Auch gigantische Dinosaurier trugen ein Federkleid

05.04.2012 | 09:08 |   (Die Presse)

Eine neun Meter lange und 1,4 Tonnen schwere Art, die in der mittleren Kreidezeit in China lebte, war mit Flaum bedeckt.

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Seit etwa zehn Jahren haben Funde vor allem in China gezeigt, dass auch Dinosaurier gefiedert waren, aber diese Tiere waren eher klein, die bisher größten – Beipiaosaurus – maßen zwei Meter. Aber nun hat eine Gruppe um Xin Xu (Peking) drei Giganten ausgegraben, ein erwachsenes und zwei heranreifende Exemplare. Das erwachsene hatte eine Körperlänge von neun Metern und ein Gewicht von 1,4 Tonnen, und es war, wie die beiden anderen, mit Flaumfedern überzogen. Deshalb nannten die Forscher diese Art Yutyrannus huali, „yu“ heißt auf Mandarin „Federn“, „huali“ heißt „wunderbar“, den „tyrannos“ kennt man schon von späteren Giganten.


Schwieriger als die Taufe ist die Erklärung: Fliegen konnten diese Tiere sicher nicht, dazu waren sie viel zu groß, und ihre Federn waren nicht stark und steif, sondern eher so „wie die Daunen an frisch geschlüpften Hühnchen“ (Xu). Und dass sie die Federn zum Wärmen hatten, ist unwahrscheinlich: Derart gigantische Tiere haben eher Probleme damit, Körperwärme abzuleiten. Sie müssten in einer extrem kalten Zeit gelebt haben, und sie lebten auch in einer kühlen, in der mittleren Kreide, aber so kalt war es da auch wieder nicht. Bleibt als Alternative, dass die 16 bis 20 Zentimeter langen Federn als Schmuck und Signale dienten (Nature, 4. 4.).  jl

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.04.2012)

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