalerträge. Wahrscheinlich werden sich obendrein auch noch die Kredite (mindestens teilweise) als nicht rückzahlbar erweisen.

Kredite an notleidende Wirtschaften erweisen sich historisch gesehen immer wieder als Geschenke. Ich kenne freilich bedürftigere Geschenkempfänger als die Spanier! Ich sehe nicht ein, warum die dortige milliardenfache Gewährung fauler Kredite durch uns alle abgedeckt werden sollte. Mir schiene es gerechter, Partizipationskapitale, in denen die Spanier wild spekuliert haben, abzuschreiben und notfalls auch einen Teil der oft hohen spanischen Spareinlagen zu kürzen. Sanierung fauler spanischer Kredite also hauptsächlich in Spanien selbst!

Ja, noch mehr: Gerade weil wir in Österreich exzeptionellerweise einen besonders mutigen und innovativen Weg der langfristigen Budgetsanierung gefunden haben, sollen wir nun kräftig bluten für Spanien, das noch gar keinen Vorschlag machen kann, wie es aus der staatlichen Misswirtschaft von Schulden und immer größeren Schulden herauskommen könnte. (Offiziell heißt es, EZB und Auslandshilfe seien nur Überbrückungsmaßnahmen, doch erfahrungsgemäß führen Überbrückungen nur zur weiteren Verzögerung zielführender Sanierungen.)

Der von Finanzministerin Maria Fekter mit Unterstützung durch Bundeskanzler Faymann und Staatssekretär Schieder entwickelte neue Budgetplan ist völlig neuartig. Bisher (bis 1994) erhöhte man die Staatsausgaben bei zurückfallender Konjunktur. Ursache des Konjunkturabfalls war ja typischerweise ein Ausfall der privaten Baunachfrage, der durch zusätzlichen öffentlichen Bau ersetzt wurde. Das war aber nur sinnvoll bei einem sehr kurzfristigen Ausfall der Privatnachfrage, wobei die Bauarbeiter bald wieder in ihre angestammte privatwirtschaftliche Tätigkeit zurückkehren konnten. Tut man dasselbe in den immer länger währenden rezessiven Abschwüngen, wie derzeit in den USA mit ihrem bereits vier Jahre dauernden Abschwung, dann verlagert man für immer Beschäftigung, wenig produktiv, in den öffentlichen Sektor.

Daher nunmehr die Königsidee: Wir regen die Wirtschaft an, indem wir die Staatsausgaben umgekehrt reduzieren: Es ist beschlossen, nunmehr über fünf Jahre Staatsausgabenkürzungen von 26 bis 27 Milliarden Euro, also von insgesamt 7,5 Prozent des Sozialproduktes (im Schnitt 1,5 Prozent pro Jahr), vorzunehmen. Das sind so starke Budgetkürzungen, wie in Österreich nie davor in so kurzer Zeit. Diese Budgetkürzungen sollen vor allem wenig produktive Staatsausgaben, zum Beispiel eingefahrene alte Subventionen, betreffen. Sie sollen durch Reduktion der laufenden Steigerungen der Beamtengehälter erzielt werden. (Warum sollen Beamtengehälter und Pensionen überhaupt noch steigen, wenn die Wirtschaft nicht mehr wächst und wenn alle Inflation auslandsverursacht ist – durch Energiepreissteigerungen und Preissteigerungen bei Grundnahrungsmitteln?) Wenig nachfragesenkende Einnahmenerhöhungen lassen sich auch erzielen durch Besteuerung bisher hinterzogener Einnahmen, zumal solcher, die ins Ausland verlagert wurden. Und schließlich werden auch noch Sondersteuern erhöht, die nur spezielle Einnahmen treffen.

All diese Stoßrichtungen reduzieren also nur wenig die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, doch sie reduzieren immerhin. Aber jetzt kommt das Entscheidende: Dieses Sparbudget reduziert die Zinssätze, die einerseits auf Staatsanleihen, andererseits auf langfristige Privatkredite gezahlt werden müssen. Und Zinssätze sind heute in Europa zentral geworden. Das bedeutet, dass die Staatsausgabenreduktion auch wirtschaftsanregend wirkt. Man kann hoffen, dass die Zinsen auf die österreichische Staatsschuld, relativ gesehen, insgesamt um zwei bis drei Prozent des Sozialproduktes fallen werden, also weniger als zwei Prozent statt fünf Prozent betragen. Das wäre ein Drittel der geplanten Ausgabeneinsparung von 7,5 Prozent des BIPs! In sieben bis zehn Jahren sollten die Budgeteinsparungen die Staatsschuld von jetzt etwa 75 Prozent des BIPs auf das Maastricht-Ziel von nur 60 Prozent reduziert haben. Der österreichische Sanierungsplan plant sogar Budgetüberschüsse durch Schuldenreduktion: Angepeilt ist also ein Wunder, das wir seit den Zeiten von Kamitz und dem ersten Budgetjahr von Androsch nicht mehr kannten: Der Staat als Sparkasse, eine, so würde man sagen, im besten Sinne weibliche Vorsorge! Der Staat schafft finanziellen Raum für zusätzliche Privatinitiativen und fördert diese durch ganz niedrige Zinssätze von derzeit nur zwei Prozent und diese wohl weiter fallend. Man vergleiche das mit den sechs bis sieben Prozent, die Italien und gar Spanien auf zehnjährige Staatsanleihen zahlen müssen. Staatssparsamkeit lohnt sich also über Zinsreduktionen. Gerade durch die grundlegenden Budgetinitiativen von Frau Finanzminister Fekter ist Österreich dabei, eine Quelle neuer Finanzierungsmittel zu werden. Aber damit sind wir wiederum bei meinem Anfangsthema. Wenn diese nur mühsam erzielbaren Mittel für eine „kollektive Haftung für Schulden der Banken des Eurosystems“ aufgewendet werden, bringen sie der österreichischen Wirtschaft nichts. Und werden sie zu den nur 0,75 Prozent Zinsen der Europäischen Zentralbank vergeben, so helfen sie höchstens den Bankiers. Sie dürften vielmehr nicht ins Ausland fließen, sondern müssten – mit ihren ganz geringen Zinssätzen – innovative Investitionen im Inland finanzieren.

Zukunftschancen nützen.
Als maßgebliche neue Innovationsfelder sind heute nur zwei in Sicht. Erstens ist hier die Gesundheitsökonomie zu nennen. In diesen Bereichen ist die Österreichische Akademie der Wissenschaften bereits bahnbrechend tätig mit ihren großen Ges.m.b.H., IMBA (Direktor: Penninger) und CEMM (Direktor Superti-Furga). Erwähnt sei nur die bereits weit gediehene Forschung zur Prävention und Heilung von Lungenkarzinom sowie Forschungen zur rascheren Wundheilung. Der Engpass sind hier lediglich die erforderlichen hoch geschulten Forscher.

Aber ein zweiter Bereich ist enorm ausbaufähig und gerade für die Klein- und Mittelbetriebsstruktur Österreichs besonders geeignet: Das ist die Entwicklung neuer Energieträger und neuer Umwelttechnologien zur Milderung des Klimawandels. Hier ist jede Menge neuer Produkte und Technologien gefragt, die der österreichischen Kleintechnologiefreudigkeit entsprechen. Die erforderlichen Technologien – auch öffentlich geförderte – erfordern Langzeitforschung, und hierfür sind gerade sehr niedrige Zinssätze die ideale Voraussetzung. Für den bereits wichtigsten Rohstoff der Zukunft ist Österreich eine hoch wichtige Quelle: nämlich für reines, salzfreies Wasser! Als Energieträger ist weiter zunehmend der österreichische Wald gefragt. Österreich verfügt somit über wesentliche materielle und auch die intellektuellen Voraussetzungen für wegweisende Innovationen im Umweltbereich, für welche niedrige Zinssätze die besten Voraussetzungen bieten.

Und damit können wir eine Antwort auf die Ausgangsfrage geben. Was heißt Solidarität? Gemeinsam die uns naheliegenden Zukunftschancen zu nützen und nicht, wie uns in fremdländischem Interesse nahegelegt wird, bodenlose schwarze Löcher im Ausland zu füllen zu versuchen!

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.09.2012)

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57 Kommentare
 
12

typisch streissler

Spanien ist nicht fernes Ausland.Die Nationalökonomie ist eine veraltete Sichtweise, die mehr Probleme schafft als löst, insbesondere in einer immer mehr vernetzten Welt.Das Mögliche ist oft weniger als das Wünschenswerte.
Mit dieser Realität müssen Politiker und wir alle leben.Empathie ist etwas, was im Streissler'schen Universum keinen Platz hat.Das Grundproblem besteht aber darin, dass wir( die meisten zumindest) noch immer keine Europäer geworden sind.Dass jemand (in der EU)sagt, Spanien oder Griechenland seien fremdes Ausland , darf nicht passieren und wenn es passiert, müsste eine Lawine des Protests losbrechen.

Lieber Herr Streissler,

erst nach dreimaligem Lesen gelang es mir, Ihren Artikel als beißende Satire auf den real existierenden Sozialismus in Österreich zu erkennen.
Seien Sie bitte so lieb, Ihre staatstragenden (und staatsgetragenen, wenn nicht sogar staatlich beauftragten) Mitteilungen für einen Legastheniker und Analphabeten wie mich künftig als komödiantisch verkleidete Schönfärberei einer unheilbar krebsartigen Verschuldungsorgie zu deklarieren.

(Zur Erhellung Ihrer charmanten Staatsgläubigkeit dürfen Sie gerne einen Blick in meine Steuerbescheide der letzten Jahre werfen. Dann wissen Sie, was eine Lawine ist, ohne jemals Schnee gesehen zu haben.)

Gast: Datenverarbeiter
03.09.2012 16:27
2 0

Österreichs mutiger und innovativer Weg der langfristigen Budgetsanierung in Zahlen!

 
1) Plan Ausgaben Bund 2012:
http://www.bmf.gv.at/Budget/Budgetsimberblick/Sonstiges/Budgetsimberblick/Budgetentwurf2012/2012_Gesamtueberblick_WEB.pdf
 
Geplante Ausgabensteigerung um +4,9%! Höhere Ausgabensteigerungen als das Wirtschaftswachstum und auch höher als die Teuerungsrate, ein Wahnsinn schon von den Vorhaben, Sanierungsversuche rein "Einnahmenseitig". Bei Zwangsabgaben von 40.000.- Euro pro Haushalt schwer krank!
 
2) Laufender Budgetvollzug 2012, jeweils nur Periode Januar bis Juli, aus Bundessicht:
https://www.bmf.gv.at/budget/akthh/2012/201207hauptueberblicke.htm
 
Ausgaben 2011: 40.821,9 Mio.
Ausgaben 2012: 42.590,5 Mio. (+4,3%)
Also schnelleres Wachstum als die Teuerungsrate und Wirtschaftswachstum!
 
Einnahmen 2011: 33.647,0 Mio.
Einnahmen 2012: 34.124,7 Mio. (+1,4%)
Trotz dem vollen Abkassieren der kalten Progression, also dem Raubzug an den Leistungen der Realwirtschaft und einer höheren Abgabenquote, konnten die gewünschten Gelder nicht eingenommen werden. Die Menschen schaffen es niemals den gierigen Staat zu finanzieren, es geht dem Ende zu.
 
Defizit 2011: 7.174,9 Mio.
Defizit 2012: 8.465,8 Mio. (+18%)
Trotz höherer Abgabenquote steigt das Defizit sehr dynamisch und ist jeder vernünftigen Finanzgebarung entfleucht.

3) Sanierungspläne der Regierung:
Es sind Pläne zum 80%igen "einnahmenseitigen Sparen" wenn man auch die kalte Prog. berücksichtigt.
 
Was ist daran Neu, was ist daran Innovativ?
 
Es wird ein neuerliches Totalversagen!

Gast: sdffd
03.09.2012 14:58
2 0

@Warum sollen Beamtengehälter und Pensionen überhaupt noch steigen, wenn die Wirtschaft nicht mehr wächst und wenn alle Inflation auslandsverursacht ist – durch Energiepreissteigerungen und Preissteigerungen bei Grundnahrungsmitteln?

Weil die Preissteigerungen schlagend werden, egal woher sie kommen.

Man hungert also die Beamten und Pensionisten aus. Zu wessen Gunsten ?

zuerst hat man die Politik uninteressant für gute Kräfte gemacht: Die sehr, sehr teuere Rechnung bekommen wir jetzt möglicherweise präsentiert.

Nun machen wir alle Beamtenjobs unattraktiv für gute Kräfte: Was wird wohl die Folge sein ?

Das OBWOHL wir mit Griechenland ein warnendes Beispiel vor Augen haben wohin mieseste, korrupte Vetternwirtschaft und Politik und schlechtest ausgestattete Verwaltung führt. Oben im Kommentar ja treffend beschrieben.

In Wahrheit braucht es nicht sparen, sparen, sparen sondern mehr Ausgewogenheit und Vorwärtsstrategie mit Hirn (Von erfahrenen Kräften, nicht Milchbubis).

Auch: Dinge beim Namen nennen zu dürfen und auch Konsequenzen die darauf folgen
http://www.andreas-unterberger.at/2012/09/genderismus-wegen-erfolglosigkeit-in-konkurs/
(nicht wie in Ö üblich gegen den der Mißstände aufzeigt sondern gegen den Verursacher der Mißstände).

Das Klima (PC-)Verlogenheit austrocknen: auch hier in der "Presse".

Mehr Unterstützung für Unternehmensstarts statt Hürden über Hürden von Kammern ersonnen in äh "öffentlichen Interesse" (derer die keine Mitbewerber wollen),

Mehr Unterstützung für brauchbar Neues, abblocken von bewiesen Schlechtem (E10 etc) echte Risikokapitalfonds die diesen Namen verdienen,

Mehr Miteinbindung aller guten Kräfte (nicht nur der Schreier):

Dass das alles geht, zeigt die Schweiz

Gast: Datenverarbeiter
03.09.2012 14:39
2 1

Österreichs Banken sind schon saniert?

Tatsächlich haben die Banken schon mehr als 5 Mrd. vom Steuerzahler überwiesen bekommen, von den Haftungen (J. Pröll hat einen Rahmen bis 100 Mrd. geschaffen!) sind noch immer Zigmilliarden ausständig.
 
Mit Sicherheit hat die Kommunalkredit auch ordentlich mit hochriskanten Staatspapieren gezockt, war also eine Zockerbank. Es wird aber mit hochriskanten Staatspapieren von I und E noch immer weitergezockt, auf Steuerzahlerverantwortung!
 
Eine Zockerei waren auch die Übernahmen von Banken in Osteuropa. Die ÖVAG brauchte wegen dieser Zockerei auch schon eine Milliarde von den Steuerzahler. Die gleiche Zockerei hat auch die HGAA betrieben, welche auch viele Milliarden kosten wird, Gelder von den Anderen! Diese Zockerei hat auch die Erste ordentlich in Bedrängnis gebracht, korrekterweise wurde die Abwertung aber auch schon zum wesentlichen Teil vorgenommen. Sicherheit ist trotzdem noch nicht erreicht.
 
Auch die extrem aggressive Kreditvergabe in den CEE Ländern kann durchaus als Zockerei betrachtet werden. Die RBI hat ja auch aktuell über 11% an NPL gemeldet. Das, obwohl in den Jahren 09/10 erhebliche Umschuldungen und Stundungen zur Vermeidung von NPLs gemacht worden sind. Diese 11% sind mehr als das gesamte Eigenkapital der RBI (inkl. staatlichen Partizipationskapital!)
 
Das Risiko von den Ö Banken, bei einer Gesamtbetrachtung inkl. dem CEE Risiko, liegt mit Sicherheit noch bei über 20 Mrd. Euro. Das gilt besonders dann, wenn es einen Konjunkturabschwung geben wird.

Gast: Francis Hummel
03.09.2012 09:35
3 1

Nicht ernstzunehmen

Schöne Worte von Prof. Streissler. Es gibt nur zwei Probleme:

1. Er lobt das Sparpaket, dass eigentlich nur ein schlechter Witz ist. Was ist an diesem Witzpaket "mutig und innovativ"?
2. Warum tut er das? Richtig, weil er im Staatssold steht.

Das meiste was er sagt, unterschreibe ich. Aber Österreich als Insel der Seligen hinzustellen, da erkennt man einfach, dass er nichts anderes als das verlängerte Sprachrohr einer staatlichen Institution ist. Österreich wird beim kommenden Finanzcrash der westlichen Welt eine führende Rolle einnehmen - denn von einem Spargedanken ist in Ö nirgends etwas zu spüren. Die Regierungs nahm die Krise ab 2008 dankbar als Anlass die Staatsquote in die Höhe zu schrauben. Reduziert wurde sie seitdem halt nicht mehr. Ist ja schön, Geld, Macht und Posten für unnötige und ineffiziente Investitionen zu verteilen. Österreich halt.



Sichtweite bei Nebel

"Als maßgebliche neue Innovationsfelder sind heute nur zwei in Sicht." Sehr weitsichtig ist das nicht. Bekanntlich erzeugt das wertvollste Unternehmen Ö.s ein an sich wertloses Getränk. Der Chef ist vernarrt in Fliegen und Autorennen. Daß die Softwareindustrie zwangsläufig eine Zukunftssparte ist, hat weder diesen Mann gereizt noch einen "tollen New-Economy-Finanzminister" oder gar dessen "Diese Internet-Generation"-Bundeskanzler, aber auch nicht den aktuellen Autor.

Re: Sichtweite bei Nebel

Das ist eine andere Baustelle. Dietrich Mateschitz, dem Österreich heftig dankbar sein sollte — meines Wissens werden die meisten Steuern des Red-Bull-Konzerns hier entrichtet —, ist ein Meister des Marketings. Und nichts anderes ist Red Bull.
Ob das Getränk nun wertvoll oder wertvoll ist, spielt keine Rolle. Dieselbe Frage könnten Sie zu den Produkten von McDonald's, Nike, Gucci, Rolex, Apple oder Tchibo stellen.
Entscheidend ist aus wirtschaftlicher Sicht, dass die Leute das Produkt mögen und kaufen; nur das belebt die Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze.
Alles andere (z.B. Wind- und Solarenergie) sind kleinbürgerliche, physikalisch unsinnige Träume, die nur dank irrwitziger Subventionen ein kurzes und (für uns alle) sündteures Aufflackern erleben dürfen.
Red Bull hat niemals einen Cent Steuergeld erbeten oder erhalten, ist aber weltweit erfolgreich. Ob es nun "wertvoll" ist, ob der Chef in Trendsportarten investiert oder nicht — das geht uns absolut nixxx an. Er macht sein Ding, und er macht es professionell. Das sollte uns (und ganz Österreich) genügen.
Übrigens: Almdudler, wenn auch in kleinerem Maßstab, entwickelt sich allmählich auch zur Weltmarke. Schlecht?

Antworten Antworten Gast: radius
04.09.2012 10:55
0 0

Red Bull hat nie einen Cent Steuerschilling erbeten,

meinen Sie das im Ernst?

Red Bull investiert in Alternativenergie und erhält Förderungen.

Prioritäten gut geordnet

Danke für die klar geordneten Zusammenhänge und Prioritäten. Bin ganz bei Ihnen: Wenn die Ressourcenvergeudungen nicht schneller vorringert werden, können wir annahmen, dass die Umweltschäden den Staaten neue Hürden auflegen. Hohe Zinsenbelastungen engen die demokratiepolitischen Spielräume ein, daher ist gute Bonität goldeswert, wir hoffen Karlsruhe wird das erkennen. "Man erblickt nur, was man schon weiß und versteht" (J.W.v. Goethe 1819)
Daher sei Ihnen herzlich gedankt.

Gast: solidaritätstattbankergelder
02.09.2012 17:18
8 0

die banken/schuldentransferunion wird den deutschen u.österreichern in eine jahrzehntelage schuldenknechtschaft treiben- armutspensionen nach 40 beitragsjahren/zahlungen werden die norm im asvg bereich sein- die sozialisten und ihre banker ziehen auch in Ö ihr bankensubventions u.sozialabbauprogramm eiskalt durch(asvg pensionsabbau..)


Eine Information zum Europäischen Geldwäsche- und Umverteilungssystem.

http://www.conwutatio.at/index.php?option=com_content&view=article&id=63:geldschwemme-ezb&catid=5:europaeische-politik

Vertrag und Recht sind im Euroraum vom Tische gefegt wie nichts.

Aufwachen, Leute.

Re: Eine Information zum Europäischen Geldwäsche- und Umverteilungssystem.

Gratulation zu Ihrer ganz ausgezeichneten Darstellung der Lage im Euroraum, auf die Sie mit Ihrem Link verwiesen haben!

Allerdings schrecken auch Sie (genau wie gestern Streissler und heute Eva Pichler in "Die Presse") davor zurück, das Übel an der Wurzel zu packen: Alle diese katastrophalen Entwicklungen würde es nicht geben, wenn man nicht gegen alle wirtschaftliche Vernunft - und nur um die Eitelkeit der Franzosen, die die starke D-Mark nicht mehr ausgehalten haben, zu befriedigen - die Gemeinschaftswährung Euro für Staaten mit verschiedener, gegeneinander völlig unverträglicher Finanz- und Wirtschaftspolitik eingeführt hätte!

Dass das einzige Heilmittel in dieser verzweifelten Lage die Teilung des bestehenden Euroraumes ist, wagen nur ganz wenige (z.B. Hans-Werner Sinn) zu sagen!

Die Weigerung, die Fehlkonstruktion Euro einzugestehen, ist auch der einzige Grund, weshalb sich die noch zahlungsfähigen Staaten von den (eher im Süden gelegenen) Pleitestaaten bis zum eigenen Staatsbankrott ausbeuten lassen!

Hier endlich die Eitelkeiten zu überwinden und die Notbremse zu ziehen, ist nicht nur für den Euroraum, sondern auch für die EU und sogar für die Weltwirtschaft lebenswichtig!


6 0

Re: Eine Information zum Europäischen Geldwäsche- und Umverteilungssystem.

@ Elisabeth Weiss

Ihr Artikel "Die Geldschwemme der EZB" ist sehr sehr zutreffend, vielen Dank.

Eine Pflichtlektüre für alle Entscheider in Wirtschaft und Politik!

Gast: Halbwissen
02.09.2012 14:33
1 0

Das kann nicht sein !

Die Reichen werden doch immer reicher !

Oder werden nur ein paar kleine Manager und Beamte immer reicher ?

Bravo!

Sehr informativer Artikel, der - ich gestehe mein Unwissen ein - mir erstmals bewusst machte, worum es geht. Die Bankenunion ist für Österreich eine Bedrohung und ein großes Unrecht obendrein. Niemand kann ein Interesse daran haben, sich mit verantwortungslos agierenden Leuten solidarisch zu zeigen, die solcherweise in ihrer Verachtung für das Prinzip Verantwortung auch noch bestärkt und für ihre Lumperei belohnt werden.

Gast: Halbwissen
02.09.2012 13:17
3 0

Das Sparbuch ist sicher !!!

Hat doch die Merkel den Spaniern gesagt.
Kann doch nicht sein das dies nur für Deutschland gilt, oder ?

Gast: Gruftmaus
02.09.2012 11:46
10 0

Hoffentlich

...ist dieser gute Artikel keine Eintagsfliege.
Aber ich will das Glas mal halbvoll sein lassen und verbleibe erwartungsvoll.

m.f.G.
Gruftmaus

3 0

Re: Hoffentlich

wobei der nichtvolle teil mmn. die forderung nach 'milderung des klimawandels' ist aber bitte, als professor wird er sich auch dabei auskennen
:-/

10 0

also,welche politische Partei vertritt diese sehr logische Meinung?

wen kann/soll man wählen?

16 0

Ein langer Artikel, der immer noch viel zu kurz ist!

Das Meiste wird nur angerissen, kann aber in einem Zeitungsartikel nicht schlüssig erklärt werden. Es wird aber klar, dass eine Bankenunion nur dazu dient, die noch zahlungsfähigen Eurostaaten dazu zu zwingen mit Geld, das sie nicht haben, sondern selbst ausleihen müssen, den Konkurs von Banken, die sich verzockt haben, zu verschleiern. Das dient nur “zur weiteren Verzögerung zielführender Sanierungen“! Die auch von uns als Kredit gewährten Gelder werden sich “(mindestens teilweise) als nicht rückzahlbar erweisen”. Das ist vorsichtig ausgedrückt, es gibt keine reelle Chance, dass wir dieses Geld wieder sehen!

Leider sagt Streissler nicht, dass dies derselbe Mechanismus ist wie bei den diversen “Rettungsschirmen”, wo auch den Gläubigerbanken von uns ausgeliehenes Geld gegeben wird, um Zahlungsunfähigkeit - hier von Staaten - zu verschleiern.

Gesagt wird zur Beruhigung immer, dass das “nur” Haftungen sind und wir bisher noch keinen Schaden erlitten haben. Alle Schulden werden ja als Anleihen mit einer bestimmten Laufzeit gemacht, weshalb der Schaden nicht sofort, aber unabwendbar dann eintritt, wenn die Laufzeit der Anleihen endet. Dann werden auch wir zahlungsunfähig sein und die Zeit des Euro (und vielleicht sogar die Zeit der EU) wird zu Ende sein!

Dieses durch “die wirtschaftliche Unfähigkeit europäischer Politiker” (oder Gewissenlosigkeit?) verursachte böse Ende ist unvermeidbar, wenn wir uns nicht sofort energisch gegen diese Wahnsinnspolitik wehren!

Aber warum färbt Streissler die österreichische Politik durch Verschweigen der Schattenseiten schön?

"Staatsausgabenkürzungen von 26 bis 27 Millionen Euro" verringern die Inlandsnachfrage und lassen die Wirtschaft schrumpfen!

Wie sollen "die Zinsen auf die österreichische Staatsschuld, relativ gesehen, insgesamt um zwei bis drei Prozent des Sozialproduktes fallen" und "ein Drittel der geplanten Ausgabeneinsparung " erreichen, wenn Österreich "derzeit nur zwei Prozent" (kommt zweimal vor!) zahlen muss? Falls er auf die jährlichen Zinszahlungen abzielt, so liegen auch die unter drei und nicht bei "fünf Prozent".

Auch für "Privatintiativen" soll es "ganz niedrige Zinssätze von derzeit nur zwei Prozent und diese wohl weiter fallend" geben. Private, die von ihrer Bank einen Kredit zu zwei Prozent Zinsen erhalten, mögen sich bitte melden!

"Forschung zur Prävention und Heilung" bringt zunächst kein Geld sondern kostet Geld. Ob österreichische Firmen dadurch einst Vorteile haben werden, steht in den Sternen!

Was soll "die Entwicklung neuer Energieträger" sein? Welche Primärenergieträger außer der Kernfusion - an deren Erforschung sich Österreich mit Sicherheit nicht beteiligen wird - können da noch kommen? Oder meint er sekundäre Energieträger, also z. B. Batterien? Da soll Österreich "Zukunftschancen" haben?

Auch die "Entwicklung von Umwelttechnologien" wird Österreichs BIP nicht steigern. Die Anwendung solcher Technologien vermindert aber auf jeden Fall das verfügbare Einkommen des Bürgers und macht ihn daher ärmer!

Ich sehe nirgends eine "Königsidee" für Österreich!


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Re: Ein langer Artikel, der immer noch viel zu kurz ist!

andererseits kommen die angefuehrten bedenken sehr, sehr spaet in die oeffentlichkeit. der esm ist seit 2010 im anlauf, schon die verweigerung der volksabstimmung ueber eine eu-verfassung hat die undemokratischen wesenszuege der eu und ihrer oesterreichischen handlanger aufgezeigt. aber bitte.

Re: Re: Ein langer Artikel, der immer noch viel zu kurz ist!

Auch ich fürchte, dass es schon zu spät ist und der Zug der Lemminge, die sich in den Abgrund stürzen, nicht mehr aufzuhalten sein wird!

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Ein ausgezeichneter Artikel.

Zur Finanzproblematik kann ich mich nicht äußern, davon verstehe ich zu wenig.
Wohl aber zur Solidarität.
Die EU versucht mit aller Gewalt und durch Druck ein einheitliches "europäisches Gefühl" herzustellen, aus dem natürlich "Solidarität" entstehen könnte.
Nun ist aber Solidarität ein Gefühl, also auf Emotion begründet, und das kann man nicht erzwingen, so etwas wächst über lange Zeit oder eben nicht.
Die Mittel, die die EU einsetzt (Zwang, Druck,GE-und Verbote) sind aber absolut kontraproduktiv und ermöglichen das Erstarken von Separatismen und Nationalismen.
So arbeitet also die EU an ihrem eigenen Zerfall, denn kein Imperium (Barroso:"we are building an Empire"), das auf Zwang aufgebaut war, hat lange überlebt.

 
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