Revolutionsexport aus dem Iran: Marsch gegen Besetzung Jerusalems

Weltweite Kundgebung mit antiisraelischem Hintergrund.

Wien. Im Iran ist er nach wie vor ein offizieller Feiertag: der al-Quds-Tag. 1979 von Ayatollah Khomeini ins Leben gerufen, wird der Tag alljährlich und weltweit mit Kundgebungen begangen. Und gipfelt regelmäßig in antisemitischen Parolen und Drohungen gegen Israel. Was daran liegt, dass der Tag – er findet jeweils am letzten Freitag des muslimischen Fastenmonats Ramadan statt – übersetzt so viel wie „Jerusalemtag“ (nach „al-Quds“, dem arabischen Namen der Stadt) heißt. Und der Tag soll dazu dienen, die Solidarität der Muslime mit dem palästinensischen Volk zu demonstrieren. Khomeini selbst bezeichnete ihn als einen Tag der Mobilisierung der Muslime. Zum ersten al-Quds-Tag am 17.August 1979 sollen allein in Teheran 3,5 Millionen Menschen auf die Straße gegangen sein.

Wenig überraschend, dass sich gegen diesen Tag auch Widerstand regt. So wird am Samstag, 26.Juli, um 16.30 Uhr am Lugeck in der Wiener Innenstadt gegen die antiisraelische und antisemitische Hetze in Österreich protestiert. Hinter der Gegenveranstaltung steht unter anderem die Österreichisch-Israelische Gesellschaft, die eine klare und deutliche Stellungnahme der österreichischen Politik zum Existenzrecht Israels einfordert. Ebenso zum „Bündnis gegen den al-Quds-Tag“ gehören unter anderem die Organisation Stop the Bomb, die Grünen und Alternativen StudentInnen und die Homosexuelleninitiative Hosi Wien.

 

Verfassungsschutz beobachtet

Auch in Deutschland gibt es seit Jahrzehnten Kundgebungen zum al-Quds-Tag, die zentrale Demonstration findet seit Mitte der 1990er-Jahre in Berlin statt. Regelmäßig werden dort israel- oder USA-feindliche Slogans gerufen, auch islamistische Gruppen beteiligen sich an den Kundgebungen. Offizieller Veranstalter ist die Quds AG der islamischen Gemeinden der Schiiten in Deutschland, die der Hisbollah nahestehen soll und seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Zur heurigen Demonstration in Berlin erwartet die Polizei rund 1500 Demonstranten – so viele wie seit Jahren nicht. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.07.2014)

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