21.05.2013 11:59 Merkliste 0

Jemen: 14 Zivilisten bei Luftangriff irrtümlich getötet

03.09.2012 | 07:16 |   (DiePresse.com)

Der Einsatz der Luftwaffe galt eigentlich al-Qaida-Kämpfern. Wegen falscher Geheimdienstinformationen wurden jedoch Fahrzeuge von Zivilisten beschossen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Bei einem Luftangriff sind am Sonntag im Jemen 14 Zivilisten in ihren Autos getötet worden. Die jemenitischen Streitkräfte bestätigten in der Nacht auf Montag entsprechende Medienberichte. Die Luftwaffe übernahm die Verantwortung für den tödlichen Irrtum. Grund für den Beschuss in Radda in der Provinz Bayda südlich der Hauptstadt Sanaa seien falsche Geheimdienstinformationen gewesen, teilten die Streitkräfte mit.

Die Luftwaffe habe zuvor Hinweise erhalten, nach denen es sich bei den Menschen um Kämpfer der Terrororganisation al-Qaida handeln sollte. Tatsächlich hätten die Raketen zwei Fahrzeuge mit Zivilisten getroffen, die auf dem Weg in ihre Heimatdörfer waren, hieß es aus Militärkreisen. Unter den Opfern seien drei Frauen und drei Kinder, sagte der Stammesvertreter Sheikh Ahmed Ali.

War US-Drohne beteiligt?

Unklar war, ob am Luftangriff eine unbemannte US-Drohne beteiligt war. Am Freitag waren bei einem solchen Drohnenangriff in der ostjemenitischen Provinz Hadramut nach Angaben des Verteidigungsministeriums mehrere mutmaßliche al-Qaida-Kämpfer getötet worden. Am Montag verlautete aus jemenitischen Militärkreisen, einer der Gegetöteten sei ein al-Qaida-Terrorist gewesen, der hinter dem Angriff auf den französischen Öltanker "Limburg" im Jahr 2002 stecken soll. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Sanaa war Khaled Batis einer von fünf Extremisten, deren Fahrzeug von einer Drohne am Freitag in der südlichen Stadt Hadramut getroffen wurde. Bei dem Anschlag auf den Öltanker "Limburg" vor der jemenitischen Küste kam 2002 ein Besatzungsmitglied ums Leben.

Im Süden und Osten des politisch instabilen Jemen sind islamistische Extremisten und ein örtlicher Ableger der sunnitischen Terrororganisation al-Qaida aktiv. An manchen Stellen kontrollieren sie ganze Städte und Landstriche. Das US-Militär tötet bei Angriffen mit Kampfdrohnen immer wieder mutmaßliche Terroristen.

(APA/AFP/sda/dpa )

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

1 Kommentare

was interessiert



Neuer Schuldenstand in Kärnten: Vier Milliarden

Die neue Koalition ist immer noch mit der Aufarbeitung der FPK-Vergangenheit beschäftigt. Etliche FPK-Vorzeigeprojekte sind bereits gestrichen.



Karas fordert Ein- und Zwei-Euro-Scheine

"Fälschungssicherer, kostengünstiger, leichter": EU-Parlamentarier Othmar Karas will Ein- und Zwei-Euro-Münzen durch Scheine ersetzen lassen.



"The Doors"-Mitgründer Ray Manzarek verstorben

Im Alter von 74 Jahren ist der ehemalige Keyboarder der US-Rockband in einer bayerischen Klinik gestorben.



300 km/h: 90 Tote bei Tornado in Oklahoma befürchtet

Der Sturm hat eine drei Kilometer breite Schneise geschlagen. Mehr als 20 Opfer sind Kinder.



Neue Xbox: Microsoft stellt heute nächste Generation vor

Xbox Infinity oder Xbox 720? Die Gerüchteküche brodelt seit Monaten rund um die neue Spielkonsole.



Catherine Zeta-Jones verlässt wieder Nervenklinik

Die Schauspielerin hatte sich wegen manischer Depressionen einweisen lassen. Bereits 2011 war die Frau von Michael Douglas in Behandlung.



„Heimat aktiv gestalten“

Interkultureller Austausch. Zwei junge Österreicher organisieren eine Karriere- und Bildungsmesse für den arabischen Raum und Europa.