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Uni-Zugang: Einigung auf Beschränkung steht bevor

05.09.2012 | 18:16 |   (Die Presse)

Minister Töchterle will ab 2013 einen Testlauf der Studienplatzfinanzierung in Massenfächern – inklusive einer Platzbeschränkung. Eine Lösung binnen drei Wochen sei „nicht unrealistisch“.

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Das befürchtete Chaos rund um die Uni-Anmeldung ist letztlich doch ausgeblieben: Von langen Schlangen war am Mittwochnachmittag – dem letzten möglichen Tag für die Inskription an den heimischen Unis – jedenfalls an der Uni Wien nichts zu sehen. Gut gefüllt war lediglich das Auditorium Maximum, wo Studienanfänger darauf warteten, zur Anmeldung aufgerufen zu werden. Auch Befürchtungen, viele könnten die neue, verkürzte Frist verpassen, werden sich wohl nicht bewahrheiten. An der größten Uni des Landes geht man davon aus, dass dieses Jahr ähnliche Zahlen erreicht werden wie im Vorjahr.

An manch anderer Uni dürfte der Studentenansturm in letzter Minute tatsächlich noch eingesetzt haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass auch das Sorgenkind, die Technische Universität (TU) Wien, gestern, Mittwoch, Entwarnung gegeben hat: Man werde die Vorjahreszahlen erreichen – spätestens dann, wenn jene Studierenden inskribiert haben, die die eingeräumte Nachmeldefrist nutzen. Auch die anderen Unis zeigen sich großteils zuversichtlich. Die WU Wien sowie die Unis Linz, Graz, Klagenfurt und die Montan-Uni Leoben erwarten sogar, dass die Anfängerzahlen im Vergleich zum Vorjahr steigen (siehe Factbox).

 

Neue Finanzierung wird erprobt

In den sogenannten Massenfächern könnte es zugleich der letzte Herbst sein, in dem die Studienanfänger unbeschränkt inskribieren können. Denn in „einigen der stark nachgefragten Fächer“ soll ab 2013 der Testlauf für die Studienplatzfinanzierung starten – und zwar inklusive Platzbeschränkungen. „Wir sind in der Endphase der Verhandlungen mit SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl“, sagte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) bei einem Hintergrundgespräch.

In den kommenden drei Wochen will man die Grundprinzipien der neuen Pro-Kopf-Finanzierung – ein erster Schritt in Richtung Zugangsbeschränkung – festlegen. Denn die Zeit drängt: Anfang Oktober gehen die Budgetverhandlungen zwischen Unis und Ministerium für die Jahre 2013 bis 2015 in die heiße Phase. Spätestens dann müssen die Voraussetzungen für die Unis feststehen.

Dass sich eine Einigung bis zu diesem Zeitpunkt tatsächlich ausgeht, ist also wahrscheinlich – oder, wie Töchterle formuliert, „nicht unrealistisch“. „Wir haben uns ziemlich weit angenähert“, sagte der Minister. Tatsächlich waren die Chancen für das Projekt, das Töchterle seit Amtsantritt betreibt, nie so gut wie jetzt: Die Front der SPÖ gegen Zugangsbeschränkungen bröckelt – jedenfalls, was die Massenfächer betrifft. Die Bedingung für etwaige Schranken ist für Töchterles SPÖ-Konterpart Kuntzl, dass es in den betreffenden Fächern nicht weniger Plätze für Studienanfänger gibt als bisher – eine Prämisse, mit der auch der Minister leben kann. „Wir haben unsere Konzessionen gemacht“, betonte er. Beispiele für jene Fächer, die im Zuge des Testlaufs beschränkt werden könnten, wollte er mit Hinweis auf die laufenden Verhandlungen nicht nennen. Allseits bekannt ist aber, dass speziell in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften die Studierendenzahlen die Kapazitäten der Unis bei Weitem übersteigen.

Warum Beschränkungen für eine Umsetzung der Studienplatzfinanzierung nötig sind? Das Modell – das an den Fachhochschulen umgesetzt ist – sieht vor, dass die Unis pro Studienplatz eine fixe Summe erhalten. Dass das Budget mit Anstieg der Studentenzahl unlimitiert nach oben hin wächst, ist aber unrealistisch. Laut einem Modell, das die Unis mit dem Ministerium ausgearbeitet haben („Die Presse“ berichtete), soll sich die Finanzierung pro Student im Vollausbau jährlich zwischen 6300 Euro (in Fächern wie Jus, Wirtschafts- oder Geisteswissenschaften) und 29.500 Euro (Veterinärmedizin) bewegen. In zehn Jahren soll der Vollausbau erreicht sein.

 

Uni-Gebühr: Voves macht Druck

Auch beim Thema Studiengebühren könnte Bewegung in die Diskussion kommen: Im „Kurier“ ruft der steirische Landeschef Franz Voves (SPÖ) seine Parteikollegen auf, rasch eine Arbeitsgruppe zu bilden: Es brauche Vorschläge für sozial gestaffelte Studienbeiträge sowie ein gerechtes Stipendiensystem. Er stellt sich mit dieser Forderung hinter die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ): Sie will die Partei im Herbst von einem Ja zu Gebühren überzeugen.

Auf einen Blick

Die Zahl der Studienanfänger dürfte allen Befürchtungen zum Trotz insgesamt nicht sinken. Davon gehen die Unis nach dem Ende der Inskriptionsfrist aus. Die Anmeldezahlen schwanken stark. An der TU Wien gab es mit Stand von Dienstagmittag 3006 Anmel-dungen, das sind rund 70 Prozent des Vorjahres. An der Uni Wienhaben sich bis Freitag rund 11.500 Personen angemeldet, 2011 waren es 12.300. Diese Marke werde man noch erreichen. An der Uni Graz rechnet man sogar mit einem Anstieg. Mittags waren bereits mehr als 4100 Anfänger inskribiert, im vergangenen Jahr waren es 4300. An der Uni Salzburg sind rund 1083 Anmeldungen registriert, das entspricht 60 Prozent des Vorjahres. Weitere 500 Fixstarter werden einen Platz in Studienrichtungen mit Aufnahmeverfahren erhalten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2012)

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34 Kommentare
 
12
Gast: mut zur bildung
07.09.2012 12:53
0 0

warum nicht schulgebuehren?

bestrafen wir alle die sich (weiter-)bilden. als land der bauern werden wir schon mit der globalisierung schritt halten. die intelligenz lagern wir wie sonst alles nach china aus.

Gast: jajajaja
07.09.2012 12:51
0 0

das auto muss gratis vor der tuere stehen, aber bildung muss kosten

soviel zur wiener oevp und der zukunft oesterreichs.

0 0

Noch ein paar wichtige Fragen...


...brauchen wir 770 Abgeordnete?
...brauchen wir die Zwangsmitgliedschaft bei den Kammern?
...brauchen wir 9 Landesgestzgebungen?

Das wären Themen die unsere werten Politiker kontinuierlich vernachlässigen.

Gast: Bergbauer
06.09.2012 22:30
0 0

Politiker sollten 98% Ihres Einkommens als Steuer abliefern

Dazu sollte das Volk befragt werden.

0 0

Unverbindliche Volksbefragungen für ALLE!!!

Die ÖVP ist schon voll auf Wahlkampfkurs.

Gast: Gast01
06.09.2012 20:48
0 0

ÖVP

UNWÄHLBAR!

(Und bitte nicht polemisieren! Ich rede hier von der ÖVP, nicht von anderen Parteien.)

Gast: b745
06.09.2012 20:25
1 1

wozu eigentlich hochbezahlte politiker

wenn jetzt eh immer das volk entscheiden muss

Antworten Gast: Lukas
06.09.2012 23:29
0 0

Re: wozu eigentlich hochbezahlte politiker

vielleicht weil unsere hochbezahlten Politiker geistig unterbelichtet und in ihrem Job völlig überfordert sind...?

Antworten Gast: jcfjm
06.09.2012 21:48
0 0

Re: wozu eigentlich hochbezahlte politiker

Sie sehnen sich wohl nach einer Monarchie ?!? o.O

Solange uns nicht so horrende Studiengebühren wie in den USA und GBR auf den Kopf fallen, die fast den gesamten Mittelstand in Schulden treiben,...

...kann man noch froh sein. Obwohl die bürgerlichen bzw. kapitalistischen Parteien auch in Europa mit ganzer Kraft daran arbeiten, ähnlich hohe Studiengebühren zu bekommen.

Dabei gäbe es eine ganz einfache Formel, halbwegs gerechte Studiengebühren festzulegen:

Familieneinkommen MINUS der notwendigen Ausgaben für den Lebensunterhalt der Familie. Und dann die Höhe der Studiengebühren DIREKT PROPORTIONAL zum übrig bleibenden Geld einheben!!!

Was übrigens so genannte Experten machen könnten. Leider sind aber die so genannten Experten meisten völlig ahnungslos und hilflos. Siehe deren Vorausschau auf Krisen und Zahlungsunfähigkeiten anderer Ländern, deren Schwierigkeiten aber andererseits sogar Ottakringer Hausmeister schon vor Jahrzehnten besser voraussagen konnten.


Aber eine Festlegung der Studiengebühren direkt proportional zum übrig bleibenden Familieneinkommen ginge sicher nur über die Leiche der christlichen bzw. bürgerlichen Parteien und deren Anhänger in anderen Parteien. Z.B. Gabi Burgstaller und gleich Gesinnte! Es wäre nämlich einfach total unchristlich, Studiengebühren nach den Möglichkeiten der Familien festzulegen.

Da würden ja die Absahner und Großverdiener, aber auch etliche gut verdienende Politiker wesentlich mehr zum Wohle der Unis(!!!) zahlen müssen, als ihnen derzeit mit ihrem ziemlich verkümmerten Gerechtigkeitssinn vorschwebt.

Übrigens: Wer lesen kann, wird feststellen, dass Voves keineswegs auf Linie der ÖVP und Gleichgesinnter liegt

Antworten Gast: Gast yxyx
07.09.2012 12:26
0 0

Re: Solange uns nicht so horrende Studiengebühren wie in den USA und GBR auf den Kopf fallen, die fast den gesamten Mittelstand in Schulden treiben,...

Und Sie sind in der Lage, die "notwendigen Ausgaben für den Lebensunterhalt der Familie" zu berechnen?
Ich wehre mich auch dagegen, dass es schon wieder mit dem Schröpfen der "Besserverdiener" anfangen soll. Damit straft man nicht nur die Abzocker und Absahner, sondern auch die, die mehr gelernt habe, fließiger arbeiten und ihr Einkommen nicht an der Steuer vorbeschleusen.

Gast: plebs potus
06.09.2012 05:18
1 0

wie hoch ist eigentlich die miete

die die BIG für die Unis verlangt?

Re: wie hoch ist eigentlich die miete

zwischen 8€ und 14€ pro m2

Wenn man sich anschaut, welche Gestalten auf den Unis

herumlaufen - Stichwort "Cafe Rosa" oder "Audimax Besetzung", dann kann man eine Beschränkung nur herzlichst begrüßen!

Gast: bobo
05.09.2012 13:43
3 0

warum studiert man eigentlich?...

mir scheint, viele studieren ein fach aus persönlichem wissensinteresse und sind auf der uni des wissenszugangs und nicht des titels & der jobgarantie wegen.

stellt für diese leute einen großteil des wissens anhand von vorlesungen gratis ins netz und ihr seid sie auf der uni vielleicht los...

es könnte natürlich aber auch sein, dass plötzlich mehr interesse geweckt wird, aber das weiß man erst NACH dem versuch, nicht davor...

Antworten Gast: 66v
05.09.2012 22:00
2 10

Re: warum studiert man eigentlich?...

mMn sollte wes verboten und aufs drakonischste bestraft werden, wenn leute bloß aus interesse (!) studieren. ist doch lächerlich, wir brauchen ARBEITSKRÄFTE, die titel & jobgaranntie auch umzusetzen wissen und kein bildungsproletariat aus faulen, linkslinken obdachlosen mit doktortitel! persönliches interesse sollte daher gar keine rolle spielen bei der studienwahl, eher die frage: was braucht die wirtschaft, wieviel verdient man da?

0 0

Re: Re: warum studiert man eigentlich?...

Oho! Ein Befürworter der Planwirtschaft!

Antworten Antworten Gast: Balta
06.09.2012 11:01
0 0

Re: Re: warum studiert man eigentlich?...

Ich denke, Ihr Kommentar ist zynisch? Weil wenn nicht, dann klingt Ihr Kommentar eher nach Neid und Missgunst bzw. Wunschdenken. Kennen Sie viele dieser "armen" Doktoren, die sich mit dem Begriff "Bildungsproletarier" belegen (bezeichnet ohnehin etwas Anderes).

Aus meiner Sicht haben heute viele diesen Titel, die es sich leisten können - aus welchen Gründen auch immer. Stichwort: Berufstätigkeit, Stipendium, Erben, wohlhabende Eltern...

Antworten Antworten Gast: Gast yxyx
06.09.2012 06:32
1 1

Re: Re: warum studiert man eigentlich?...

Sie sind von der Möglichkeit einer akademischen Ausbildung jedenfalls meilenweit entfernt.

2 0

wenn studium voll zu bezahlen ist

gibt es diese debatte nicht. dann kann jeder studieren was er will und warum er will. einschraenkung gibt es dann nur ueber akademische leistung (abgesehen von diversen foerder-und alumniprogrammen der lerninstitute).

Re: Re: warum studiert man eigentlich?...

Du hast nicht mal im Ansatz verstanden, wozu man überhaupt studiert.

Antworten Antworten Gast: Gast01
06.09.2012 00:01
0 0

Re: Re: warum studiert man eigentlich?...

Primitivling! Tiefer gehts nicht mehr.

Antworten Antworten Gast: punktausendefertig
05.09.2012 23:32
0 0

Re: Re: warum studiert man eigentlich?...

Ja, richtig: wir brauchen Arbeitskräfte - aber sicher keine unmotivierten, die es nur machen, weil Mama (oder Papa, oder beide) es wollen. "Solche werden gebraucht" ist nur dann ein Argument, wenn man sich in diesem Bereich wohlfühlt und die Aufgaben immer schaffbar sind. Anders hat es keinen Sinn.

Antworten Antworten Gast: blossso
05.09.2012 23:29
0 0

Re: Re: warum studiert man eigentlich?...

Was heißt "bloß aus Interesse"? Wer nicht an dem Fachgebiet interessiert ist, ist unmotiviert und damit eine Platzverschwendung für die anderen Studierenden und eine Energieverschwendung für den Lehrenden!

Antworten Gast: Rufumleitung heute
05.09.2012 16:03
2 0

Re: warum studiert man eigentlich?...

Bei vielen Studien gibt es schon Lernplattformen (z.B.WU). Was nützt es aber, wenn man mit dem Bachelor u Master eine Verschulung der Unis betreibt und verpflichtende Lehrveranstaltungen mit anwesenheitspflicht, Mitarbeit u Zwischentests (prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen) einführt?
Welche Studien bitte eine Jobgarantie??

Antworten Antworten Gast: bobo
06.09.2012 14:04
0 0

mit jobgarantie

meinte ich nur, dass einige studierende (z.b. zweitstudien, human/sozialwissenschaften) nicht unmittelbares interesse daran haben das gelernte auch in der arbeitswelt anwenden zu können.

es gibt auch studien in denen einem ausdrücklich zu beginn gesagt wird, dass was gelernt wird für die arbeitswelt sehr wahrscheinlich keine rolle spielen wird und man davon ausgehen kann, nach dem studium arbeitslos zu sein, sofern man nicht zudem noch "was gscheits" studiert ;)

jobgarantie gibts natürlich nie... aber sehr wohl titel die "status" haben

 
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