Geologie: Wie hoch steigt das Meer?

14.03.2012 | 18:17 |   (Die Presse)

Paläodaten, die 20 Meter befürchten ließen, verlieren durch neue Deutung die Hälfte des Schreckens. Vor 400.000 Jahren lagen die Meeresspiegel um 20 Meter höher als heute Darauf deuten zumindest alte Sedimente.

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Vor 400.000 Jahren, in einer ungewöhnlich warmen und langen Zwischeneiszeit („marine isotopic stage, MIS 11“), lagen die Meeresspiegel um 20 Meter höher als heute. Darauf deuten zumindest alte Sedimente an den Küsten der Bahamas und Bermudas, sie liegen heute hoch oben im Gestein. Offenbar hat die Erwärmung das gesamte Eis über Grönland und der westlichen Antarktis schmelzen lassen, manche Forscher vermuten auch, dass die Ostantarktis eisfrei gewesen sein muss, in ihr ist achtmal so viel Wasser gebunden wie in den beiden anderen Eisschilden zusammen.

Viele sehen in dieser Periode eine Mahnung für das, was die heutige Erwärmung bringen könnte: 20 Meter, wenn neben Grönland und der westlichen Arktis auch die östliche schmilzt. Und die Bermudas und Bahamas gelten als besonders verlässliche Zeugen: An anderen Küsten gab es (zu anderen Zeiten) noch stärkere Meeresspiegelerhöhungen, auf Hawaii etwa. Aber diese Inseln sind nicht stabil, sie werden von Vulkanen unter ihnen gehoben, das ist bei den Bermudas und Bahamas nicht so.

Allerdings kam für die Sedimente hoch in den heutigen Küste 2007 eine konkurrierende Erklärung: Auf der Kanareninsel La Palma vor Afrika sei ein halber Vulkan ins Meer gerutscht. Der folgende Tsunami sei quer durch den Atlantis gefahren und auf die Bahamas und Bermudas geprallt, sie liegen nahe der Ostküste der USA. Diese Gefahr drohe heute wieder, dann werde es New York treffen. Das machte Schlagzeilen, in der Forschung blieb es umstritten.

Die hat nun eine weniger spektakuläre Erklärung: Die Bahamas und Bermudas lagen in der Eiszeit vor MIS 11 am Rand des Eisschildes, der ganz Nordamerika bedeckte. Dort kam es erst durch die Last des Eises und dann durch die Befreiung davon zu komplexen Verformungen der Erdkruste. Maureen Raymo (Columbia University) hat die Effekte für die Bahamas und Bermudas durchgerechnet: Sie erklären etwa die Hälfte der 20 Meter. Das Meer stieg nur um sechs bis 13 Meter (Nature, 14.3.). Das bringt immerhin eine Beruhigung: Die östliche Antarktis ist selbst während dieser langen Warmperiode nicht geschmolzen. jl

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.03.2012)

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15 Kommentare
Gast: Die DVD ist die Axt für das gefrorene Meer in uns!
16.03.2012 23:47
0

so, jetzt hab ich das auch gelesen....

....Danke, das ihr es noch nicht weggeräumt habt;-)) Ein Tipp: es gibt bei Saturn eine DVD, die heisst "Unsere Ozeane" von Jacques Perrin.....6,99 Euro....empfehlenswert!

Gast: nestbeschmutzer
16.03.2012 17:48
4

Warm? Warum?

Wer hat damals so viel CO2 produziert? Wer fuhr damals so viel Auto? Oder gabs mehr Kuhschaas? Fragen über Fragen.
Aber wirklich: warum wars damals so warm, ohne das die Fachleute da ihren Senf dazu geben konnten. Darf das Klima das überhaupt? S'is doch verboten!!!!

Wo bleibt der

Alfie mit seinen grünen Klima-Wandel-Ergüssen?

Gast: Wühler
15.03.2012 12:31
2

Na wenn der Tsunami

quer durch den Atlantis gefahren ist, hat er sich wohl verfahren;-)

Re: Na wenn der Tsunami

ach gottchen,
sind Sie aber lustig

wäre wohl besser gewesen,...

wenn Sie statt dieser müden "Scherzreplik" Ihren Schreibfehler im Text erkannt hätten:

Der Tsunami ist sicher nicht durch Atlantis (=die Stadt von Platos Utopia) sondern über den Atlantik (= der "große Teich" zwischen Europa/Afrika und Amerika) "gefahren" (auch kein ganz treffendes Verb für die Fortbewegung einer Welle)

Gast: Klara--
15.03.2012 09:54
0

Die Meeresspiegel? Ich dachte es gibt nur einen Meeresspiegel?

Streng genommen...

...ist er nicht überall gleich hoch.

Wieder eine Klima-Lüge

der Treibhaushysteriker enttarnt!

Gast: Das Meer ist salzig wie die Träne, die Träne ist salzig wie das Meer. Das Meer und die Träne sind durch die Einsamkeit verwandt. Das Meer hat sie schon, die Träne sucht sie!
15.03.2012 02:40
1

Geologie: Wie hoch steigt das Meer?........

....das ist sehr interessant, aber ich muss jetzt schlafen gehn.....BITTE, lasst das so stehen und bitte nicht wegräumen, ich lese es ganz sicher morgen/heute!

Re: Geologie: Wie hoch steigt das Meer?........

Und viele Südsee-Inseln versinken langfristig auch im Meer,weil der Lava-Nachschub aus dem Untergrund ausbleibt

und nicht weil der Meeresspiegel steigt.

Der Meeresspiegel ist seit 2008 stabil geblieben.

In einigen Millionen Jahren werden die Hawaii-Inseln deshalb im Meer versinken.

Aber von Geologie haben die Grünen keine Ahnung.

Auch nicht von Biologie und Ökologie.


Re: Re: Geologie: Wie hoch steigt das Meer?........

bei den niedergelegeen suedseeinseln ist der begriff 'land' zudem etwas komplexer: korallenriffe wachsen seit jeher mit dem meeresspiegel mit, stuerme koennen durch anschwemmen von material die landflaeche vegroessern.

Re: Re: Re: Geologie: Wie hoch steigt das Meer?........

Aber sie versinken trotzdem relativ rasch,wenn der Vulkan-Nachschub für diese Inseln ausbleibt!

Denn Korallen wachsen sehr langsam.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: geo 1
19.03.2012 21:21
1

Re: Re: Re: Re: Geologie: Wie hoch steigt das Meer?........

Die Korallen wachsen immer um ein vielfaches schneller als der Meeresspiegel steigen kann; es ist unmöglich das ein Korallenriff "absäuft"; viele Riffe bestehen aus on Stürmen etc. abgearbeiteten Riffschutt mit nur eine kleinem aktiven Kern der echt wächst (10% oder so); für Korallen und die mit ihnen verbundenen Algen sind Licht und Temperatur viel massgeblicher (verunreinigtes oder trübes Wasser, zu kalt, etc..), das bisschen Meeresspiegelanstieg halten die viele hundert bis über 1000m hohen Riffe locker aus - haben auch die letzten paar Eiszeiten mit Schwankungen um 200m überlebt;

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: geo 1
19.03.2012 21:20
0

Re: Re: Re: Re: Geologie: Wie hoch steigt das Meer?........

Die Korallen wachsen immer um ein vielfaches schneller als der Meeresspiegel steigen kann; es ist unmöglich das ein Korallenriff "absäuft"; viele Riffe bestehen aus on Stürmen etc. abgearbeiteten Riffschutt mit nur eine kleinem aktiven Kern der echt wächst (10% oder so); für Korallen und die mit ihnen verbundenen Algen sind Licht und Temperatur viel massgeblicher (verunreinigtes oder trübes Wasser, zu kalt, etc..), das bisschen Meeresspiegelanstieg halten die viele hundert bis über 1000m hohen Riffe locker aus - haben auch die letzten paar Eiszeiten mit Schwankungen um 200m überlebt;



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