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Kenia: "Sie haben alle Bibeln verbrannt"

03.09.2012 | 18:09 |  Von unserer Korrespondentin ANNA MAYUMI KERBER (Die Presse)

Nach dem Mord an einem Sheikh fielen vergangene Woche in Kenias Küstenmetropole Mombasa muslimische Jugendliche über sechs Kirchen her. Hoteliers fürchten um das Image des beliebten Urlaubsziels.

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Mombasa. Die Plünderer, es waren etwa 100, kamen um ein Uhr mittags. „Ein paar kletterten über die Mauer und öffneten den anderen das Tor“, erzählt Kirchenmeister Norman Muita. Der Wachmann konnte ihn in letzter Minute warnen, Muita stürzte aus der Kirche und versteckte sich in einem angrenzenden Bau. Die presbyterianische St.-Margret-Kirche in Mombasas Stadtteil Kisauni war eine von sechs Kirchen in der kenianischen Küstenstadt, die muslimische Jugendliche vergangene Woche überfallen, angezündet und leer geräumt haben.

Doch der eigentliche Protest richte sich nicht gegen die christliche Mitbevölkerung, glauben viele Beobachter, sondern gegen die Polizei. Es geht um den Mord an dem umstrittenen Sheikh Aboud Rogo am vergangenen Montag. USA und UNO galt er als Mitglied der radikal-islamischen al-Shabaab-Milizen, die weite Teile Somalias kontrollieren und mehrfach Anschläge im benachbarten Ausland, darunter auch in Kenia, verübten. Auf dem Weg zu einem Krankenhaus wurde er von Unbekannten in seinem Auto regelrecht hingerichtet. Seine Frau, die ins Bein getroffen wurde, soll in einem Spital im Koma liegen, direkt neben jener Moschee, die dann zum Ausgangspunkt für erbitterte Straßenschlachten wurde. Fünf Menschen starben bei den Unruhen.

„Hier“ sagt Kirchenmeister Muita, und zeigt auf ein etwas dunkleres Rechteck auf der hellgrünen Wand, „hing ein Spiegel. Und da lagen die großen Bibeln. Die haben sie alle verbrannt.“ Nur den Koran hätten die Plünderer im Bücherregal gelassen. Wieder im Hof draußen berichtet er weiter: „Das hier war alles voller Rauch.“ Ob die Plünderer wiederkommen werden? „Ich weiß nicht. Zu holen gibt es nichts mehr. Sie haben ja schon alles mitgenommen.“ Außer sie würden den Christen nun nach dem Leben trachten. Beim Abschied am Tor ruft der Muezzin der benachbarten Moschee zum Mittagsgebet. Muitas Begleiter zuckt die Schultern: „Das ist jetzt ihre Zeit.“

 

Anschläge schädigten Tourismus

Hotelbetreiber fürchten, dass die negativen Schlagzeilen das Urlaubsparadies in Verruf bringen. Mombasa lebt vom Tourismus. Anschläge haben die Besucherzahlen wiederholt steil abstürzen lassen. Großbritannien, Australien und Frankreich gaben bereits Reisewarnungen heraus, Air Berlin will Mombasa ab Sommer 2013 vom Streckenplan streichen. Noch spürt man indes kaum Auswirkungen der jüngsten Gewalt, meinen Hoteliers in den umliegenden Touristenorten. Immerhin tummeln sich die meisten Besucher außerhalb des Zentrums entlang der lang gezogenen, weißen Palmenstrände. Nur über die im Zuge der Proteste blockierten Zufahrtsstraßen beschwerten sie sich.

Wenige Kilometer nördlich von Mombasa liegt Nyali, ein Touristenmagnet. Auf einem Parkplatz schlendern rot geröstete Urlauber zwischen handgefertigten Souvenirs, von Massai in ihren traditionellen roten und orangefarbenen Decken feilgeboten. Hier fühlt man sich sicher vor den Unruhen.

Auf einer sonnigen Terrasse nebenan sitzt Suleiman Shahbal, ein aussichtsreicher Kandidat für den Gouverneursposten in Mombasa. „Ich habe Sheiks und Bischöfe zusammengetrommelt“, erzählt er: „Beide Seiten kamen, aber die Bischöfe waren fünf Minuten später wieder weg.“ Sie hätten einen „Waffenstillstand“ gefordert, auf den die Sheiks aber nicht eingehen konnten, weil es dazu erst einen Krieg brauche. Und den gebe es ja nicht. „Sie sagen, sie könnten die Jungen nicht zurückrufen, denn sie hätten sie ja nicht geschickt.“

Nach dem Freitagsgebet schließen die Geschäfte rund um die Zentren der jüngsten Unruhen. Geschäfte, die Wand an Wand von Muslimen und Christen betrieben werden. Die Anspannung ist groß. Zu viele Zusammenstöße hat es gegeben, zu viel Misstrauen wurde geweckt, auf beiden Seiten.

Als um punkt ein Uhr die Männer aus der Moschee strömen, stehen bewaffnete Polizisten bereit. In einem kurzen emotionalen Ausbruch fordern die Gläubigen „Frieden“ und „Gerechtigkeit für Rogo“. Der Großteil verliert sich in den umliegenden Straßen, ein kleiner Kern wird aggressiver. Aufgebracht erklärt ein junger Mann: „Wir fürchten Gott – nicht die Regierung.“ Er wolle Frieden. „Aber die können nicht einen meiner Brüder umbringen. Das ist nicht Frieden.“ Er sei von weit her zum Begräbnis Rogos angereist, um mit eigenen Augen zu sehen, dass er wirklich tot sei. Von der anderen Seite bewegt sich die Polizei auf die schrumpfende Gruppe zu. Dann stehen sich die Fronten gegenüber.

 

„Jugend ist unglaublich wütend“

Es sind die älteren und die Imame, die die angespannte Situation schließlich auflösen. Sie stellen sich in die Mitte, weisen die aufgebrachten jungen Männer an, nach Hause zu gehen, und ersuchen die näherrückenden Polizisten, zurückzuweichen. Jamal Abdallah, einer der Älteren, beobachtet vom Straßenrand, wie schließlich beide Seiten widerwillig auseinandergehen: „Ich glaube nicht, dass es vorbei ist“, meint er besorgt: „Die Jugend ist so unglaublich wütend.“ Was heute und hier nicht geschah, werde eben woanders zu einem anderen Zeitpunkt passieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.09.2012)

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16 Kommentare
Gast: N.N.N.
05.09.2012 22:32
3 1

immer wieder

Moslems haben immer und immer die Kirche zu vernichten versucht, was machen unsere Politiker und die gesponserten Medien? Richtig, sie verschweigen wo es nur geht und schaffen Tabus darüber zu reden.

Gast: Mayer aus Weyer
04.09.2012 13:51
13 0

Die westlichen Politiker werden natürlich alle wieder eisern schweigen.

Aber wehe wenn irgendwo auf der Welt ein von einem durchgeknallten Christ ein Koran verbrannt wird,dann kriechen sie aus ihren Löchern und predigen uns Wochenlang wie abscheulich und Islamfeindlich so eine Tat ist.

Ich persönlich finde es nicht schlimm,denn es ist ja nichts anderes als ein bedrucktes Papier.

Schlimm finde ich die Politiker mit ihrer Doppelansicht.


Gast: Störrisch...
04.09.2012 13:51
2 5

Christentum/Islam...

....kommt jetzt die Schei**e, die "christiliche" Politiker und Kirchenoberhäupter betrieben haben über Jahrhunderte weg, nun mit voller Wucht auf unschuldige Zivilsten nieder?

Das mit den Kreuzzügen, Kolonien und dem Kalten Krieg (Stellvertreterkriege) - also Gier des Westens (und ehem. Udssr) war nur gut für die Machthaber und (Geld-)adel, nicht jedoch für die Untergebenen, zu keiner Zeit!

Antworten Gast: N.N.N.
05.09.2012 22:34
0 1

Re: Christentum/Islam...

Wie wäre es , wenn sie sich mal kundig machen möchten um kompetent über die Kreuzzüge zu sprechen?

Re: Islam, Frieden ist Alles

Glauben sie so diesen Blödsinn wirklich ?
Die "Religion des Friedens" hat alle ihre Stätten erobert, egal ob Mekka oder Medina oder Jerusalem.
Konstantinopel - ja wie heißt diese Stadt nun denn ?
Serbien und Griechenland waren auch so dankbar, daß sie unter friedvoller Relegionsverwaltung waren.
Die Eroberung Spaniens durch die Mauren- ein Vorbild friedlicher Landnahme und Missionierung zur friedvollsten aller Religionen.
Die letzten Hochkulturen wie die Perser - wo sind die denn hin verschwunden ? (googeln reicht)
Wo wurden die letzten Sklavenmärkte offiziell geschlossen ?
Schuldzuweisungen aufgrund geschichtler Geschehnisse sind sehr problematisch. Die genaue Beobachtung des Verhaltens eines großen Teiles einer Relegionsgemeinschaft unter Einbeziehung ihrer Rechtfertigungen ist sicher treffender.

Antworten Antworten Gast: Störrisch...
04.09.2012 15:39
0 5

Christentum/Islam...

Zitat von Ihnen: "Re: Islam, Frieden ist Alles Glauben sie so diesen Blödsinn wirklich?"

Sie schreiben das ja....also Frage an Sie...glauben Sie das wirklich?

Und auch, dass es kein Ursache/Wirkung gibt?

Das is nämlich meine Aussage (Ursache/Wirkung)...da hier gegen Muslime Propaganda gemacht wird, die Gegenseite dazu von mir...macht nix...weiter aufpudeln!

Re: Christentum/Islam...

dem "störrischen"kann man nur sagen: geschichte lernen - erst dann kann man auch mitdiskutieren.
"harmonica" hat absolut recht mit diesem posting.

"Doch der eigentliche Protest richte sich nicht gegen die christliche Mitbevölkerung"

BITTE liebe presse höhrt endlich mit dem appeasment auf!

für wie dumm haltet ihr eure leser????

wenn sich die porteste gegen die polizei richten, warum wurden dann keine polizeiinspektionen überfallen sondern, wie es schein ausschließlich kirchen?

genau wie in nigeria zeigt sich auch in kenia, dass islam und christentum nicht nebeneinander existieren können, weil die moslems keine anderen religionen tolerieren

25 1

passt schon

Bibeln darf man verbrennen ...den Koran nicht...unterstreicht wieder einmal die Toleranz der Anhaenger dieser unseeligen Religion

Re: passt schon

bei uns in der schule liegem die Bibeln überall herum wenn man sie austeiltund ich bin der einziger der sie aufhebt und irgendwo auf diese seite legt damit keiner draufsteigt und ich bin ein moslem

Re: Re: passt schon

gut gemacht. gib diesen tip weiter an deine glaubensgenossen, die dies vielleicht nicht wissen.

Re: Re: Re: passt schon

mach ich:D

26 0

Toleranz?

Diese Vorfälle zeigen die gelebte Untoleranz in den islamischen Ländern gegenüber anderen Religionen.
Es sieht danach aus, dass in gewissen Ländern im 21. Jahrhundert Religionskriege ausbrechen werden.

Antworten Gast: Üzgür Y.
04.09.2012 08:46
1 16

Re: Toleranz? Was passiert wohl wenn jemand euren Propheten wegballert?

Das ist nicht Toleranzfehlen, die sind wütend wegen rekigiösen Mord!

Re: Re: Toleranz? Was passiert wohl wenn jemand euren Propheten wegballert?

es ist ja gut, wenn man sich ereifert über unrecht seiner eigenen religion gegenüber.
es ist noch besser, wenn man andere schützt, damit denen kein unrecht geschieht.
es ist am besten, wenn erlittenes unrecht verzeiht und nicht zurückschlägt.

liebe deinen nächsten, liebe deine feinde.
oder gibt es das bei euch nicht?

Ein rekigiöser Mord?

Hängt das irgendwie mit rektal zusammen?


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