Riesenaugen: Ur-Garnele mit superscharfem Blick

07.12.2011 | 09:38 |   (DiePresse.com)

Mit mehr als 16.000 Linsen könnte Anomalocaris die besten Augen aller Zeiten besessen haben. Der Unterwasser-Räuber lebte vor mehr als 500 Millionen Jahren.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Messerscharfer Blick: Die rund 515 Millionen Jahre alten Augen der Ur-Garnele Anomalocaris sind für Forscher rekordverdächtig. Die zwei bis drei Zentimeter großen, versteinerten Sehorgane bestehen aus mehr als 16.000 Linsen. Damit gehören sie zu den größten und schärfsten Augen, die es je gegeben hat, wie Wissenschafter in der Fachzeitschrift "Nature" berichten.

Das Fossil aus dem frühen Erdzeitalter Kambrium fand sich in Schieferformationen der südaustralischen Emu-Bucht. Die komplexen Augen ähneln stark den viel kleineren Facettenaugen heutiger Insekten und Krebstiere. Die Sehkraft der Urtieres könnte aber wesentlich besser gewesen sein, vermuten die Wissenschafter von der Universität von New England im australischen Armidale.

Ein Meter langes Raubtier

Die Ur-Garnele war rund einen Meter groß und besaß keine Wirbel. Andere Funde belegen, dass sie ausgeprägte Greifwerkzeuge und zahnartige Strukturen im Mundraum hatte. Zusammen mit seinen messerscharfen Riesenaugen war das Tier ein gefürchteter Unterwasser-Räuber. Beutetiere dürfte es in Angst und Schrecken versetzt und so manche unterlegene Art zum Ausstreben gebracht haben.

Die Forscher um John Paterson identifizierten den Fund als linkes und rechtes Auge eines einzigen Individuums. Sie gehen davon aus, dass es sich nur um die Sehorgane von Anomalocaris handeln kann.

Nach Angaben der Wissenschafter ist der Fund auch ein sicherer Beweis für eine enge Verwandtschaft von Anomalocaris und heutigen Gliederfüßern wie Insekten. Damit wäre auch bewiesen, dass der Ursprung von Facettenaugen älter ist als bisher angenommen.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

10 Kommentare
Gast: Loculus
15.12.2011 11:33
0

126x126 Pixel

Also bei 16000 Facettenaugen komm ich auf eine Auflösung von 126x126 Pixel, was jetzt nicht grad als "Messerscharf" gelten kann xD

Glg, lernts Rechnen! ^^

Gast: sdth
10.12.2011 01:39
2

sgdsae

Das wär mal was fürs Running Sushi.

Gast: lavater
07.12.2011 16:06
1

Urgarnele aus dem Kabrium vor 500 Mio Jahren - welche grundlegenden Baupläne entstanden NACH dem Kambrium?

At the Cambrian explosion of animal life, 530 million years ago, some 50 phyla (basic body plans) appeared suddenly in the fossil record. Only 30 to 34 survived. The rest perished. Since then no new phyla have evolved (Gerald Schroeder)

Da NACH dem Kambrium 500 Mio Jahre keine grundlegenden Baupläne mehr entstanden, stellt sich die Frage: Hat die Evolution gefeiert ? Warum im Kabrium so viele grundlegende, geniale Baupläne und nach dem Kambrium nur mehr Variationen der bestehenden?

Schärfere Augen als diese Urgarnele hatte wohl nur Darwin, der Evolution dort sah, wo keine war und der 500 Millionen-Jahre fortdauernde Variationen von bestehenden Bauplänen mit Erfolg als “Evolution” vermarktete.

Etwas abzuwandeln, was Gott geschaffen hat, ist aber wohl nicht allzuschwer - und großartig von Evolution zu reden, wo 500 Mio Jahre kein neuer Bauplan entsteht, ist keine wissenschaftliche, sondern eine lebensanschauliche Aussage.

Antworten Gast: MönchMaier
09.12.2011 00:05
0

Re: Urgarnele aus dem Kabrium vor 500 Mio Jahren - welche grundlegenden Baupläne entstanden NACH dem Kambrium?

Na ja, der Mensch ist noch nicht so alt und evolutionär ist er sicher auch nicht entstanden - war damals wohl eher eine künstliche Kreuzung, um hier seßhaft zu werden.

Re: Urgarnele aus dem Kabrium vor 500 Mio Jahren - welche grundlegenden Baupläne entstanden NACH dem Kambrium?

Welchen Gott meinen Sie?

Es gibt soviele Götter auf diesem Planeten in den Köpfen der Menschenkinder!

Re: Urgarnele aus dem Kabrium vor 500 Mio Jahren - welche grundlegenden Baupläne entstanden NACH dem Kambrium?

Dazu gibts viele Erklärungen, können Sie z.B. auf wikipedia nachlesen oder auch in "Wonderful Life" von Stephen Gould, einem wirklich empfehlenswerten (aber etwas veraltetem) Buch. Eine Möglichkeit ist z.B. adaptive Radiation nach dem Ediacara-Massensterben (Nischen werden frei, zusätzlich morphologische Innovationen wie Augen begünstigen massive Evolutionsschübe). Bei mangelndem initialen Konkurrenzdruck gibt es mehr Möglichkeiten zur Entfaltung der Form, sobald aber die Nischen besetzt sind ists schwer für neue Phyla und viele sterben auch wieder aus.

Zu den "Abwandlungen", bedenken Sie, dass aus lanzettfischartigen Urwirbeltieren diverse Formen wie Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere geworden sind, also gabs später auch noch genug Innovation.

Es freut mich aber, dass Sie ab und zu ein neues Thema angehen, die kambrische Explosion ist echt interessant.
Für die Zukunft würd ich mir ein bisserl was von Lynn Margulis wünschen (RIP, hätte sich eigentlich einen Nachruf in der Presse verdient gehabt). Deren Evolutionskritik ist allerdings säkular und liegt Ihnen evtl. nicht.

Gast: im ernst
07.12.2011 13:59
0

you can do better.

"Zusammen mit seinen messerscharfen Riesenaugen war das Tier ein gefürchteter Unterwasser-Räuber. Beutetiere dürfte es in Angst und Schrecken versetzt und so manche unterlegene Art zum Ausstreben gebracht haben."

recht viel reisserischer und unseriöser ginge es wohl nicht mehr.

bin zunehmend enttäuscht von der wissenschaftsrubrik und deren unwissenschaftlicher berichterstattung :-/
das müsstet ihr besser können.

Antworten Gast: Teiler Dördn
07.12.2011 14:30
1

Re: you can do better.

Kann gar nicht sein. Wir wissen doch: von bösen Meteoriten abgesehen rottet nur der Mensch (genauer: weiß, männlich & Christ) andere Arten aus. Der Rest der Welt gibt sich den ganzen Tag lang Bussi-Bussi und setzt auf Nachhaltigkeit.

Re: Re: you can do better.

Die grauslichen Eiszeiten vergessen?

Unzählige Arten sind seit 2 Millionen Jahren durch Kälte ausgestorben.

Auch der Neandertaler als unser nächster Verwandter.

Re: Re: Re: you can do better.

Na, unseren "nächsten Verwandten" haben wohl unsere Ahnen ausgerottet - die sind ja auch nicht erfroren.
Und wenn das so ist, wie Sie schreiben, müssten wir uns ja über die Erderwärmung freuen!

Umfrage



Jetzt Breaking-News-Newsletter abonnieren

Die aktuellsten und wichtigsten Nachrichten sofort und kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

Bitte Javascript aktivieren!
Bitte Javascript aktivieren!





  • Wenn Katzen die Arena stürmen

    Marija Milovanovic und Julia Fabrick laden am Samstag zum Katzenvideofestival. Erstmals mit Fotowettbewerb und einem Catwalk für Kostümierte.

  • Slowenien: Salzgärten im Zwischenland

    SlowenienI. Salz ist Meer, das nicht in den Himmel zurückkehrt. In den Salzgärten bei Sečovlje wird es noch immer geerntet. Doch Arbeiter wohnen hier keine mehr.

  • Hallenbad im Hochsommer

    Jetzt biegen die Ferien also mit einer weiteren Hitzewelle in die Zielgerade.

  • Halali für Pilz und Beere

    Erntezeit. Die Blüte der Herbstanemonen steht für den Frühherbst, was uns daran erinnert, dass normalerweise jetzt die Jagdsaison auf Brombeeren, Berberitzen, vor allem aber auf Pilze eröffnet würde.

  • Klarträumer: Die Zwischentöne des Bewusstseins

    Wenn das schlafende Gehirn während des "luziden Träumens" über die eigene Wachheit reflektiert.

  • Japan: Europa muss so schön sein

    Fake-Europa. Eines der beliebten Reiseziele für Japaner ist der Alte Kontinent, aber nicht jeder schafft den weiten Weg.




  • Markus Brier: "Man darf nicht nur ans Geld denken"

    Sein Golfspiel sei reine Liebhaberei, meinte das Finanzamt bei Markus Briers erster Steuererklärung. Schlussendlich konnte der Ex-Profigolfer doch noch vier Millionen Euro Preisgeld verdienen.

  • Krisenzeiten als Goldgrube für Hedgefonds

    Lang anhaltende Abwärts- oder Aufwärtstrends sind das Wunschszenario für Managed Futures. Volatile Seitwärtsmärkte gelten hingegen als Gift.

  • China: Reiche stiegen am schnellsten aus

    Börse. Die nur für Chinesen zugänglichen A-Aktien sind teurer als 2007. Während millionenschwere Investoren häufig den Ausstieg schafften, bevor die Blase platzte, sind Kleinanleger noch eingestiegen.





  • Autonome Autos: Lesen statt lenken?

    Ab 2016 soll es in Österreich erste Teststrecken für autonome Autos geben. In einem Arbeitskreis in Alpbach wurde über die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine diskutiert.

  • Wieder auf dem Damm sein

    Viele Hochwasserschutzdämme sind über 100 Jahre alt. Nun entwickeln Forscher eine beschädigungsfreie Methode, um den baulichen Zustand von Dämmen genau zu ermitteln.

  • Mobilität: Das Wüstennetzwerk der Tuareg

    Die Tuareg leben und arbeiten in der Sahara. Die Wiener Sozialanthropologin Ines Kohl untersuchte, wie sie Migranten und Waren sicher durch die Wüste bringen.

  • Unternehmensgründer brauchen gezielte Förderung

    Neues auf den Markt zu bringen und das Risiko einzugehen, damit nicht sofort erfolgreich zu sein, zeichnen einen Entrepreneur aus. In Alpbach wurde diskutiert, wie Hochschulen Gründer dabei unterstützen können.

  • FWF: Keine „magischen Bankomaten“

    Staatssekretär Mahrer verweist auf Investitionen.



Jobsuche




>> zur Detailsuche




AnmeldenAnmelden