25.05.2013 03:47 Merkliste 0

Vom religiösen Wahnsinn

02.09.2012 | 18:23 |  WOLFGANG GREBER (Die Presse)

Die religiöse Hypersensibilität ist ein gewaltiges globales Zukunftsproblem.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

 

KOMMENTAR

Man kann es eigentlich im Jahre 2012 nicht fassen, dass es auf unserem kleinen Planeten am Rande der Galaxis Menschen gibt, die so etwas nicht verrückt finden: Da beschuldigt also ein Geistlicher in Pakistan ein Mädchen, es habe Gott gelästert, fertigt zu dem Zweck „passende“ Beweismittel und bringt es in die Mühlen der Justiz – wo ihm schlimmstenfalls der Tod droht.

Das ist so absurd, dass man höhnisch lachen möchte, aber es ist nicht komisch: Es gibt Menschen, und zwar gar nicht so wenige, die jemanden töten (lassen) möchten, weil er Gott lästert. Gott, den man, provokant verkürzt, auch als rational unbeweisbare Figur bezeichnen könnte, die die Menschheit in vielen Formen ersann, weil sie sich nicht erklären kann, woher das Universum kommt. Ein Schöpfer, den man aber nicht weiter hinterfragen darf, obwohl das kosmische Kausalitätsproblem nur auf eine weitere Ebene verdrängt wurde – aber auch Hinterfragen wär' Blasphemie.

Wenn man Gott beleidigt, wieso braucht er irdische Rächer? Aber im Grunde ist das bloß eine Ausrede, denn Blasphemie wird in Wahrheit von Gläubigen als persönliche Beleidigung empfunden. Doch ein halbwegs anständig denkender Mensch darf eine Beleidigung heute nicht als Grund für tödliche Rache nehmen: So etwas zeugt von Mittelalterlichkeit, pathologischer Hypersensibilität und mangelndem Selbstvertrauen. Das trifft aber anno 2012 offenbar noch immer auf viele Menschen zu – ein gewaltiges globales Zukunftsproblem.

 

wolfgang.greber@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

37 Kommentare
 
12

Wie soll denn ein im Selbstwert...

schwerst Gestörter, der an einen jämmerlichen Gott glaubt, der sich von angeblichen Äußerungen eines kleinen Mädchens "beleidigt" fühlen kann, anders reagieren? Endlich kann er sich groß fühlen und seinen Gott "retten"! Der Himmel ist ihm wohl sicher (meint er).

Antworten Gast: sadfsdf
04.09.2012 09:52
1 1

Re: Wie soll denn ein im Selbstwert...

Laut anderen Medienberichten soll das Mädchen auch noch geistig behindert sein. Eine Behinderung für die dann wohl auch Allah verantwortlich wäre. Inshallah und so. Bald 300 Jahre nach Beginn der Aufklärung muss ich so einen Kommentar schreiben, ich pack`s ja eigentlich nicht.

Gast: Erleuchteter
04.09.2012 07:35
2 0

Was für ein skandalös blasphemischer Artikel! Ist es doch BEWIESEN, dass das fliegende Spaghettimoster existiert!


Antworten Gast: beschwerer
04.09.2012 10:26
2 0

Re: Was für ein skandalös blasphemischer Artikel! Ist es doch BEWIESEN, dass das fliegende Spaghettimoster existiert!

genau, der autor ist ein frevler und verdient die rache durch die ritter vom orden des heiligen sugo!

Antworten Antworten Gast: sadfsfd
04.09.2012 11:27
2 0

Re: Re: Was für ein skandalös blasphemischer Artikel! Ist es doch BEWIESEN, dass das fliegende Spaghettimoster existiert!

So, und ich geh jetzt auf einen Gottesdienst. Mahlzeit!

Was steht im Koran?

Daß einem Abtrünnigen (erst) im Himmel schlimmes widerfahren wird.
Aber einige Gläubige wollen schon auf Erden selbst was vollziehen.
Bei uns nicht anders: Heiden waren auch bei uns vogelfrei (d. h. ein Töten blieb ungesühnt; als Motiv war nicht selten die Aneignung des Besitzes).
Bei uns wurde das abgeschafft, nach der weltlichen Aufklärung hat die Kirche nachziehen (müssen), der Ober-Inquisitor heißt heute Leiter der Kongregation. So einer kann Papst werden, ist aber nicht mehr zu fürchten.
Dem Islam fehlt die Reformation, noch besser, nach einer durchgesetzten Verweltlichung das Nachziehen seiner Glaubenspraktiken-Korrektur.

Gast: selberlehrer
03.09.2012 17:38
2 3

von einem auf alle schließen

ist nie besonders sinnvoll. Rassisten arbeiten mit den selben Mitteln. Natürlich handelt es sich im obigen Fall um Fundamentalismus, deswegen gleich alle Religionen an den Pranger stellen ist ein bisschen selbstherrlich - und unberechtigt.
Wer im Namen Gottes andere töten will, hat Gott nicht verstanden. Leider desavouieren solche Menschen den Glauben und alle Gläubigen.
Im Namen des Glaubens werden weltweit auch viele gute, selbstlose Dinge getan, Frieden gestiftet und geholfen.

Antworten Gast: beschwerer
03.09.2012 20:08
1 1

Re: von einem auf alle schließen

Frieden stiften und gute Dinge tun geht auch ohne Gott, das machen die meisten Hilfsorganisationen vor. Gottgläubige sind leider leichter beeinflussbar.

17 0

"ein gewaltiges globales Zukunftsproblem"

ist diese elende politische Korrektheit,
die Herrn Greber dazu veranlasst, in diesem Zusammenhang, den Islam NICHT zu nennen.

Re: "ein gewaltiges globales Zukunftsproblem"

Der Islam tut sich im Moment besonders hervor, in Sachen Gegen-Aufklaerung, das ist richtig. Aber man sollte nicht nur mit den Finger auf andere zeigen - es alle Religionen neigen dazu solchen Mist zu foerdern.

Re: "ein gewaltiges globales Zukunftsproblem"

Besonders lustig finde ich, wenn in Berichten über die Türkei auch die Frage der Trennung von "Kirche und Staat" gesprochen wird! Gerade so, als ob der dort zu 98% verbreitete Islam sich selbst als "Kirche" bezeichnen würde.

11 0

Re: "ein gewaltiges globales Zukunftsproblem"


Herbert Rosendorfer sagte es unlängst in einem Interview:
an der political correctness wird Europa zu Grunde gehen !

Antworten Gast: Kritischer Beobachter
03.09.2012 16:15
4 0

... in diesem Zusammenhang, den Islam NICHT zu nennen.

Exakt!

Gast: Jan Xu
03.09.2012 13:34
5 3

So war es einmal

Nämlich, daß Gott als Erklärung für die Welt herhalten mußte. Daran kann ja wohl niemand mehr ernstlich glauben, egal wie stark er katholisch verseucht bzw. geprägt bzw. indoktriniert wurde und sich davon nicht lösen kann.

Heute ist Gott nur mehr die Lüge, die seine selbsternannten Stellvertreter erfunden und aufrecht erhalten, um davon ihre Autorität und Macht abzuleiten.

Es geht nur mehr um Machterhalt, um Einluß und Geld der Amtskirchenverantwortlichen.
Dazu mißbrauchen und belügen sie schon systematisch Kleinstkinder und richte´n sie ab.

Und der Staat ermöglicht und unterstützt das auch noch.
Das ist das wahre Trauerspiel.

2 5

Re: So war es einmal

Wieso wissen Sie dass es eine "Lüge" ist?
Weder hilosophie noch die Physik wissen um die Quelle, aus dem unser Universum wurde.
Die Physik braucht drei Fundamentalgrößen, von denen sie NICHT angibt, warum sie existieren und was ihr Wesen ist. Dasselbe gilt für die Regeln, nach denen unser Universum funktioniert. Die "Naturgesetze" sind menschliche Erfindung, die immer wieder massiv verändert werden. Die Physik benützt seit Lordkanzler Bacon ausschließlich die "Nützlichkeit", die "Brauchbarkeit" als Kriterium für die Akzeptanz einer NaturBESCHREIBUNG. Sie erklärt nichts mehr! Und die Philosophen sind Wahrheitsliebende, die sie suchen, aber nicht kennen! Die Quelle des Universums ist und bleibt uns ein Mysterium!
Beschäftigen Sie sich doch einmal WERTFREI mit der Naturwissenschaft, dann werden Sie bescheidener im Urteil und werden erahnen, warum einer der klügsten Köpfe der Menschheitsgeschichte (Sokrates) sagte: "Ich weiss, dass ich nichts weiss!"

5 0

Re: Re: So war es einmal

Ob es einen Schöpfer gegeben hat - da haben sie recht - kann man nicht wissen. Aber selbst wenn: wo kommt dieser Schöpfer her und von wem wurde dieser geschaffen --> irgendwann kommen sie dann an den Punkt wo ein natürlicher Ursprung gegeben sein muss oder Wirkung und Ursache verschwimmen.

Dass Religionen lügen würde ich aber als Fakt sehen - kleine Beispiele: Dass die Erde älter als 4000 Jahre ist ist erwiesen, dass sie keine Scheibe ist ist erwiesen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass sämtliche Propheten nicht wirklich mit Gott geredet haben, Jesus war nicht sein Sohn usw......

Es gibt soviele Religionen mit unterschiedlichen Ansichten - haben die alle Recht, nur eine oder gar keine? - Vielleicht gibts ja das fliegende Spaghettimonster auch.


2 0

Jene ...

welche die Behauptung in die Welt gesetzt haben, dass wir im MA an eine scheibenförmige Erde geglaubt haben, jene haben bewusst die Unwahrheit verbreitet - also per def. gelogen! Das wissen wir seit gut 20 Jahren:
Insbesondere der deutsche Romanist Reinhard Krüger, der österreichische Philologe Rudolf Simek sowie der amerikanische Historiker J. B. Russell fanden nach umfangreichen Recherchen seit den 1990er-Jahren heraus, dass weder die kirchlichen noch die weltlichen Gelehrten der Spätantike und des Mittelalters geglaubt hatten, die Erde wäre eine Scheibe.
Papst Silvester II. (950–1003) etwa verfasste Abhandlungen darüber, wie man Erdgloben herstellte und welchen exakten Umfang die Erde hatte. Der Kirchenlehrer Hermann der Lahme (1013–1054) benützte solche Globen in seinem Unterricht. Krüger entdeckte insgesamt ein helles, modern denkendes Mittelalter. Dazu passt gut, dass der Philosoph, Theologe und größte Kirchenvater Augustinus (354–430) – der selbstverständlich von der Kugelgestalt der Erde überzeugt war – extrem moderne Ansichten über die „Zeit“ hatte.

Vieles stimmt nicht, was uns so intensiv erzählt wird! Wenn interessiert, lesen Sie doch: "Physik, Gott und die Materie" (Ueberreuter 2010; ISBN 978-3-8000-7458-7)
Nur der lügt, der wissentlich die Unwahrheit sagt - ansonsten irrt man bloß - so wie wir es sicher auch heute in weiten Gebieten der modernen Physik es tun. Das sagt Ihnen ein noch immer begeisterter Physiker!

Antworten Gast: der besserwisser
03.09.2012 13:46
13 0

Re: So war es einmal

Und wenn in Europa "endlich" die hier seinerzeit verbreitete Religion verschwunden ist, kommt bereits am Horizont die Glückseligkeit aus dem Morgenland. Und das unterstützt und ermöglicht der Staat...

15 0

Die Millionen-Frage: Welche Religion ist das?

Wenn Sie in Österreich den Begünder dieser Religion (die Sie nicht zu nennen wagen!) beleidigen, können Sie mindestens mit einer Strafanzeige rechnen (siehe Frau Winter). Sie sehen daran wie weit sich auch Österreich dieser paranoiden Religion unter dem falschen Etikett der Toleranz und Religionsfreiheit angebiedert hat.

Antworten Gast: dfgb
03.09.2012 14:05
1 0

Re: Die Millionen-Frage: Welche Religion ist das?

@Winter:
http://www.andreas-unterberger.at/2012/08/fusnote-336-putins-winter-und-winters-putin/

Gast: sdafsdfsdf
03.09.2012 10:12
13 4

Religion ist eine der menschlichen Grundübel.


Antworten Gast: cvb
03.09.2012 12:24
5 1

von der Religion definierte menschlichen Grundübel:

Hochmut (Eitelkeit, Stolz, Übermut): EU-Gesellschaftsbastler

Geiz (Habgier): EU-Großkapital

Wollust (Ausschweifung, Genusssucht): P.C.--Selbstzensuriert

Zorn (Rachsucht, Vergeltung, Wut): P.C.-Selbstzensuriert

Völlerei (Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht): Konsumismus

Neid (Eifersucht, Missgunst): P.C.-Selbstzensuriert

Faulheit (Feigheit, Ignoranz, Trägheit des Herzens): P.C.-Selbstzensuriert

Wie man sieht ist es die Unausgewogenheit die zu Schlechtem führt, denn dahinter steht immer ein - sofern im richtigen Maß angewandt - positiver Trieb.

"Das rechte Maß in allen Dingen": Das gilt es (vor allem für sich selbst) zu finden. Auf Dauer nur mit Hilfe möglich, d.h. positiver (aber nicht wischi-waschi-) Form der Religion. Der Mensch ist nun mal ein Gesellschaftswesen, Religion ist zumindest der Versuch es zum Guten zu lenken, auch (und oft) in Lebenskrisen - gerade da versagen die meisten anderen Rezepte.

Was unseren Kulturraum anlangt:
Die Religion hat schon ganzen Völkern unter widrigsten Bedingungen über Jahrtausenden ihre Identität bewahrt (so gut es unter den Umständen möglich war) oder die Zivilisation denen wiedergebracht die sie vorher plündernd so platt gemacht hatteen dass davon nichts übroi blieb.

Somit bereiten wir uns schon mal auf das Post-Euro-/EU-/Pluto-/Technokraten-/Gesellschaftsbastler-Zeitalter vor und lernen beten -;)

@P.C.-Selbstzensuriert: Wir wollen ja unserer besten Demokratie aller Zeiten keine Kopfschmerzen bereiten.

Antworten Antworten Gast: schlÄchter
04.09.2012 08:27
0 0

Re: von der Religion definierte menschlichen Grundübel:

sg cvb!
spitzen kommentar!
+
mfg
s.


Antworten Gast: dsf
03.09.2012 12:06
3 5

Re: Religion ist eine der menschlichen Grundübel.

weil uns derzeit die Politik im Verbund mit Großkapital in EUropa ja soviel Gutes und Schönes beschert - da geh ich liebe rin die Kirche und erhol mich zumindest für eine Stunde davon !

und der schreiberling

vermeidet es akribisch diese Religion zu nennen, weil er dann selbst Gefahr läuft... Vielleicht sind die, die sich das nicht ansprechen trauen mit schuld?

 
12

Deutschland: Zu gut für Europa?

Die Deutschen sind sich ihrer heiklen Dominanz in Politik, Wirtschaft – und Sport – bewusst.



Stepic: Ein Rücktritt mit Fragezeichen

Herbert Stepic, einer der mächtigsten Banker Österreichs, stolpert über Geschäfte in Steueroasen. Doch viele Fragen bleiben unbeantwortet.



Rainer Schönfelder ist "Dancing Star 2013"

Der Slalomfahrer und seine Tanzpartnerin Manuela Stöckl setzten sich im Finale der achten Staffel gegen Marjan Shaki mit Partner Willi Gabalier durch.



Mehr registrierte Prostituierte in Wien als je zuvor

Fast 3300 Frauen sind bereits als Sexarbeiterinnen offiziell angemeldet. Sogenannte Laufhäuser sind im Aufwind.



Klash: „Ergreift eure Chance, lasst sie nicht liegen!“

Ein Kärntner und ein Römer wetten mit einem Türken: So entsteht ein echt europäisches Internet-Start-up.



Mein Land, mein Lokal: Kommt ein Kärntner nach Wien ...

Wie man aus der Binnenmigration ein Geschäft macht: In Wien fallen immer stärker Gastronomieangebote für Zuwanderer aus den Bundesländern auf.



Werde alt, werde glücklich

Wer zwischen 50 und 60 noch einmal durchstartet, hat gute Chancen, ein „zufriedener Alter“ zu werden. Das mag anstrengend sein. Aber es lohnt sich.