Interkulturelles Feiern: Ostern anderswo

02.04.2012 | 12:09 |   (DiePresse.com)

Wenn im Kindergarten oder in der Schule über Ostern gesprochen wird, sollte nicht vergessen werden, dass nicht überall gleich gefeiert wird.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Nicht überall wird das Osterfest gleich gefeiert. Das sollte auch bedacht werden, wenn man mit Kindergruppen das Osterfest bespricht oder vorbereitet. Eine kleine Übersicht über die unterschiedlichen Bräuche.

Mehr zum Thema:

ÖSTERREICH: Ein am Gründonnerstag gelegtes Ei zu essen, bringt nach altem Volksglauben Glück. Diesem Antlass-Ei - abgleitet vom mittelhochdeutschen "antlaz" für Ablass oder Lossprechung von Sünden - schreibt man auch Heilkräfte zu. Als Schutz vor Feuer werden die Eier in Dachböden gelegt.

GROSSBRITANNIEN: Die Briten essen zu Karfreitag "cross buns", Rosinengebäck mit einem eingeritzten Kreuz. Zu Ostern lassen sie bunt gefärbte Eier um die Wette von einem Hügel rollen.

UNGARN: Das "Begießen" von Frauen und Mädchen am Ostermontag geht auf einen vorchristlichen Fruchtbarkeitsbrauch zurück. Männer besuchen verwandte oder befreundete Frauen und besprengen sie mit Parfüm. Dafür werden sie mit Ostereiern, Kuchen und Alkohol bewirtet.

ITALIEN: In vielen Dörfern gibt es Inszenierungen des Leidensweges Christi ("Via Crucis") und Oster-Prozessionen. Back-Spezialität ist die "Colomba Pasquale" (Ostertaube) aus Hefeteig. Am Ostermontag gibt es zum Frühstück die mit Gemüse und Ei gefüllte "Torta Rustica".

SPANIEN: Bei Prozessionen frommer Bruderschaften werden riesige Jesus- und Heiligenfiguren durch die Straßen getragen. Vielerorts sind die Teilnehmer mit spitzen Kapuzen vermummt, einige tragen als "Büßer" eiserne Ketten.

FRANKREICH: Traditionell stellen Chocolatiers in Handarbeit Osterglocken und andere oft teure Schokoladenfiguren her. In der Bretagne werden am Karfreitag Veilchen ausgesät, die Blumen der griechischen Göttin Persephone. Sie lebte nach einem Kompromiss mit ihrem Gatten, dem Unterweltgott Hades, und ihrer Mutter, der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter, eine Hälfte des Jahres über und die andere Jahreshälfte unter der Erde.

GRIECHENLAND: Während der Osterwoche werden stundenlange Messen gefeiert. Am Samstag um Mitternacht verkünden die Priester "Christus ist auferstanden", die Gläubigen erwidern "Er ist wahrhaftig auferstanden". Dazu wird ein Feuerwerk gezündet. Am Ostersonntag wird mit Lammfleisch und Rotwein gefeiert, dazu gibt es "Kokoretsi" - ein Gericht aus den Lamm-Innereien.

RUSSLAND: Zu Beginn des orthodoxen Ostergottesdienstes zieht die Gemeinde in einer Prozession mit Kreuzen und Kerzen um die Kirche. Auf die vorösterliche Fastenzeit folgt das Fastenbrechen mit "Pascha", einer gehaltvollen Quarkspeise, und dem Kuchen "Kulitsch".

USA: Gefeiert wird mit vielen Osterparaden. Viele Zuschauer tragen Fantasie-Osterhüte. Im Weißen Haus in Washington dürfen Kinder Eier suchen und mit ihnen "Eier rollen".

AUSTRALIEN: Auf dem unter einer Kaninchenplage leidenden Kontinent sind auch Hasen verpönt. Eier bringt stattdessen das Osterbilby, ein Beuteltier mit großen Ohren. Süßwaren-Hersteller haben Bilbys aus Schokolade im Angebot.

PHILIPPINEN: In dem Dorf Cutud wird am Karfreitag die Kreuzigung Jesu nachgestellt. Junge Männer tragen ein Holzkreuz auf einen Hügel und lassen sich an Händen und Füßen festnageln. Dann werden die Kreuze aufgerichtet. Die Männer betrachten das als Sühne, die katholische Kirche kritisiert das Ritual.

SÜDAFRIKA: Eine Spezialität sind die köstlich duftenden "Hot Cross Buns" - mit Zuckerguss-Kreuzen überzogenes lebkuchenähnliches Gebäck.

(Dpa)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

  • Ostern im Unterricht

    Bild: (c) APA/BARBARA GINDL (BARBARA GINDL) Die Kinder kurz vor den Osterferien noch für die Schule zu motivieren, ist oft nicht einfach. Arbeitsblätter, Lückentexte, Kreuzworträtsel und Rechenbeispiele zum Thema Ostern können dabei helfen.

Mehr aus dem Web

Umfrage

  • Was halten Sie vom Rauchverbot in der Gastronomie?
  • Das Verbot ist gut.
  • Das Verbot kommt zu spät.
  • Es ist schlecht.
  • Weiß nicht; egal.

Umfrage



Jetzt Breaking-News-Newsletter abonnieren

Die aktuellsten und wichtigsten Nachrichten sofort und kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

„Die Presse“ GESCHICHTE – 150 Jahre Ringstraße

Bitte Javascript aktivieren!
Bitte Javascript aktivieren!





  • Hubert von Goisern: „Amerika hat wirklich wehgetan“

    Hubert von Goisern erklärt, wieso er ungern Rückschau hält, Angst vor der Bühne hat – und warum die Arbeit am neuen Album schmerzhaft war.

  • Einstiegsdroge Südisland

    Island. Newbies auf der Insel von Feuer und Eis wählen am besten den Golden Circle in Südisland, eine Route, an der die größten Attraktionen liegen – unter anderem Tankstellen, in denen man bei jedem Wetter Softeis genießt.

  • Hola-di-hi, hola-di-ho

    Nach der Biene Maja und Wickie ist jetzt also auch die Heidi 3-D-technisch aufgemotzt worden.

  • Winzige wilde Kerle in Himmelblau

    Leberblümchen stehen unter Naturschutz, doch kommendes Wochenende kann man nebst vielem anderen auch Wildblumen wie diese auf der Raritätenbörse des Botanischen Gartens der Uni Wien kaufen, heimtragen und im Garten einbuddeln.

  • „Darf ich einmal Ihre Stradivari halten?“

    Konzertkreuzfahrt. Mit den Wiener Philharmonikern und Zubin Mehta im Mittelmeer.

  • Königliche Erdbeeren statt bäuerlichen Opiums

    Thailand. König Bhumibol verwandelte einstige Schlafmohnkulturen in Obst- und Gemüseplantagen. Auf dem Pfad der Königstreuen in der thailändischen Schweiz.



  • "Kalte Progression": Die Rechnungen gehen auseinander

    Der Grüne Budgetsprecher Rossmann kritisiert, dass die Berechnungen für 2013 um bis zu 800 Millionen Euro divergierten.

  • Von Schnitt, Säure und Schauraum

    Weinbau. Die Boku Wien baut ihre Kompetenz durch Kooperationen aus und bietet neben einem Universitätslehrgang das zweite Masterstudium zum Thema Wein in Österreich an. Aber auch andere Programme vermitteln Know-how.

  • „Irgendwas mit Medien“

    Kommunikation. Von Journalismus über Mediaforschung und Medienmanagement bis zu Marketing- und PR-Abteilungen: Zu wissen, wie man mit wem wann, wo und auf welche Art in Kontakt tritt, wird überall zum Erfolgsfaktor.






Jobsuche




>> zur Detailsuche



AnmeldenAnmelden