Nach Fällen von "Koma-Trinken" bei Jugendlichen wurde die Diskussion um eine Verschärfung der Alkoholgesetze in Bezug auf Jugendlichen laut. Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky will nun in einem ersten Schritt die bundesweit unterschiedlichen Bestimmungen für den Jugendschutz vereinheitlichen. Zumindest bei Ausschenken von Alkohol gebe es bereits eine Übereinkunft mit den für den Jugendschutz zuständigen Bundesländern, sagt Kdolsky gegenüber dem Ö1-Morgenjournal: "Geplant ist derzeit, dass Jugendlichen unter 16 Jahren keinerlei Alkohol ausgeschenkt wird und sie ab 24 Uhr zu Hause zu sein haben. Für Jugendliche über 16 - also für 17-, 18-Jährige - ist ein Ausschank von Softalkohol - also kein Schnaps etc. - möglich."
Ausweis ab Sommer im Test
Mit diesen einheitlichen Regeln sei auch die Kontrolle einfacher. Zur Überprüfung sollen Jugendliche mit speziellen Personalausweisen ausgestattet werden - je nach Alter mit speziellen Farben für 14- und 15-Jährige bzw. 16- und 17-Jährige: "Wir haben mit der Staatsdruckerei und mit dem Finanzministerium ausgehandelt, dass wir die Kosten für diesen Personalausweis deutlich reduzieren. Um diesen müssen die Jugendlichen dann insofern sehr wohl ansuchen, weil ohne diesen Ausweis ein Hineinkommen in ein Lokal und eine Abgabe von Alkohol nicht möglich ist." Diese Personalausweise sollen in einem ersten Versuch noch vor dem Sommer in Kärnten getestet werden.
Vorgehen gegen "schwarze Schafe"
Die Gesundheitsministerin hat auch schon erste Gespräche mit Gastronomie und Handel geführt. Dabei sei sie auf viel Verständnis gestoßen. Allerdings gebe es auch "schwarze Schafe", die mit unmoralisch billigen Angeboten Jugendliche zum Trinken verführen wollen. Gegen diese wenigen "schwarzen Schafe" wolle sie vorgehen.
Drastische Strafmaßnahmen
Derzeit habe sie als Gesundheitsministerin aber unzureichende Möglichkeiten: "Ich glaube nicht, dass allein nur eine Geldstrafe reichen wird. Und beim Komzessionsentzug ist es ja auch insofern eine Augenauswischerei, weil am nächsten Tag ein neuer Geschäftsführer mit einer neuen Konzession da ist." Deshalb sollten drastische Strafmaßnahmen ermöglicht werden, betont Kdolsky: "Ich glaube, dass es auch zu Betriebsbewilligungs-Entzügen kommt; auch zu Schließungen dieser Lokale."
Feste ohne Zigarette und Alkohol
Andrea Kdolsky will aber auch wissenschaftlich die Gründe und Ursachen des Koma-Saufens untersuchen lassen, auch Jugendliche will sie für dieses Thema sensibilisieren und mit speziellen Initiativen gegensteuern. So soll unter anderem vermittelt werden, dass anti-alkoholische Getränke auch chic sind: "Wir haben hier mit Veranstaltern bereits einige Events geplant,wo wir ohne Zigaretten und ohne Alkohol gemeinsam mit prominenten Menschen zeigen wollen, dass es auch lustig ist, wenn man nicht trinkt und keine Zigarette raucht." (APA)















