Smart City: Auf der Suche nach neuen Wegen

In Alpbach wurden Fragen der Mobilität und Energiesituation diskutiert – und darüber, dass es letztendlich immer um den Menschen geht.

Technik, Daten, Informationstechnologien, Infrastrukturen – so wichtig die Innovationen auf diesem Gebiet sind, es geht letztendlich um den Menschen. „Technik setzt sich nicht einfach selbst durch“, sagt Nadine Haufe, „vielmehr müssen die Menschen sie anwenden und in ihr Lebensumfeld einbinden können.“

Raumplanerin Nadine Haufe lieferte im Smart-City-Arbeitskreis der Alpbacher Technologiegespräche („Was kostet die Zukunft der Stadt – Sozioökonomische Aspekte der Smart City“) einen Einblick in die Forschungsarbeit eines Doktorandenkollegs am Department für Raumplanung der TU Wien. Im ersten Schritt werden die Menschen einer Stadt, eben Wien, durchleuchtet. Es gehe um Veränderungen in der Stadt und um die Partizipation ihrer Bewohner. Das sei nicht nur eine Generationensache, es sei in größerem Maß eine Frage des Finanziellen, eine Frage von Wert und Einstellungen. Wie will der Einzelne und die Familie in der Stadt das Leben strukturieren, beispielsweise die persönliche Mobilität? Diese Frage – die Zielerreichung mit dem Fahrrad, mit Carsharing, dem öffentlichen Verkehr– steht neben jener der Energie für die offizielle Stadtplanungspolitik im Vordergrund.

Von konkreten Lösungsansätzen des zehn Personen umfassenden Doktoratskollegs will Nadine Haufe noch nicht sprechen. Jetzt untersuche man die Lebenswelt der Wiener, sammle generelle Informationen über die Menschen in der Stadt. Die Gesellschaften würden sich heute immer mehr ausdifferenzieren, sagt die TU-Projektassistentin. „Wir können heute nicht mehr nur die Frau oder den Mann betrachten, oder welches Einkommen da ist. Man muss nach der Einstellung und Grundorientierung schauen.“ Dann würden die unterschiedlichen Bedürfnisse sichtbar.

Nadine Haufe, die oft zwischen Berlin und Wien pendelt, erkennt natürlich die unterschiedlichen Lebenswelten. Der Verkehrsanteil der Fahrradfahrer in Berlin sei deutlich höher, dafür verfüge Wien über ein wesentlich attraktiveres und besser vernetztes öffentliches Verkehrssystem. In Neubauzonen stellt sich wiederum die Frage der Energiesituation nicht, in den Gründerzeitgebäuden Wiens müsse man aber punkto energetischer Sanierung neue Wege beschreiten.

 

Projekt Smile in Wien

Die Stadt Wien sucht mit ihrem Forschungsprojekt Smile (IKT, Energiesituation, Mobilität) ebenfalls nach neuen Wegen der Mobilität. Eine der Neuerungen soll ab 2015 das Angebot einer Mobilitätskarte sein, wie im Alpbach-Arbeitskreis der Generaldirektor der Wiener Stadtwerke, Martin Krajsir, ausgeführt hat. Basis wird die Jahresnetzkarte der Wiener Linien sein, dazu komme die Benützung der Citybikes, die Teilnahme an Carsharingangeboten und ein Rabatt in den Wipark-Garagen. In einem weiteren Schritt könne man durch die Einbeziehung von Museen und öffentlichen Bädern die Karte attraktiver machen. (ewi)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2014)

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