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Dinosaurier hatten bunte Federn

27.01.2010 | 18:52 |  JÜRGEN LANGENBACH (Die Presse)

Nicht alle Dinosaurier hatten Schuppen wie Krokodile. Erstmals gelang ein Blick auf die Farben der Federn der Saurier. Das bunte Gefieder diente vermutlich als sexuelles Signal.

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Dass die Vögel von den Dinosaurier abstammen, nicht von fliegenden, sondern von Landräubern à la T.rex, vermutete als Erster Darwins Zeitgenosse und Gefolgsmann Thomas Huxley, er schloss es aus der Anatomie des 1860 in Solnhofen gefundenen „Urvogels“ Archaeopteryx. Aber der führende Saurierexperte seiner Zeit widersprach. Dann ging es lange hin und her, viele setzten eher auf Krokodile als Vogelahnen. Inzwischen neigte die Mehrheit den Sauriern zu, der Streit verlagerte sich: Hatten die Saurier auch schon Federn?

Dafür fanden sich seit den 1990er-Jahren viele Hinweise in der Jehol-Gruppe im Norden Chinas, in dem das Leben vor 131 bis 120Millionen Jahren außergewöhnlich breit und detailliert fossiliert ist. Strukturen in und auf der Haut von Sauriern deuten auf zumindest Protofedern, manche Forscher sahen aber darin eher Stützelemente der Haut. Inzwischen neigt die Mehrheit zu Federn, nun geht es um deren Aussehen und Funktion. Zum Fliegen können sie nicht gedient haben. Zum Wärmen? Dem des eigenen Körpers oder dem der Brut? Zur Tarnung? Oder als schmückendes sexuelles Signal?

 

Farbtöpfe blieben erhalten

Auf Letzteres tippt Mike Benton (Bristol), der erstmals an zwei Sauriern und einem frühen Vogel – alle aus China – Melanosomen gefunden hat, das sind Zellen in den Federschäften, in denen Vögel Pigmente einlagern. Dort werden die Federn gefärbt, entweder schwarz und grau mit Eumelanin oder rotbraun und gelb mit Phäomelanin. Die beiden Pigmente unterscheiden sich auch in der Form ihrer Melanosomen.

Und beide Formen haben die Forscher nun gefunden, im frühen Vogel Confuciusornis und im Saurier Sinornithosaurus. Der zweite Saurier, Sinosauropteryx, hatte nur Phäomelanosomen. Allerdings könnten alle diese Strukturen der Größe und Form nach auch von Bakterien stammen, die sich über die Federn hermachten. Brenton schließt das aus: Zum einen finden sich die Melanosomen im Inneren der Federschäfte; zum anderen finden sie sich nicht überall in der Haut, sie bilden Muster mit klaren Grenzen, Sinosauropteryx etwa hatte offenbar graue Streifen am Schwanz. Gewärmt werden konnte damit nichts: „Wir vermuten deshalb, dass Federn für das Farbdisplay entstanden und erst später für Isolation und Flug nützlich wurden“ (Nature, 27.1.).

Und als sie zu fliegen begannen, wie taten sie das? Darüber tobt der nächste Streit: Haben sie Flügel entwickelt, um Hindernisse am Boden leichter überwinden zu können? Oder sind sie auf Bäume geklettert und haben beim Herabspringen das Gleiten gelernt? Einer der seltsamsten Saurier, Microraptor gui, hat etwas, was aussieht wie zwei Flügelpaare hintereinander. Ob er damit fliegen konnte, hat man bisher in mathematischen Modellen klären wollen. Nun hat David Alexander (University of Kansas) das ganze Tier aus Plastik nachgebaut, Fasanenfedern darauf geklebt und in die Luft geworfen: „Microraptor war ein geschickter Gleiter und kam so gut von Ast zu Ast (Pnas, 25.1.).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.01.2010)

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