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U-Ausschuss: Staatsanwaltschaft im Zwielicht

01.10.2009 | 18:29 |  Martin Fritzl (Die Presse)

Rund um die Anzeige gegen Ernst Strasser kamen seltsame Vorgänge ans Licht. Die Staatsanwaltschaft ignoriert mit teilweise grotesken Begründungen den Amtsmissbrauch und stürzt sich auf die undichte Stelle.

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Wien. Was passiert, wenn die Staatsanwaltschaft in derselben Causa zwei Anzeigen erhält? Eine gegen den früheren Innenminister Ernst Strasser wegen Amtsmissbrauchs, eine wegen Verrat von Amtsgeheimnissen (weil der mögliche Amtsmissbrauch an die Öffentlichkeit gelangt ist). Seit der Sitzung des U-Ausschusses vom Donnerstag weiß man es: Sie ignoriert mit teilweise grotesken Begründungen den Amtsmissbrauch und stürzt sich auf die undichte Stelle.

Anlassfall waren die sogenannten Strasser-E-Mails, die zahlreiche Interventionen von ÖVP-Politikern sowie parteipolitisch motivierte Postenbesetzungen dokumentierten. Ein Journalist hatte der Staatsanwaltschaft die E-Mails zugeschickt, Exminister Strasser den Geheimnisverrat angezeigt. Und da passiert die erste Seltsamkeit: Staatsanwalt Christian Walzi erklärt vor dem U-Ausschuss, er habe die E-Mails, im Akt immerhin ein Konvolut von rund 150 Seiten, „übersehen“. Sein Ermittlungsauftrag an das Büro für Interne Angelegenheiten beinhaltet dann zwar auch den Amtsmissbrauch, konkrete Ermittlungsschritte fordert er aber nur in der anderen Angelegenheit ein. Und zwar exakt jene, die Strasser in seiner Anzeige angeregt hatte: Das BIA solle beim Grün-Abgeordneten Peter Pilz nachsehen, ob der einen Datenträger mit den E-Mails besitzt und diesen gegebenenfalls beschlagnahmen.

Dass Pilz in dem Verfahren als Zeuge und nicht als Beschuldigter geführt wurde, passt in die Vorgangsweise der Staatsanwaltschaft, wie sie im U-Ausschuss schon in mehreren Fällen zur Sprache kam. Damit ersparte man sich eine Aufhebung der Immunität des Abgeordneten. Zur Beschlagnahme ist es übrigens nie gekommen. Walzi ist folgerichtig auch nicht aufgefallen, dass der Bericht des BIA sich mit dem gewichtigsten Vorwurf, jenem des Amtsmissbrauchs Strassers – übrigens Gründer und früherer Vorgesetzter des BIA –, überhaupt nicht befasst hat. Sehr wohl bemerkt hat es das Justizministerium, das weitere Ermittlungen beauftragte. Die führte Walzis Nachfolger, Staatsanwalt Stefan Apostol, der dann aber auch nichts strafrechtlich Relevantes herausfinden konnte. Denn inzwischen war bereits ein Jahr vergangen, in den meisten Fällen wäre das Delikt, so vorhanden, verjährt gewesen. „Die Staatsanwaltschaft schützt die Regierung und verfolgt die Opposition“, meinte Pilz. Auch Ewald Stadler (BZÖ) sprach von einer „politischen Justiz“.

 

BVT schützt Prominente

Detail am Rande: Aus einem Verfahren gegen den früheren Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz (BVT), Gert Polli, geht hervor, dass Prominente besonderen Schutz genießen: Observiert wurde eine iranische Delegation, die in Österreich Biowaffen einkaufen wollte. Bei einem Treffen der Delegation mit Exminister Karl Blecha (SPÖ) sollten die BVT-Ermittler so fotografieren, dass Blecha nicht auf den Fotos aufscheint.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 2.10.2009)

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32 Kommentare
 
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bbss22
02.10.2009 12:40
0 0

Korrupte Politiker, korrupte Beamte, korrupte Justiz

Alle diese Gruppen zeichnen sich dadurch aus, dass sie niemals beweisen mussten und müssen, dass sie ihr Geld Wert sind.
Ein Pack überflüssiger, nutzloser Geldeinstecker.
Die wahren Schmarotzer unseres Staates.

Gast: Richter
02.10.2009 11:52
0 0

Amnesie der Justizbehörden

Glück muss der Mensch haben. Und manche scheinen einen lebenslangen Pakt mit Fortuna und unserer Justiz geschlossen zu haben. Was jedem kleinen Taschendieb verwehrt bleibt darüber darf sich der unerbittliche Umfärber und Ex-Innenminister Strasser freuen. Liebedienerische Amnesie der Staatsanwaltschaft. In diesem Land darf bald nur noch eine Spezies auf den Rechtsstaat vertrauen: Politiker und (Pseudo)Prominente.

onkel tom
02.10.2009 10:18
0 0

UNVERSTÄNDLICH

ist hier einiges.
ich bin kein jurist, aber einschlägige kommentare der stpo und des stgb sagen etwas anderes.
eine sogannante verjährung wird nämlich unterbrochen, wenn die starfverfolgungsbehörden kenntnis über eine straftat erlangen.
die anzeige wurde der staatsanwaltschaft zugestellt, sollte demgemaäss also eine eingangsnummer haben.
sie wurde auch in den akt genommen, sollte demgemäß eine sogenannte ON (ordnungsnummer) haben.
ab diesem zeitpunkt unterbricht sich die verjährungsfrist (vielleicht gibt es juristen unter den postern die es besser wissen).
und somit sollte es unerheblich sein, ob der staatsanwalt auf die anzeige vergessen oder sie übersehen hat.
behördenbekannt war sie.
ausserdem kann ich mir nicht vorstellen, dass bei einer anzeige gegen einen minister (ex), keine berichtspflicht an den gruppenleiter oder an die oberstaatsanwaltschaft (vorhabensbericht) gegeben haben soll.
somit müssten diese anzeige mehrere personen übersehen haben.
was aber nicht die verjährungsfrist erklärt, da die anzeige amtsbekannt gewesen ist (eingangsstempel bei der STA)...
oder irre ich mich total??
vielleicht kann das ein jurist besser erklären.
und somit wäre die verjährung obsolet.

Gast: Aha
02.10.2009 10:15
0 0

Strasser!!

wo auch immer dieser name auftaucht stinkt es gewaltig!

Das Wort
02.10.2009 07:25
0 0

Ob es Westenthaler beleidigende oder Strasseranzeigen übersehende Staatsanwälte sind ist für den Eindurck der Parteilichkeit egal.

Die Behördenwillkür liegt ja nicht in der Vielzahl der Fälle sondern im Gegenteil, im berechneten Einzelfall.


Gast: Gast
02.10.2009 07:22
0 0

Die Justiz ist abhängig noch parteiisch!

Aber was ist daran so neu wenn die Paddeihansis für ihre Kumpels "Recht" sprechen?
Für diese Erkenntnis hätte man keinen U-Ausschuß gebraucht.
Auch nicht für die Erkenntnis über den Verfassungsschutz der auch nur ein Anhängsel der Politik ist.
Demokratie in Österreich ist nur mehr Scheindemokratie.

Prolet
02.10.2009 05:32
0 0

Niemand kann sagen es werden Verbrecher von der Staatsanwaltschaft geschützt, weil niemand wurde Verurteilt!

Es gibt keine unabhängigen Richter, Staatsanwälte oder sonstige Beamte - alle wollen Karriere machen.

Hängen am Tropf der Beförderung - und wenn einer ehrlich unparteiisch ist wird er nix.

Parteidemokratur wurde statt einer Diktatur eingerichtet, weil da ganz bequem der Hofstaat vom Volk unterhalten wird ohne daß Köpfen zu befürchten ist.

Aber auch nur wenn Parteien nicht übertreiben.

Steininger
02.10.2009 02:34
0 0

Übrigens dieselben Staatsanwälte,

die bei der Reform der Strafprozessordnung nunmehr zu den Herren des Verfahrens ernannt worden sind, auf Kosten der Untersuchungsrichter!
Danke Böhmdorfer!

Steininger
02.10.2009 02:31
1 0

So haben wir es jetzt schwarz auf weiß!

Justitia ist nur auf einem Auge blind! Die Staatsanwaltschaft "übersieht" einfach Anzeigen die der Regierung unangenehm sind. So viel zur "unabhängigen Justiz"!

Gast: nachdenklich
01.10.2009 23:57
0 0

ich bin mir nicht sicher ob die Verantwortlichen wissen was sie mit solchen Freundschaftsdiensten anrichten - durch solche Verhaberungen sind in Staaten schon Unruhen entstanden

ich bin mir nicht sicher ob die Verantwortlichen wissen was sie mit solchen Freundschaftsdiensten anrichten - durch solche Verhaberungen sind in vielen Staaten schon Unruhen entstanden - also ich möchte kein Staatsanwalt sein der einen Akt liegen lässt nur um einen ehemaligen Innenminister nicht anklagen zu müssen - Wie sich das Ganze mit dem österreichischen Rechtsgrundsatz vereinbaren lässt ist mir sowieso schleierhaft ?
Nach heutigen österreichischen Rechtszuständen haben die Staatsanwälte eigentlich Narrnfreiheit - dass heisst sie können einen vielleicht Schuldigen nicht anklagen , im Gegenzug können sie willkürlich einen vielleicht Unschuldigen anklagen ? Also irgend etwas stimmt da nicht im Staate Österreich !

kalathos
01.10.2009 22:20
1 0

Unser Land ist offenbar schon mehr ein Saustall als ein geordnetes Staatswesen.

Immer rätselhafter wird mir, warum sich überhaupt noch jemand findet, der Präsident dieser Republik werden will, deren Kanzler oder Vizekanzler. Die gleicht nämlich viel eher schon einem Saustall als einem geordneten Staatswesen.
Das Laisser-faire der Herren Schüssel und Grasser hat diesem Staat nicht gut getan. Motivierend war deren Beispiel allerdings auch nicht. Trotzdem gilt auch für die beiden die Unschuldsvermutung, obwohl es dem juristisch nicht gebildeten Laien schwer fällt zu glauben, dass der damalige Bundeskanzler und sein Finanzminister nichts von den Schweinereien gewusst haben, die charakteristisch für ihre Regierungszeit waren.
Da gab es einen Staatsanwalt –auch für ihn gilt die Unschuldsvermutung, der sich offenbar als verlängerter Arm des Innenministers verstand. Der verschlampte einen 150 Seiten starken Akt, mit dem diesen Herrn hätte wahrscheinlich das Verbrechen des Amtsmissbrauches nachgewiesen werden können, auch für diesen Minister gilt natürlich die Unschuldsvermutung.
Es tut schon fast körperlich weh, für wie dumm sie uns eigentlich halten, der Grasser und sein Kompagnon, der Blitzgneisser Meischi. Beide wollen sie uns weismachen, dass Grasser von den 10 Millionen nichts gewusst hat, die sich dieser vermutlich mit Informationen aus dem Finanzministerium und mit tatkräftiger Unterstützung des damaligen Kärntner Landeshauptmannes unter den Nagel gerissen hat.
Das ist nur eine Auswahl aus den heutigen Tageszeitungen ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Antworten erko07
01.10.2009 23:22
0 0

sie halten Euch nicht für dumm ...

... sie wissen, dass Ihr es seid!

Antworten Antworten Gast: ferry
02.10.2009 06:13
1 0

Re: sie halten Euch nicht für dumm ...

Das ist nicht Dummheit. Es ist die Machtlosigkeit.
Wenn du als einfacher Bürger dagegen angehst, was kommt dabei heraus? NICHTS!!!!!!!!

0 0

Re: sie halten Euch nicht für dumm ...

Wer sie? Politiker? Politker haben nicht mal ein Rückgrad das die kognitiven Funktionen, des nicht vorhanden Hirns übernehmen könnte. Bestes Beispiel Karl-Heinz Hase ;-).

Wundert mich nur wie die das mit den vegetativen Funktionen auf die Reihe bekommen...

Antworten Antworten Antworten kalathos
02.10.2009 00:48
0 0

Re: Re: sie halten Euch nicht für dumm ...

Vollkommen Recht haben Sie, aber warum müssen Sie das mit so viel Rechtschreibfehlern tun. Wollen Sie damit etwa zusätzlich Ihre wahre Indentität verschleiern?

0 0

Re: Re: Re: sie halten Euch nicht für dumm ...

Rechtscheibung ist eine Konvention, und ich hab nie behauptet ich würde mich daran halten.

0 0

Und da wundert man sich

daß sich alle angeekelt von diesem Pack abwenden, und man es sinnvoller findet an Wahlsonntagen dem Gras beim Wachsen zuzusehen, als einem dieser erbärmlchen Kreaturen, bzw. deren dekadenten Institutionen seine Stimme zu geben.

Ich bin nicht Politikverdrossen und gerade deswegen war ich seit 10 Jahren nicht mehr wählen. Das ist traurig, aber ich müßte mich täglich erbrechen, wenn ich wüßte ich hätte auch nur einem dieser Verbrecher meine Stimme gegeben.

Gast: nur mehr kopfschütteln
01.10.2009 21:33
2 0

Bitte wo lebe ich ?

Wenn ein Staatsanwalt einen Akt liegen lässt bis er verjährt ! Wenn ein Einbrecher in einem niederösterreichischen Lebensmittelgeschäft erschossen wird ! Wenn Millionendiebe in den feinsten Restaurant¿s von Wien dinnieren ! Wenn ein Petrikovics sich ein neues Auto kauft und am Wörthersee spazieren fährt während tausende Geschädigte Österreicher den Arbeitslohn der letzten 20 Jahre verloren haben !Usw.... Wenn bitte kann man in Österreich noch vertrauen ? So wie es ausschaut hat sich der Rechtsstaat verabschiedet !

Antworten kalathos
02.10.2009 00:43
1 0

Re: Bitte wo lebe ich ?

Die Frage ist leicht zu beantworten: In einem Saustall, der sich noch immer Republik Österreich nennt.

2 0

U-Ausschuss: Staatsanwaltschaft im Zwielicht

Diese Diskrepanz wurde von mir schon seit 1998/99 und infolge 2002 aufgezeigt, aber weder diepresse.com, noch Salzburger Nachrichten waren zu einer Veröffentlichung bereit. Im Gegenteil, die erwähnten Medien, derstandard.at nicht ausgenommen, verhinderten regelmäßig alle gegen politische Mandatare gerichteten Meinungen. Sehr wohl auch die in wissentlicher Zusammenarbeit mit den Politikern stehende Vertuschungs- und Verschleppungsstrategie der Staatsanwaltschaft. Dazu gehört zweifellos die Strafsache Elsner und Genossen. Denn hier wurde intensivst manipuliert und die Anklage „ auf ein Verschulden von Elsner „hingebogen“. Zweifellos im Interesse politischer Machthaber, nicht zuletzt Häupl, Faymann, Schicker, Sima, Kalina, Rudas, Krainer , bereits seit 1998/99 und Ludwig als Nachfolger Faymanns. Die Presse und andere Medien werden es wieder nicht veröffentlichen, weil sie zugeben müssten mit der so genannten „Hohen Politik `verbandelt` zu sein. Ich persönlich halte nicht nur die SPÖ für eine mafiose Organisation, sondern alle jene die auf Grund von verbotenen Interventionen, selbst Urteile zu Gunsten der SPÖ erstellten, androhten Zivilverfahren einzustellen, bzw. den Klägern nahelegten, auf ein zu ihren Lasten vorbereiteten Vergleich mit der Begründung einzugehen, „ Eine Klage gegen die Stadt Wien, werden Sie bei diesem Gericht (BG Innere Stadt ) nicht gewinnen!“ Selbst Zeugeneinvernahmen wurden manipuliert, die Anzeigen zur Einstellung gebracht.

Antworten Gast: Das Schloss
02.10.2009 13:47
0 0

Re: U-Ausschuss: Staatsanwaltschaft im Zwielicht

das sollten sie veröffentlichen !

Antworten Gast: grolli
01.10.2009 21:31
0 0

Re: U-Ausschuss: Staatsanwaltschaft im Zwielicht

hör mal du pfeife, strasser ist von der ÖVP

0 0

Re: Re: U-Ausschuss: Staatsanwaltschaft im Zwielicht


An Gast: grolli
Ein Richter zum Beschuldigten: Sie sollten zuhören, dann nachdenken und dann erst reden. Nicht so wie Sie, nicht zuhören, nicht nachdenken, nur reden. In Ihrem Fall müssten Sie jetzt noch `zuhören` durch ¿lesen¿ ersetzen, wenn Sie es geschafft haben können Sie zum nächsten Punkt übergehen. Viel Spaß! Das vorhin Geschilderte fand zu einer Zeit statt, als ich noch bei Gericht (gelernter (Jurist mit Schwerpunkt Wirtschafts- und Strafrecht) tätig war. Als Stütze gebe ich Ihnen gerne: "Staatsanwaltschaft im Zwielicht" und nicht „Strasser im Zwielicht“. Haben Sie es jetzt?

Gast: bernd
01.10.2009 20:39
0 0

tut¿s nur so weiter ...

...a Zeit¿l schaun ma noch zu !

Antworten erko07
01.10.2009 23:13
0 0

Re: tut¿s nur so weiter ...

aber geh ...
Ihr alle macht es doch immer gleich!
Damals wie heute ...

cerumen
01.10.2009 20:01
0 0

Rot Schwarzes Sittenbild

Ungustiöse Sache, wie sovieles bei dieser Chaosregierung. Der Dicke und die Grinsekatze haben ein Problem nach dem anderen:

ÖBB, AUA, POST, Flughafen Wien, Krankenkassen, Pensionen, ASFINAG, ORF, Budgetdefizit, Bildungsreform, Spitzel Untersuchungsausschuss, ...

eine echte Rot-Schwarze Erfolgsgeschichte, nur weiter so!

 
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