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Fünf Interessenten für Kommunalkredit

04.09.2012 | 09:52 |   (DiePresse.com)

Verbindliche Angebote für Oktober erwartet - Laut "Standard" erster Vorhabensbericht zur 2008 notverstaatlichten Bank fertig

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Die Privatisierung der notverstaatlichten Kommunalkredit macht einem Zeitungsbericht zufolge Fortschritte. Wie das "WirtschaftsBlatt" aus Eigentümerkreisen erfahren hat, sind insgesamt fünf potenzielle Käufer an dem Gemeindefinanzierer interessiert. Darunter befinden sich "ernstzunehmende Bieter", wie es heißt. Allerdings haben diese noch keine verbindlichen Angebote gemacht. Diese werden laut "Banken-ÖIAG" Fimbag, die zusammen mit der Investmentbank Morgan Stanley die Privatisierung begleitet, für Oktober erwartet. Zuvor haben die Interessenten die Möglichkeit, im extra eingerichteten Datenraum die Zahlen der Kommunalkredit zu analysieren.

Laut Auflagen der EU-Kommission muss der Deal spätestens bis Jahresende paktiert sein. Das Closing soll bis Ende Juni 2013 erfolgen, schreibt die EU vor. Kann der Zeitplan nicht eingehalten werden, behält sich Brüssel vor, einen Treuhänder einzusetzen, der den Verkauf des Gemeindefinanzierers in die Hand nimmt. Fimbag-Vorstand Adolf Wala erklärte jedoch vor zwei Wochen, dass der Verkaufsprozess "wie geplant weitergeführt werden" kann.

250 Millionen Euro für Rettung

Der Bund hat bei der Rettung und anschließenden Teilung der Kommunalkredit rund 250 Millionen Euro in die Kommunalkredit investiert. Das Eigenkapital wird Ende Juni 2012 mit 259 Millionen Euro beziffert. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres verdiente die Kommunalkredit dank der vorzeitigen Tilgung eigener Emissionen 12,3 Millionen Euro. 2011 hatte die Bank einen dreistelligen Millionenverlust ausgewiesen, weil sie griechische Staatsanleihen infolge des Schuldenschnittes wertberichtigen musste.

Laut "Standard" liegt zu der Ende 2008 notverstaatlichten Kommunalkredit nun ein Vorhabensbericht der Korruptionsstaatsanwaltschaft zu Teilaspekten vor, der dem Bericht zufolge aber zur Einstellung der Ermittlungen in diesem Punkt führen dürfte.

Claudia Schmied nicht betroffen

Ex-Kommunalkredit-Vorstandsmitglied Claudia Schmied, die heutige Bildungsministerin, sei davon freilich nicht betroffen. In dem nun zur Debatte stehenden Teilbereich, den Insider als "Transformator" bezeichnen, geht es um Vorgänge aus dem Jahr 2008. Schmied war von 2004 bis 2006 im Vorstand der Kommunalkredit und wurde in Sachen Transformator nie als Beschuldigte geführt, wie ein Sprecher der Korruptionsstaatsanwaltschaft erklärt. Zu Inhalten des Vorhabensberichts äußert er sich nicht.

Keinen erkennbaren Fortschritt gibt es laut "Standard" zur Frage, ob der mit hohem Risiko verbundene Aufbau von Kreditausfallsversicherungen ab 2003 strafrechtlich relevant ist. Hier ermittelt die Behörde gegen 18 ehemalige Vorstände und Aufsichtsräte u.a. wegen des Verdachts der Untreue, für die Beschuldigten, darunter Schmied, gilt die Unschuldsvermutung.

Keine strafrechtlich relevanten Hinweise

Das Gutachten des Sachverständigen Gerhard Altenberger dazu sei noch nicht fertig - im Unterschied zum Teilaspekt Transformator, bei dem verlustbehaftete Wertpapiere im Volumen von 4 Milliarden Euro im Kreis geschickt wurden. Die Kommunalkredit konnte dadurch Verluste in Höhe von 208,8 Millionen Euro vermeiden, berichtete das "Format" Anfang August.

In der Zypern-Tochter wurde so das Ergebnis um 127,9 Millionen Euro künstlich gehoben. Strafrechtlich relevante Hinweise enthalte das Gutachten aber nicht, sagte Georg Schima, Anwalt von Ex-Kommunalkredit-Chef Reinhard Platzer. Tatsächlich schreibt Altenberger, dass zahlreiche Banken kurz nach dem Lehman-Zusammenbruch vergleichbare "Reklassifizierungen" vorgenommen hätten und die Konstruktion von KPMG mitentwickelt worden sei. Allerdings hält der Gutachter auch fest, dass der Aufsichtsrat nicht informiert worden sei, so der "Standard".

(APA)

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3 Kommentare

Damals

Schon im Jänner 2008 herschte in der ÖVAG die Panik und es gab zahlreiche Sondersitzungen zu dem Thema wie der Krise beizukommen sei, mit dabei waren alle großen ÖVAG-Töchter.
Eigentlich sehr gutgläubig das man Platzer noch Ende September geglaubt hat, das alles in Ordnung sei.

Gast: schmiedl
04.09.2012 11:12
0 0

ganz einfach ..

wenn die tankstelle im dorf, die bp dagegen versichert, das sie die ladung ihrer öltanker in rotterdam loswerden, dann wird man natürlich den pächter fragen ob er angerennt ist, risiko tausendfach höher als sein umsatz zu übernehmen, ob der depp geschmiert worden ist und natürlich wird er angegezeigt

.. da hilft es auch nichts wenn er sagt, ist eh alles öl, und die shell macht ja auch solche geschäfte ..

das ist harrscharf das gleiche, wie wenn ein gemeindefinanzierer die ausfallversicherung für staatsanleihen übernimmt .. und sagt, alles bestens, weil irgendeine grossbank in london hat das auch gemacht ..

Für Schmied gilt maximal die Unfähigkeitsvermutung, aber nicht die Unschuldsvermutung!

Wie klein kann man eine Überschrift gestalten?

Warum ist das Verfahren gegen Schmied keine Headline?

Wie sehr will sich die ÖVP noch verstecken, greift die Rote Socke endlich an und recherchiert doch mal in Richtung KK-Zypern!

;-)


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  • AWA
    1001 Nacht ohne Finalaba

    Da spielte erstmals seit Bestehen der Champions League mit David Alaba auch ein Österreicher im Finale mit (was manchen schon genügte, um die Zeile „Wir sind Finale“ zu schreiben) – und der ORF konnte das nicht zeigen.
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