Bin-Laden-Tötung: Ex-Seal widerspricht offizieller Version

Die US-Spezialeinheit habe den Terrorführer sofort in den Kopf geschossen, heißt es in einem neuen Buch über den Einsatz. Nach Angaben der Regierung hat sich Bin Laden "widersetzt".

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Buch-Cover 'No easy day' – AP

Ein früherer Navy Seal, der an der Mission gegen Bin Laden beteiligt gewesen sein will, widerspricht den offiziellen US-Angaben zur Tötung des Terrorführers. US-Medien (unter anderem die "New York Times") zitierten am Mittwoch vorab aus dem Buch "No Easy Day", das kommende Woche erscheint.

Demnach schildert der Ex-Soldat Matt Bissonette - unter dem Pseudonym Mark Owen - die Ereignisse vom Mai 2011 so: Das Team der Seals entdeckte Bin Laden nach der Erstürmung seines Hauses im pakistanischen Abbotabad im oberen Stockwerk. Die Soldaten schossen ihn sofort in den Kopf, obwohl sie nicht sehen konnten, ob er bewaffnet war. Als die Einheit das Zimmer erreichte, aus dem Bin Laden gespäht hatte, lag er auf dem Boden: "Blut und Gehirnmasse floss aus der Seite seines Schädels". Die Soldaten feuerten dann noch mehrere Male auf den al-Qaida-Chef.

Die Angaben des Weißen Hauses nach dem Einsatz lauteten anders: Demnach folgten die Soldaten dem noch unverletzten Bin Laden in sein Zimmer, wo er nach einer Waffe griff bzw. sich "widersetzte". Daraufhin töteten sie ihn mit Schüssen in die Brust und in den Kopf.

Der Nachrichtenagentur AP zufolge enthüllt Bissonette außerdem, dass beim Transport der Leiche in einem Helikopter ein Soldat auf deren Brust gesessen sei. Die US-Regierung hat stets betont, Bin Ladens Leichnam sei mit Würde behandelt worden.

Das Weiße Haus gab bislang keinen Kommentar zu dem Buch ab.

(Red.)

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