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Iran: Der Ayatollah schlägt zurück

19.06.2009 | 19:15 |  Von Thomas Seifert (Die Presse)

Der Revolutionsführer droht kaum verhohlen mit einer Niederschlagung der Proteste. Staatsmacht und Opposition bereiten sich auf die Entscheidung im Machtkampf im Iran vor.

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Twitter-Meldungen aus Teheran  deuten auf eine Zuspitzung des Machtkampfs zwischen Regierung und Opposition hin: "Revolutionsgarden werden mobilisiert, um Teheran zu sichern“, schreibt „Persiankiwi“, ein gut informierter User dieses Internet-Kurzmitteilungsservice. „Persiankiwi“ fügt hinzu: „Die Situation im Iran ist nun kritisch – der Nation bricht das Herz – Niederschlagung steht unmittelbar bevor“.

Nach der mit Spannung erwarteten Rede von Ayatollah Ali Khamenei, der höchsten Instanz im Gottesstaat, deutet nun alles darauf hin, dass die Führung in Teheran den kurzen Sommer der Anarchie auf Teherans Straßen beenden will. „Wenn es Blutvergießen gibt, so liegt das in der direkten Verantwortung der Führer der Proteste“, lautete die unverhohlene Drohung Khameneis beim Freitagsgebet.

Die Vertreter der Opposition wissen nun, was sie erwartet: Entweder sie lenken ein und geben ihre Straßenproteste auf, oder sie bekommen die Macht der Staatsgewalt zu spüren. Die für heute, Samstag, angekündigte Großdemonstration wurde laut der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur ISNA offiziell verboten. Eine Erlaubnis für die Kundgebung sei nicht erteilt worden, sagte der Gouverneur der iranischen Hauptstadt, Morteza Tamadon.

Gleichzeitig häufen sich die Hinweise, dass die Führung der islamischen Republik nun die gefürchteten Basij-Milizen auf die Straße schicken will. In einer Mitteilung der Ansar-i Hizbullah (Jünger der Partei Gottes) wird zu Gegendemonstrationen aufgerufen. Auf der Website www.parsine.com ist der Aufruf der Basij zu lesen, in dem die „wachsamen Bürger“ aufgefordert werden, „ihren Unmut über das Geplapper dieser Leute“ (gemeint sind die Demonstranten) kundzutun. Die Opposition rief schon vor Tagen aus Angst vor einem Gewaltausbruch zum Blutspenden auf, Gerüchten zufolge seien die Ärzte in den Spitälern Teherans angewiesen worden, in Bereitschaft zu bleiben.

Gewaltsame Niederschlagung?

Moussavi wandte sich in den vergangenen Tagen in zwei offenen Briefen gegen die Gewaltanwendung der Basij, vermied es aber, die paramilitärische Gruppe beim Namen zu nennen.

Das westliche Ausland zeigt sich zunehmend besorgt: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Rede des geistlichen Oberhaupts im Iran, Ayatollah Ali Khamenei, als enttäuschend bezeichnet. Kritik kam auch vom britischen Premier Gordon Brown. Er sagte am Rande des EU-Gipfels in Brüssel, gute Beziehungen zum Iran seien davon abhängig, dass die Regierung zeige, dass sie Menschenrechte und Pressefreiheit respektiere.

In den kommenden Tagen wird das entscheidende Kapitel dieser Revolte aufgeschlagen: Es wurde gemunkelt, Mitglieder der besonders regierungsloyalen Revolutionsgarden seien verhaftet worden – eine Säuberungswelle, bevor die Revolutionsgarden losschlagen?

Dass gleichzeitig die iranischen Medien immer offener über die Demonstrationen der Moussavi-Anhänger berichten, wurde von Oppositionsvertretern als Zeichen gewertet, dass der Staatsführung die Kontrolle zunehmend entgleitet.

Dies ist auch die einzige Hoffnung für die Reformer: Denn in einer bewaffneten Auseinandersetzung können sie nur auf eine Lähmung der Armee- und Polizeieinheiten hoffen. Ansonsten droht ein Tien'anmen in Teheran, ein Massaker wie 1989 in Peking.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.06.2009)

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159 Kommentare
 
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Schon die "Auslese" der Kandidaten war Betrug!

Wohlweislich hatte der "Wächterrat" im Vorfeld dieser Präsidentenwahl nur Kandidaten zugelassen, die er für Ahmadinejad ungefährlich hielt. Ausschließlich die Gemäßigten der Gemäßigten ließ er letztlich zu. Daß dann mit Moussavi einer von diesen "Handverlesenen" geradezu die Zähne zeigte; damit hatten die obersten Religionshüter natürlich nicht gerechnet.

Aber im Grunde war selbst das auch schon egal. Die Vorbereitungen für Ahmadinejads "Sieg" wurden offenbar wirklich geradezu strategisch geplant. Und es kam, wie beim Rennen zwischen dem Hasen und dem Igel in der Fabel: Der Hase konnte einfach nicht gewinnen, denn es waren ja ZWEI Hasen am Start. Im konkreten Fall also neben Ahmadinejad auch noch die Mullahs. Und die hielten ihrem Mann den Rücken frei.

Einen Erfolg für die Reformer wird es meiner Meinung nach auf Dauer nur dann geben, wenn INNERHALB des herrschenden Systems ein Machtkampf ausbrechen sollte. Und dieser sich von den religiösen Führern bis zu den bewaffneten "Bodentruppen" fortpflanzen wird.

Dem "Druck der (unbewaffneten) Straße" wird das Regime wohl noch für eine ganze Weile Stand halten. Es kann also, wenn überhaupt, nur an den inneren Widersprüchen scheitern.

Gast: Niederösterreich
22.06.2009 11:01
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Viele Weltkonflikte werden mit Gewalt gelöst und durch Krieg beendet.

Daß eine bestimmte Partei der anderen einer anderen eine bestimmte Lösung aufgezwungen hat, bedeutet nicht unbedingt, daß es eine gerechte Lösung war.
Jetzt kann man natürlich als Besiegter vollständig die Meinung des Siegers übernehmen. Das ist oft eine Frage der Überlebensstrategie. Solche Gewaltlösungen wurden den Iranern mehrmals im Laufe ihrer Geschichte aufgezwungen. Am Ende des 2.WK. lag der Iran an der Schnittstelle der Machtinteressen der SU und des Westens, nicht zuletzt auch wegen seines Erdölreichtums. Wie schnell ein Staat unter die Räder von Mächtigen kommt, zeigt das Schicksal des Irak. Auch hier zeigten sich viele Poster, die hier so großartig als Verteidiger von Menschenrechten auftreten, als treue Gefolgsleute der USA. Leider stellte sich dann heraus, daß die USA dort einen völkerrechtswidrigen Agressionkrieg hauptsächlich zur Sicherungs ihrer Ölinteressen betrieben und die Sache oft plump mit einem angebl. Kampf gegen der Terror (wer war wirklich der Terrorist?) kaschierten.
Jetzt zeigt sich zumindestens für mich, daß die iranischen Mullah keineswegs gewissenlose Machtpolitiker sind, die einfach die Weltherrschaft anstreben. Ich bin eher der Meinung, daß diese Religionsführer sich bei ihren Entscheidung viel stärker von Moral leiten lassen als etwa die abgetretene Führungsgarnitur in GB und USA (Tony Blair und G.W.Bush). Eins ist gewiß: Eher werden die USA u. Kons. den Irak bombardieren und angreifen als der Iran den W. u. die USA!

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Moussavi "bereit zum Märtyrertum"!

Wenn Moussavi diesen Ausspruch nicht selbst getaetigt hat - wo bleibt der Beweis? - ist seine Verwendung eine Vor-Verleumdung der iranischen Regierung.

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Eine Frage zur Websicherheit:

weiss wer, wie es möglich ist, dass man sich zwar auf der seite persianq.com in den chat einloggen kann aber nicht ausloggen.
Man wird auf der homepage anscheinend automatisch eingeloggt, auch nach einem neustart u. neuer IP! Wie ist sowas möglich??

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Re: Eine Frage zur Websicherheit:

Am besten Firefox als browser verwenden. http://www.mozilla.de und dann als addon von der selben seite "no-script" installieren. Man muss dann zwar immer scripte mittels eines rechten Mausklicks freischalten, aber man surft sicherer.

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Re: Re: Eine Frage zur Websicherheit:

danke. hoffentlich werden damit auch flash-cookies geblockt bzw. leicht löschbar.

Antworten Piper
21.06.2009 07:31
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Schon mit Löschen der

Cookies probiert?

Gast: Niederösterreicher
20.06.2009 21:55
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Interessant auch, daß Mussavi ein Angehöriger der türkischen Minderheit im Irak ist,

die von den Tadschiken ("echte Perser") immer etwas scheel angesehen wurden.

Etwas übertrieben ist es, daß mit Schah Pahlevi eine 2.000 Jahre alte Dynastie beendet wurde. Pahlevis Vater war ursprünglich ein turkmenischer Oberst der kaiserlichen Armee, der gegen den damaligen Schah putschte und zur Sicherung seiner Herrschaft sich selbst auf den Schahthron setzte. Seine erste Frau, die Illustierten-Königin Soraya, war die Tochter des früheren persischen Gesandten in Berlin (der vom vornehmen Geschlecht der Bachtiaren abstamme) und dessen deutscher Ehefrau.

Schah Pahlewi wiederrum verdankte die Thronbesteigung den westlichen Alliierten, weil sein Vater diesen zu deutschfreundlich war und seine Wiedereinstetzung nach dem Sturz des iranischen Ministerpräsidenten Mossadeq ("dem Befreier des Nahen Ostens) den westlichen Geheimdiensten.

Jetzt geht dieses muntere Spiel vermutlich wieder weiter. Die Krux des Iran war schon immer seine Ölreichtum, der die Begehrlichkeit von "Kolonialmächten" erweckte und den Nahen Osten nie zu Ruhe und Selbstbestimmung kommen ließ!

Aber das ist wieder eine andere Geschichte!

altheli
20.06.2009 19:57
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Teharan...

ich war exakt beim "Umsturz" durch den Massenmörder Khomeni in Teharan....

ich wünschen den leidgeprüften Iranern nicht wieder so eine fürchterliche grauenvolle Zeit.

Hoffentlich lässt sich dieses wahnsinnige Mullahregime in friedlicher Form stürzen!

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Re: Teharan...

Unterschiede!

Hitler war ein Massenmoerder.
Stalin ein vielfacher Moerder.
Khomeni ein Revolutionaer.

Antworten Antworten Gast: Zorniger Perser
24.06.2009 00:08
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Re: Re: Teharan...

Khomeni war keine Revolutionar, sondern nur eine Massenmörder und finsterer Klerikaler, der geschickt je beseitigt hat, welche die Revolution gegen den Schah wirklich gemacht haben-

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Re: Re: Re: Teharan...

Massenmoerderei und Revolution gehen Hand in Hand miteinander. Siehe Franzoesische Revolution 1789. Gelernt ist gelernt. Auch damals frass die Revolution ihre Kinder.

Gast: Tiger
20.06.2009 19:57
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Nichts wird passieren. Genau wie in Burma wird das Regime fröhlich weiterregieren.


Antworten Gast: Niederösterreicher
20.06.2009 21:40
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Re: Nichts wird passieren. Genau wie in den USA, wo G.W.Bush Präsident der USA wurde,

obwohl sein Gegenkandidat mehr Stimmen bekam! Die Mullahs haben eben von den USA gelernt! Und deshalb sind sie auch so happig auf die Atombombe!

anna89
20.06.2009 19:55
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Der Sieger steht fest.

Angenommen die Schiebungsvorwürfe stimmten, die Mullahs könnten das nie zugeben, es wäre ein Schwächung des gesamten Staates und des Systems, Innen- und Außenpolitisch - und das hieße nicht nur ein Gesichtsverslust gegenüber dem Westen, sondern auch gegenüber den Nachbarstaaten.

Auch Obama kann die Bushregierung öffentlich nie in die (rechtl.) Verantwortung nehmen, Untersuchungsausschüsse genehmigen etc., es wäre ein nicht wiedergutzumachender internat. Schaden.

altheli
20.06.2009 19:54
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Früher gab es

Hitler, Stalin, Mussolini, Mao..... jetzt sind es die wahnsinnigen Mullahs.......

Gast: NROZ
20.06.2009 19:20
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Vielleicht gehts bald los.

Der Oberkriegstreiber im Hintergrund, scheinbar geistig nicht mehr ganz fit
brabbelt hier was hinaus, dass er besser für sich behalten hätte.

http://www.youtube.com/watch?v=H6k6FO9gah8

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Re: Vielleicht gehts bald los.

Der sehr erfahrene kissinger befürwortet bloss demokratie u. im extremfall
vielleicht eine eher unsichtbare intervention während der momentanen krise.

Gast: Österreichischer Gegenagent
20.06.2009 19:00
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Agenten hier aktiv

Auf dieser Kommentarseite sind wohl auch einige Agenten des iranischen islamistischen Mörderregimes mit Postings aktiv

Antworten Gast: gast
20.06.2009 20:54
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Sie meinen MS Deutschland? Nein, der ist nur ein Berufsarbeitsloser, der seinen islamistischen Ruf gehört hat, als Achmadinedschad anfing, gegen Juden zu hetzen. Mehr nicht.

Ich denke, er wird das auch nicht leugnen, obwohl, wer weiß...

FreeSpeech
20.06.2009 18:58
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Diese verbrechereischen Iranischen Pseudomoslems

gehören längst zurückgetreten, wäre auch gut für den Weltfrieden.

Gast: Zorniger Iraner
20.06.2009 18:21
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Islamistisches Regime soll untergehen

Khomeini war ein Massenmörder und sein Regime hat seit 1979 fast eine Million Menschen auf dem Gewissen. Den Widerstand gegen die Diktatur des Schah haben nicht die Mullahs und die Islamisten gemacht, sondern liberale, linksliberale und linke Gruppierung und Parteien, dann wurden sie von den Islamisten allesamt ausgelöscht und Hunderttausende liquitiert.
Aber das Khomeini-Khameine-Ahmadinejad-Regime wird untergehen, vielleicht nicht sofort, aber sein Untergang hat schon begonnen.

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Re: Islamistisches Regime soll untergehen

Linke werden wohl kaum reaktionäre, religiöse fanatiker zur macht befördert haben...

Dekkard
20.06.2009 18:13
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DREISSIG JAHRE!

Es ist nun nach fast genau 30 Jahren ohnehin an der Zeit, das dieses gottesgläubige Regime, welches Religion für Verbrechen missbraucht entmachtet wird.
Wenn hierfür ein Bürgerkrieg nötig ist, wäre dies bedauerlich. Aber die jungen Iraner haben scheinbar die Nase voll sich von ein paar verrückten vorschreiben zu lassen wie ihr Leben auszusehen hat. Viel Glück der Opposition!

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Schicksalstage für den Iran und den ISLAM


In diesen Tagen entscheidet sich ob der Iran und der Islam als Ganzes bereit für die Neuzeit ist oder weiter im finsteren Mittelalter verharren will.

Antworten anna89
20.06.2009 19:57
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Re: Schicksalstage für den Iran und den ISLAM

Iran ja, Islam ist ein bisserl weit gegriffen.

 
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