Adam Sandlers schlechtester Film aller Zeiten

02.04.2012 | 17:23 |  Von Klaus Stöger (Die Presse)

„Jack und Jill“, der neue Film von Adam Sandler, wird von Kritikern zerrissen. Die Komödie erhielt am Sonntagabend die „Goldene Himbeere“ 2011. Den erfolgreichen US-Komiker dürfte das aber wenig kratzen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Diesen Film konnte nicht einmal mehr Al Pacino retten: In gleich zehn Kategorien erhielt die Komödie „Jack und Jill“ von Adam Sandler Sonntagabend die „Goldene Himbeere“ 2011. Sie wird als eine Art „Gegen-Oscar“ seit 1981 vergeben – aber nur für besonders schlechte Leistungen im Filmgeschäft. Sandler selbst räumte dabei gleich auch die Preise für den schlechtesten Schauspieler, aber auch für die schlechteste Schauspielerin ab: Denn der 45-Jährige verkörpert in dem Film nicht nur Jack, sondern auch dessen Zwillingsschwester Jill.

Mehr zum Thema:

VIDEO: Zehn Goldene Himbeeren für Adam Sandler

Goldene Himbeere: Adam Sandler stellt Rekord auf / Bild: rca

Der US-Komiker Adam Sandler hat mit seinem Film "Jack and Jill" offenbar kein Fettnäpfchen ausgelassen und mit zehn Schmähpreisen einen neuen Rekord aufgestellt.



Und Hollywood-Legende Al Pacino, der sich in einem Gastauftritt selbst spielt, wurde ebenfalls mit einer Goldenen Himbeere geadelt: Für die mieseste Leistung eines Nebendarstellers. Zehn Himbeeren für einen Film sind das bisher vernichtendste Ergebnis in der Geschichte des „Obst-Oscars“. Wie andere damit ausgezeichnete Filmgrößen erschien auch Sandler Sonntagabend nicht, um den Preis persönlich entgegenzunehmen. Ob dem erfolgsverwöhnten Komiker das Lachen im Hals stecken bleibt? Wohl kaum, immerhin lockten nicht zuletzt schon die Nominierungen für die Goldene Himbeere zahlreiche Neugierige ins Kino. Von Mitte November 2011 bis Ende Februar 2012 spielte die Komödie weltweit rund 150 Millionen Dollar ein. Die Produktionskosten betrugen knapp 80 Millionen Dollar.

Da wird auch die Schmähtrophäe nichts daran ändern, dass der gebürtige New Yorker weiter einer der bestverdienenden US-Schauspieler bleibt. Laut Magazin „Forbes“ rangierte er 2008 auf Platz zehn und damit in einer Liga mit Bruce Willis und Nicolas Cage. Das Standbein dafür liegt in seinem Talent als Komiker: Sandler begann in einem Club in Boston als Stand-up-Comedian, entdeckt wurde er allerdings in Los Angeles in den frühen 1980er-Jahren. In New York absolvierte er ein Schauspielstudium, parallel dazu trat er in der legendären „Cosby Show“ auf. Dort spielte er Smitty, den Freund von Theo Huxtable. Danach wechselte er zunächst als Autor, später als Darsteller zur Comedy-Show „Saturday Night Live“. Die fünf Jahre als Ensemblemitglied der populären TV-Show machten Sandler US-weit bekannt.

1995 folgte dann der erste Film: „Billy Madison – Ein Chaot zum Verlieben“. Ein Jahr darauf drehte er „Happy Gilmore – Ein Champ zum Verlieben“. Aus diesen beiden Filmtiteln kreierte Sandler dann den Namen seiner Produktionsfirma „Happy Madison“, die seit 1999 seine Filme herausbringt. Mit dem Streifen „Waterboy – Der Typ mit dem Wasserschaden“ machte Sandler 1999 erstmals Bekanntschaft mit der Goldenen Himbeere: Er wurde für seine dortige Darstellung als schlechtester Schauspieler nominiert.

Danach folgten aber die Kassenschlager: „Big Daddy“ brachte auch den Durchbruch in Europa, mit der Liebesgeschichte „Punch Drunk Love“ heimste er eine Golden-Globe-Nominierung ein. Abseits von Klamauk versuchte sich Sandler 2007 als ernsthafter Schauspieler in dem Drama „Reign over Me – Die Liebe in mir“.

Darin verkörpert er einen Mann, dessen Frau und Töchter bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 ums Leben gekommen sind. Der Film erntete gemischte Kritiken. Kontroversiell diskutiert wurde auch die Agentenpersiflage „Leg dich nicht mit Zohan an“, ein Versuch, sich über jüdische und palästinensische Klischees lustig zu machen.

Seit einem Jahr ist Sandler übrigens ein Stern auf dem „Walk of Fame“ in Hollywood gewidmet. Politisch engagierte sich der Komiker 2008 in einem Prominentenkomitee, das die Nominierung des früheren New Yorker Bürgermeisters Rudy Giuliani als Präsidentschaftskandidat der Republikaner unterstützte. Sandler gibt selten Interviews und hält sein Privatleben weitgehend bedeckt. Der zweifache Familienvater ist seit 2003 mit dem früheren Model Jacqueline („Jackie“) Titone verheiratet. Die Ehe gilt als skandalfrei.

Auf einen Blick
„Jack und Jill“, die neue Komödie von US-Komiker Adam Sandler, ist bei den Filmkritikern durchgefallen. Sandlers seit November 2011 laufender Streifen kassierte Sonntagabend nicht weniger als zehn Goldene Himbeeren – ein neuer Negativrekord in der Geschichte der „Gegen-Oscars“. Geehrt wurden unter anderem die schlechten Leistungen von Sandler als Schauspieler, aber auch der Gastauftritt von Al Pacino erhielt einen „Obst-Oscar“. Wie andere Preisträger vor ihm kam Sandler nicht zur Verleihung.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

3 Kommentare

Leute zahlen..

...ja auch um den Lugner im TV zu sehen, und die sind auch wahlberechtigt! Schon spätestens nach Zohan hätte er sich irgendwo vergraben können, es ist genug von ihm gezeigt worden und eine Zumutung!

Gast: Wetterhahn
02.04.2012 13:19
1

Awkward

unbeholfen
umständlich
ungeschickt
unbeholfen
peinlich
unangenehm
schwierig
linkisch

Einfach so wie der Andreh Heller in Tel Avive
und Wien. Nirgends passt er richtig hin.

Gast: freund?
02.04.2012 12:18
2

sandler ist unerträglich...



ich erinnere mich mit grausen an eine ca 10-minütige kostprobe aus seinem werk 'waterboy' BRRRRR !

Österreichs Hoffnungsträger - Jung und talentiert



Jetzt Breaking-News-Newsletter abonnieren

Die aktuellsten und wichtigsten Nachrichten sofort und kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

Bitte Javascript aktivieren!
Bitte Javascript aktivieren!



  • Viennale: Pasolini und die Zombie-Braut

    Von Joe Dantes „Burying the Ex“ bis zu Abel Ferraras Hommage an Pier Paolo Pasolini: ein Wegweiser durch das elefantöse Programm des Filmfestivals.

  • Gale Anne Hurd: „Gefahren so real wie möglich zeigen“

    Die Produzentin des TV-Hits „The Walking Dead“ schuf in den 80er Jahren zwei Sci-Fi-Klassiker. Im „Presse“-Interview spricht sie über Frauenfiguren, Hollywood und Arnold Schwarzenegger.

  • "Tatort" Ludwigshafen: Die Rache des Opfers

    Ein Mann wird in "Blackout" unter K.O.-Tropfen gesetzt und umgebracht. Lena Odenthal tappt schlaflos auf falschen Fährten.

  • Heimat ein Recht, Nation eine Fiktion

    Hat der Nationalstaat als Heimat ausgedient, ist das neue Zuhause Europa? Jedenfalls, so behauptet Robert Menasse in seinem neuen Buch.

  • Essl und das optische Rauschen

    In seiner Reihe „Emerging Artists“ präsentiert das Essl-Museum nun österreichische Malerei. Allzu viel lässt sich bei den 50 Künstlern aber nicht entdecken.

  • Das TV-Lagerfeuer brennt noch

    Bei den Medientagen München wurde über die Zukunft des Fernsehens diskutiert. Man war sich einig: Der Konsum von Streaming-Diensten steigt, Live-Events werden dennoch nicht verschwinden.



  • Benvenuto im Brunello-Land

    Italien. Höchste Eleganz, großes Potenzial und Langlebigkeit – dafür steht der Brunello di Montalcino. Und jetzt wird der Aristokrat unter den Weinen auch bio.

  • Zum Julebord nach Norwegen

    Kreuzfahrt für Anfänger: in Kiel nachmittags ablegen, essen, trinken, tags darauf Oslo anschauen, um 14 Uhr wieder an Bord gehen, essen, trinken und tags darauf in Kiel ankommen. Schlecht?

  • Tacos, Tortillas, Tamales – das mexikanische Vitamin T

    Mexiko-Stadt. „Wenn der Bauch voll ist, ist das Herz glücklich“, sagt ein mexikanisches Sprichwort. In der Megacity ist der Weg zum Glück nie weit: An jeder Ecke lockt eine Straßenküche.

  • Queen Elizabeth II. twitterte, oder auch nicht

    Die 88-jährige Monarchin soll zum ersten Mal selbst getwittert haben, allerdings gibt es da ein kleines Problem. Finden Sie den Fehler.

  • Reykjavík: Klang der Erde

    Wer nicht schon als Teenager in mindestens einer Band spielt oder Gedichte verfasst, gilt auf Island als verdächtig. Ein Besuch in der Kulturmetropole Reykjavík.

  • Obauer: „Fühlen uns noch am Anfang“

    Zum 20. Mal vier Hauben für Karl und Rudolf Obauer. Sie erhalten ein ganz eigenes System: mit Hahnenkämmen, Datteln, Sake – und Sport.



  • Führen auf Österreichisch

    Nationalität. Konservativ, jovial, relativ fit: Sind Österreichs Manager wirklich so? Jein, ergibt der neue Hernstein-Management-Report. Im Vergleich zu Deutschland gibt es deutliche Unterschiede.

  • Expertise für den Südostrand Europas

    Regionen. Österreich ist mit den Balkanländern historisch wie auch aktuell eng verbunden. Gemeinsam mit der Türkei gelten sie als aussichtsreiche, aber auch schwierige Märkte. Gute Gründe, sich eingehend mit ihnen auseinanderzusetzen.

  • Heldentaten für die Mitarbeiter

    Storytelling. Wenn Führungskräfte ihre Botschaften effizient im Unternehmen kommunizieren wollen, sollten sie diese als Geschichte verpacken. Kommunikationsexpertin Silvia Ettl-Huber erklärt in ihrem Buch, wie.





  • Marxergasse 24: Bürohaus mit Ablaufdatum

    Dem leer stehenden Gebäude aus den 1970er-Jahren in der Marxergasse 24, dem ehemaligen Bundesrechenzentrum, wird wieder Leben eingehaucht.

  • Schöne, reiche Inselwelt

    Das weltweit wachsende Vermögen erhöht die Nachfrage nach alternativen Immobilienanlagen – der aktuelle Candy GPS Report ermittelte die 20 beliebtesten Inseln der Superreichen.

  • Ziegel, Lehm und Sonne

    Lange hat der Bauherr überlegt. Doch dann ging alles ganz schnell: planen, abreißen, neu bauen. So entstand ein mediterranes Haus im Wienerwald mit natürlichen Baustoffen.

  • Parlamentsumbau: Generalplaner präsentierten Projekt

    Der Plenarsaal des Hohen Hauses wird räumlich aufgewertet und erhält ein Glasdach. Das Besucherzentrum wächst.



AnmeldenAnmelden