Ersetzen Blogs, Twitter und Co die Journalisten?

20.10.2011 | 14:47 |   (DiePresse.com)

Im Weißen Haus werden Blogger zu Pressekonferenzen eingeladen. Tatsächlich haben sich viele Blogs etabliert. Im Gegenzug bieten viele "arrivierte Medien" auf ihren Nachrichtenportalen Blogs von Journalisten an.

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Vor allem die Benutzer der Mikro-Blog-Seite Twitter sind die Schnellsten bei der Verbreitung von Nachrichten und Bildern - und mithin bildet sich auf dieser Plattform auch ein politisch motiviertes Netzwerk, das durch seine Organisationsstärke einen Anteil an den Revolutionen im arabischen Raum hatte.

Österreich hinkt hier zwar etwas nach, doch diverse Blogs etablieren sich immer mehr - und auch die Anzahl der Facebook- und Twitter-Nutzer steigt immer mehr an. Wird der sogenannte "Bürgerjournalist" in Zukunft die Journalisten ersetzen?

Oder aber braucht man als Mediennutzer nach wie vor die Journalisten, die Themen filtern, Erklärungen bereitstellen und ihre Meinung dazu abgeben?

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(Red.)

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10 Kommentare
Gast: schmelz
24.10.2011 15:48
0

nicht ersetzen

netzwerke wie twitter und co werden journalisten nie ersetzen können. denn diese leute erklären die zusammenhänge. ziehen wir das beispiel wikileaks her: hier wurden zehntausende von dateien der öffentlichkeit zugänglich gemacht mit mehr oder weniger grosser brisanz. der typische blogger oder twitterer kann sich durch so eine menge nur schwer durchkämpfen. genau hier brauchen wird die spezialisten: die journalisten.

Gast: Philaeus
24.10.2011 13:44
0

Eine Frage der Anpassungsfähigkeit

Ich gehe nicht davon aus, dass Blogs und soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook Journalisten verdrängen bzw. ersetzen werden. Sie stellen ein Herausforderung für den Journalismus dar und machen Informationen und Meinungen leichter zugänglich.

Sie können für Umfragen verwendet werden, bieten Journalisten die Möglichkeit ihre Inhalte ohne großen Aufwand über das Internet zu verbreiten und sorgen damit auch für mehr Reichweite. Der "ideale Journalist 2.0" muss sich diesen Veränderungen aber auch anpassen: Er schreibt nicht mehr nur für Zeitungen, Magazine etc., sondern bloggt auch über Dinge, die in den klassischen Medien, aus was für Gründen auch immer, keinen Platz haben. Über Twitter kann er auf seine Arbeit aufmerksam machen (Verlinken) und bei Facebook erhält er ein Feedback über seine Berichterstattung.

Soziale Netzwerke und Blogs sind also nicht nur für die Leserschaft praktisch, sondern stellen auch für Journalisten ein hilfreiches Arbeitswerkzeug dar. Junge Journalisten, die mit dem Internet aufgewachsen sind tun sich mit diesen Herausforderung selbstverständlich leichter. Eines ist klar, die Möglichkeiten des Web 2.0 beeinflussen den Journalismus stark. Ob positiv oder negativ, hängt ganz davon ab, wie offen Journalisten bzw. Medien gegenüber diesen Entwicklungen sind. Wer sich den Herausforderungen stellt und diese meistert, wird von den Möglichkeiten des Web 2.0 aber sicher profitieren.

Gast: gast:1
22.10.2011 09:08
0

also...

So lange der Trend im Journalismus weiter in die Richtung geht, dass sich die Arbeit des Journalisten/Redakteurs auf Copy-Paste des AgenturTickers beschränkt, solange wird der Trend WEG von der "professionellen Info-Quelle" weitergehen.

Die sich häufenden Schlampereien und Ungenauigkeiten helfen auch nicht, den Eindruck zu erwecken, dass der "gelernte Schreiberling" die bessere Quelle sei.

Beispiel: gleich der Text hier oben:
"...und Twiter-Nutzer steigt .."

ist zwar nur ein Tippfehler; aber bei einem derart kurzen Text?

Gast: lustvoller
21.10.2011 11:25
0

die vierte gewalt

Die "vierte Gewalt", dem Selbstverständnis nach Kontrollinstanz der Mächtigen, wird nun selbst kontrolliert, und das oft schärfer, als es das Gros der Journalisten gegenüber der "Obrigkeit" tut. Und nicht selten zu Recht.

Denn den Redakteuren in ihren Büros sitzen Tausende vor ihren Computern zuhause gegenüber, die auf dem einen oder anderen Gebiet Fachleute sind, während der Autor eines Artikels oft eher der versierte Vermittler ist als der Experte.

Aber vermutlich wird sich die Spreu vom Weizen ganz von selbst trennen, durch Qualität - auf beiden Seiten.

Re: die vierte gewalt

Selbstverständlich. Ich sehe keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen Bloggern und Journalisten außer dass Blogger vorwiegend kommentieren und weniger berichten. Ein Journalist einer Zeitung, der nur eine Meinungs-Kolumne füllt, der macht im Prinzip nichts anderes als typischerweise ein Blogger.

Ja, die Qualität entscheidet letztlich. Die durchschnittliche Zahl an Leser von Blogs soll knapp über einem Leser liegen. Die allermeisten schreiben primär für sich. Einige relativ wenige sind hingegen so gut und daher auch einflussreich wie Kolumnisten in Tageszeitungen.

Ich sehe also keinen Unterschied. Dass sich manche Blogger nur damit beschäftigen einige etablierte Medien zu kommentieren, ändert daran nichts. Es gibt auch Zeitungen die gelegentlich aufeinander losgehen.

Dass die Qualität bei Zeitungen typischerweise höher ist als bei Blogs liegt einfach daran, dass die Zeitung als solche eine Vorauswahl trifft und die Dümmsten garnicht an die Leser heranlässt.

Manche Blogger werden auf diese Art entdeckt und dann von Zeitungen engagiert. Für jene, die das beruflich machen, ist das eine Chance.

Wenn jemand mit seinem Blog Geld verdienen muss, dann endet er fast immer beim Zerrbild des Journalisten, der nur noch seinen Werbekunden eine Freude macht. Das habe ich schon mehrmals beobachtet. Die machen dann also sehr schnell ganz extrem das, was sie eigentlich ursprünglich anders machen wollten.

Gast: Grammophon
21.10.2011 09:41
1

Fakten ja, Meinung nicht unbedingt

Ich glaube, dass professioneller Journalismus, der Themen aufgreift, Fakten darstellt und Zusammenhänge erklärt, weiter notwendig sein wird. Traditionelle Medien, die auch im Internet vertreten sind, werden so etwas wie eine Leuchtturmfunktion in einem Meer von Information haben. Was in der Bedeutung eher schwinden wird, ist der reine Meinungsjournalismus. Konnte früher der "bekannte und berüchtigte" Chefredakteur einer Zeitung oder sogar einem Land, -dank der privilegierten Position als Gatekeeper der Information-, Themen und Richtung vorgeben, so ist seine Meinung nur mehr eine unter vielen. Ein Erosionsprozeß den auch Parteien schmerzhaft spüren, genügt es heute doch nicht mehr, einfach nur mit einem Chefredakteur verhabert zu sein, um optimale Berichterstattung zu erlangen. Durch die Möglichkeiten der Neuen Medien hat sich Meinungsjournalismus relativiert.

Gast: Freund unterschiedlicher Medien und Informationsquellen
20.10.2011 20:16
0

Nein, Blogs, Twitter und Co ersetzen nicht die Journalisten. Das Berufsfeld ist nur im Wandel und etwas breiter gefächert worden

- was eigentlich, aus meiner Sicht, zu begrüssen ist.
Zudem bloggen, twittern etc. viele Jounalisten ja auch; ebenso haben manche Zeitungen auch Blogs.

Ein Blog ist schnell eingerichtet- jede(r) ist seiner Sprache mächtig, kann über das Internet selbst zum "Journalist" werden, wenn gleich auch die Qualität einer fundierten Ausbildung und der Informationszugangsvorteil eines großen Mediums oft andere Themen schaffen.

Nicht jeder Blog ist von hoher Qualität- manche sind auch nicht originell, da sie nur reposten wie bei tumblr.com - dort werden viele Artikel- meist sind es nur Bilder- nur über reposting verbreitet- was die Ursprungsquelle verzerrt, den Inhalt aber viraler macht.

Ich würde aber generell nicht sagen, dass Journalisten immer im Vorteil betreff der Kompetenz sind. In Fachbereichen können manche Blogger "normalen Journalisten" überlegen sein- so ist ein TechCrunch oder Mashable als Blog entstanden und deren Autoren bezeichnen sich auch jetzt noch als Blogger. Diese sind aber die Technikquelle No.1 für Web, Social Media- und viele Journalisten holen sich von dort Informationen.
Umgekehrt holen sich auch Blogger von Journalisten Impulse. Oft schreiben Blogger zudem Informationen, die normale Zeitungen unter der Blattlinie nicht schreiben würden, da der Inhalt - zB lupocattivoblog.wordpress.com/ - nicht ganz geprüft ist oder nicht einer gewollten Linie entspricht.
Zudem sind Blogs meist bis auf den Blogserviceanbieter- zB blogspot.com- nicht von Werbebudgets abhängig

Antworten Gast: Pedro
21.10.2011 08:58
0

Re: Nein, Blogs, Twitter und Co ersetzen nicht die Journalisten. Das Berufsfeld ist nur im Wandel und etwas breiter gefächert worden

Es ist die Zeiteinteilung eines jeden Einzelenen. Ob ich um 20:16 einsam vor dem PC meine unbedeutende Meinung allen Kund tue oder mich weiterbilde oder mit Frau und Kind Monopoly spiele, oder am Stammtisch mit Freunden diskutiere: das hat mit Journalismus eigentlich nichts zu tun. So eingebildet wäre ich, nicht.

Antworten Antworten Gast: loccko
25.10.2011 01:47
0

Re: Re: Nein, Blogs, Twitter und Co ersetzen nicht die Journalisten. Das Berufsfeld ist nur im Wandel und etwas breiter gefächert worden

@Pedro
Sie müssen erst Zeit haben! - Sie antworten auf einen Artikel ohne auf diesen Bezug zu nehmen. Sie greifen einen Leser dezidiert ("20:16") an und schreiben, Sie wären nicht eingebildet?
- warum kommentieren Sie dann so unnütz? Sie scheinen ja schon wert auf Ihren Pseudokommentar zu legen.

Gast: lustvoller
20.10.2011 17:22
0

fördern und zwar gegenseitig

Auch wenn jedes Medium seine Vor- und Nachteile hat: Immer noch herrscht ein gewisser Streit zwischen Bloggern und Journalisten. Doch es wäre besser, wenn sich die Liebhaber von bemerkenswerten Inhalten gegenseitig fördern würden, statt sich zu bekriegen.



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