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Erdkunde: Ertrinkt das US-Atommülllager?

12.01.2010 | 18:39 |  JÜRGEN LANGENBACH (Die Presse)

Innsbrucker Geologen entdecken bisher übersehenes Risiko.

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Die Yucca Mountains in Nevada, 140 Kilometer von Las Vegas entfernt, sind eine Geisterlandschaft, in der es kaum regnet und auch sonst Ruhe herrscht; das Gebiet ist vulkanischen Ursprungs, die letzten Ausbrüche waren vor etwa neun Millionen Jahren. Und ausgerechnet dieses Stück Erde ist vermutlich das von Geologen am besten untersuchte: Der Atommüll der USA soll einmal in die Berge, er soll dort sicher lagern, auf unabsehbare Zeit, eine Million Jahre.

Und er kann nur dort lagern, eine Alternative gibt es nicht. Seit 1978 wurde ein geeigneter Ort gesucht, neun Kandidaten gab es, acht wurden von Nimby-Bewegungen („Not in my backyard!“) aus dem Rennen genommen. Seit 1987 sind nur noch die Yucca Mountains übrig, obwohl auch dort der Widerstand groß ist. Davon profitieren die Geologen, jeder Stein ist fünfmal umgedreht.

Und doch kommen immer wieder Überraschungen, nun von Yuri Dublyansky und Christoph Spötl (Uni Innsbruck): Im Bereich des geplanten Lagers gibt es Wasser, irgendwann in den letzten zehn Millionen Jahren wurde es in Calcitkristallen eingeschlossen. Wasser ist das Letzte, was ein Atommülllager braucht, deshalb wurde es von US-Forschern eingehend analysiert: Es kam mit Regen, als es in der Region noch häufiger gab.

„Wir drehen das um 180 Grad um“, widerspricht Spötl gegenüber der „Presse“: „Das Wasser kam nicht von oben, sondern von unten, das zeigt der Fingerabdruck seiner Isotopen.“ Es wurde tief in der Erde erhitzt und stieg auf, den „thermischen Motor“ gibt es noch, es könnte wieder aufsteigen. „Man kann nur mahnen: Bitte aufpassen!“ (Earth and Planetary Science Letters, 21.12.).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.01.2010)

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1 Kommentare
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Irrtum!

Das ist Restwasser: weil es weniger geworden ist durch kapillaren Aufstrieg, hat das saure Wasser den gelösten Calcit frei gegeben. Das Wasser ist nicht in dieses Gestein gedrungen, sondern das saure Wasser mit gelöstem Calcit hat den Stein geboren. Österreicher dürfen nicht weiter ideologische Durchschnittsdenker mit schlechten Ergebnissen sein, meint der Weltweise N. Laud, und Recht hat er! Manchmal sind auch Forscher in Tirol richtige Idioten. Herr Platter, da müssen Sie wirklich einmal ausmisten, weil Tirol brauche ich als Forschungsstätte mit glaubwürdigen Veröffentlichungen, sonst helfe ich Euch nicht beim Aufbau neuer Forschungseinrichtungen. Calcit löst sich so leicht in saurem Wasser, daß es praktisch darin verschwindet. Ist das alte Meerwasser eingeschlossen, "verschwindet" das Wasser selbst. Übrig bleiben Salzschichten und der gelöste Calcit. Das ist geologischer Kindergarten, und da machen ausgerechnet in Tirol Forscher sich so lächerlich!? Herr Platter, diese Heinis versauen Ihnen und uns allen das Ansehen Tirols.


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