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Hochegger: Sieben Millionen für "Netzwerkpflege"

12.04.2012 | 16:02 |  Hellin Sapinski (DiePresse.com)

Ticker-Nachlese: Der Lobbyist Peter Hochegger erklärte im U-Ausschuss seinen "Zugriff auf Ex-Minister Strasser" und sein Verhältnis zu "Geldtöpfen". "Auf's Aug' gedrückt" habe er aber niemandem etwas. DiePresse.com war live dabei.

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Schon zum zweiten Mal gab der Lobbyist Peter Hochegger ein Stelldichein im Korruptions-Untersuchungsausschuss. Konkret ging es um seine Firma Valora und sein „Netzwerk". Gleich zu Beginn erklärte Hochegger: „Es war die Überlegung, Ex-Politiker aufgrund ihrer Kontakte, ihrer Beziehungen und ihres Know-hows partiell an die Agentur zu binden". Ab 2004 habe er diese auch zum Nutzen der Telekom Austria eingesetzt. Als Beispiel nannte er Ex-SP-Telekommunikationssprecher Kurt Gartlehner. Dieser habe Themen „auf die Reise gebracht". Hochegger betonte aber, niemandem etwas „auf's Aug' gedrückt" zu haben. Vielmehr habe er „Win-win-Situationen" hergestellt.

Weiters bestätigte er, dass über seine Firma 20.000 Telekom-Euro an die Tiroler VP-Abgeordnete Karin Hakl geflossen sind - als „Druckkostenbeitrag". Dass das Geld aber eigentlich für deren Wahlkampf verwendet wurden, habe Hochegger nicht gewusst. Zum Thema Scheinrechnungen meinte er dann: Es sei ein gewisser Prozentsatz für „Netzwerkpflege" herangezogen worden. In Summe habe es sich um sieben Millionen Euro und 16 Aufträge gehandelt. Gegenleistungen? „Es gab definierte Ziele", gab sich Hochegger kryptisch.

Das dritte Thema bildete Hocheggers Kontakt zu Ex-VP-Innenminister Ernst Strasser. Dieser habe zwei Jahre lang für ihn gearbeitet, für 50.000 pro Jahr. „Ich persönlich habe einmal auf Strasser zugegriffen - im Zuge der Bulgarien-Verhandlungen", so der Lobbyist. Bei einem Abendessen mit dem bulgarischen Premier habe Strasser „seine Expertise kundgetan". Auch Ex-SP-Kanzler Alfred Gusenbauer will Hochegger auf seiner Payroll gehabt haben. Es habe mehrere Treffen gegeben und sei um erneuerbare Energien gegangen. Gusenbauer will den Lobbyisten aber gar nicht gekannt haben.

Zuletzt wurde die Causa „Finanzierung von Parteimedien" aufgegriffen. 89.400 Euro zahlte die Telekom 2004 an die FP-Parteizeitung „Neue Freie Zeitung" (NFZ). Abgewickelt wurde die Zahlung über die Agentur ZehnVierzig des FPÖ-nahen Lobbyisten Walter Meischberger, eine Gegenleistung soll es nicht gegeben haben. Hochegger will von solchen Zahlungen nichts wissen. BZÖ-Fraktionsführer Stefan Petzner wurde laut: „Wer sagt die Unwahrheit?" Hochegger: „Man wird es herausfinden."

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48 Kommentare
 
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Gast: Tutenchamun
13.04.2012 08:13
1 0

Club Phönix

Wieso dürfen sich eigentlich die Freimauerer der Aussage entschlagen, nur weil sie lieber Geheimniskrämerei betreiben? Sind sie etwa Beschuldigte?
Stehen sie üer dem Staat?
Sollten sie verboten werden?

0 0

Wer hat was gewußt

Im Morgenjournal qualifizierte der Moderator die Telekom-Geldflüsse als moralisch bedenklich, jedoch nicht als Korruption. Es wäre an der Zeit einmal nachzufragen, wer waren denn die Parteivorsitzenden jener Parteien, die Gelder erhalten haben und wer hat billigend davon gewußt.

U-Ausschuss: 10 Fragen an Karl-Heinz Grasser

Antworten auf Fragen, zu denen der Ex-Finanzminister nächste Woche im U-Ausschuss schweigen wird.

http://bit.ly/dmEuhN

Antworten Gast: Tutenchamun
13.04.2012 08:32
0 0

Re: U-Ausschuss: 10 Fragen an Karl-Heinz Grasser

Aha.

Gast: Gast987
12.04.2012 23:46
2 0

Wahrheit und Lüge

Der Hochegger macht als PR-Mann das, was PR-Leute am besten können: Wahrheit mit Lüge so zu vermischen, dass man die beiden am Ende nicht mehr unterscheiden kann.

Sein Ziel dabei: Verwirrung stiften um den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Dabei instrumentalisiert er die geifernden Politiker auf fast schon wieder geniale Weise...

Kafkaesk.

1 1

Re: Wahrheit und Lüge

Ich hoffe nur, dass die Ermittler der Verantwortungsstrategie Hocheggers nicht auf den Leim gehen. So reuig und einsichtig er sich auch geben mag, einem der fähig ist, eine ganze Republik jahrelang am Schmäh zu führen, traue ich einen Charakterwandel wie er ihn jetzt der Öffentlichkeit vorspielt einfach nicht zu.

Wetten wir,

dass Pilz kein Wort über die betroffenen Sozialisten verlieren wird. Dafür wird er weiterhin Schritt für Schritt ÖVP-Politiker oder Organisationen verdächtigen.

Der ganze U-Ausschuss ist nur eine, vom Steuerzahler bezahlte, politische Wahlkampf-Show in eine Richtung.

Dabei geht es scheinbar nicht einmal um strafbare Tatbestände und meist nur um verhältnismässig kleine Summen. Die wirklich großen Brocken, durchwegs mit sozialistischer Beteiligung, interessieren den selbsternannten "Saubermann und Staatspolizisten" nicht.

Re: Wetten wir,

du armer, armer parteipolitischer einfaltspinsel!

Pecunia non olet?

Der Topf enpuppte sich als ein nachttopf. Randvoll. Tja. Und jetzt stinkt es ganz gewaltig.

habe gerade an anderer - versteckter - Stelle gelesen . . .

. . . dass 1/3 der Pflichtschulabgänger nicht sinnerfassend lesen können.

Wenn das nur annähernd stimmt, werden wir gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch schon sehr bald Probleme ganz anderer Natur haben.

Das sollte aber natürlich kein Grund sein, nicht auch hier dem Recht und der Gerechtigkeit zum Durchbruch zu verhelfen.

Es ist nur leider typisch für unseren politischen Diskurs, die Kultur und Qualität der Akteure und deren Handlungen, dass Dogmen, Gaunereien, Inkompetenz, Nepotismus usw. bestimmend und prägend sind und nicht die konstruktive, umsichtige und entschlossene "Sorge" um die Zukunft.

Die Energie und Aufmerksamkeit aller Interessensgruppen, der Politikern, der Medien, der Gerichtsbarkeit und die des Wahlvolkes wird so vergeudet, die Geduld überbeansprucht.


privatadresse

hat jemand hocheggers privat-adresse? ich haette da ein paar fragen.....


Gast: Messalina-X
12.04.2012 19:31
4 0

Freimaurer...


Nur durch Druck von außen wird sich etwas ändern

Legen wir die Sümpfe trocken indem wir ein starkes Zeichen für einen Volksentscheid setzen damit es auch endlich in Österreich zu strengen Antikorruptionsbestimmungen, gläserne Parteikassen usw. kommt.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/446198_Macht-bzw.-Ohnmacht-der-Waehler.html

Gast: Argentinische Freunde
12.04.2012 18:48
3 5

Ein Peanut in der ÖVP Netzwerkpflege


14 2

i steh auf den Hochegger

lang dürfen´s im Ausschuß nicht mehr nachfragen.
sonst kommen´s noch drauf, die Antikorrupten, dass sie ohne es zu wissen auf der Gehaltsliste vom Hochegger g´standen sind....
lol

Gast: 1. Parteiloser
12.04.2012 17:32
10 0

7 Mio. Euro zum Anfüttern verwendet - Anfütterungsverbotsgesetz war in Kraft!

Jetzt gilt es nur noch festzustellen über welchen Zeitraum dieses Anfüttern erfolgte und in welchen Zeitraum das Anfütterungsverbot gegolten hat.

Alle Anfütterungen, welche in den Zeitraum der Gesetzesgültigkeit gefallen sind waren Straftaten und sind sofort, ohne Zeitverzögerung, von der Justiz zu ahnden. Die identifizierten (mutmaßlichen) Straftäter sind auch sofort in U- Haft zu nehmen um die Verdunkelungsgefahr auszuschalten.

Für diese Aufgabe würde ein brauchbarer Staatsanwalt maximal 2 Wochen brauchen.

Die gefassten (mutmaßlichen Straftäter) sind dann in U-Haft weiter zu befragen und so kann das Netzwerk der Schmierfinke langsam aufgearbeitet werden.

Das Dumme ist nur, dass Österreichs Staatsanwälte eigentlich gar nicht arbeiten wollen (eh pragmatisiert) oder aber ein Teil des Parteibonzenmisthaufen sind.

Wann wird die Bevölkerung endlich vor den korrupten und grausigen Typen geschützt? Es kann doch nicht sein, dass nicht einmal 1% der Korrupten überhaupt vor Gericht gestellt werden und keiner eingesperrt wird. Nicht einmal den Strasser haben die Totalversager in Haft genommen.

wahrheit

"Auch nach Ex-SP-Kanzler Alfred Gusenbauer wurde gefragt. Hochegger will ihn auf seiner Payroll gehabt haben und sich mehrmals mit ihm getroffen haben, es sei um erneuerbare Energien gegangen. Gusenbauer selbst will den Lobbyisten gar aber gar nicht gekannt haben."

da glaube ich, spricht Hochegger die Wahrheit und nicht Gusenbauer.

Gast: Fander
12.04.2012 15:37
7 0

Sieben Millionen für "Netzwerkpflege"

Nur ein Eiswürfel im Korruptions-Eisberg.

Antworten Gast: gefunden
12.04.2012 17:05
1 0

Re: Sieben Millionen für "Netzwerkpflege"

genau. das sagt er auch selbst:"..Es sei ein gewisser Prozentsatz für „Netzwerkpflege" herangezogen worden. In Summe habe es sich um sieben Millionen Euro und 16 Aufträge gehandelt. "

...man beachte die formulierung: ein gewisser prozentsatz.

Gast: ezekiel
12.04.2012 15:29
10 0

...

Was wurde eigentlich aus dem Mafiaparagraphen?

Dieser gilt offenbar nicht für die pol. Parteien, obwohl diese defintiv kriminelle Organisationen sind.


Antworten Gast: ggggggggggggggg
12.04.2012 17:04
10 0

Re: ...

Der gilt bloß für Leute die aufmucken.

Brot und Spiele

Dieser Ausschuss sind die Spiele...

Gast: Edith Sapinski
12.04.2012 14:50
16 1

wie üblich nichts Konkretes

die ganze Befragung ist lächerlich. Nur Steuergeld wird verschwendet, heraus kommt wie üblich nichts.

Re: wie üblich nichts Konkretes

Nein im Gegenteil. Man bekommt sehr viel heraus.
z.B. Hochegger hat offenbar viele "Lemminge" ob jeweils bewusst oder unbewusst sein dahingestellt für sich gewinnen können. "Eine wichtige verbindung zu den Grünen, gute Drähte zu den Medien usw..".
Also für mich sieht dass ganze so aus: Hochegger versucht aus irgend einem Grund (den es zu finden gilt) alles um jeden der mit ihm im Kontakt stand/steht möglichst gleich zu belassten. Anscheinend versucht er eine art Ausgewogenheit zwischen Parteien, deren Mitgliedern und Journalisten herzustellen in der jeder ein bisschen schuld hat.

Was auch sehr auffällt ist er antwortet stets nur wenn er direkt nach einem Punkt gefragt wird. Erwischt die Frage nicht 100% den Punkt auf den sie abziehlt weicht er aus, kann sich nicht erinnern usw..

Mir scheint da will/muss jemand um jeden Preis seine (echten) Kontaktleute schützen um eine große Lawine zu verhindern.

Währe man eigentlich

nicht schneller wenn man einfach Fragen würde welcher Österreicher/in für Hochegger NICHT wichtig für seine Geschäfte war?

 
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