Linker Aktivist Udalzow nach Protest in Haft

Angekündigter "Marsch der Millionen" in Moskau blieb aus - Kommunisten beteiligten sich. Die Behörden hatten den Protest für 25.000 Menschen genehmigt.

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Wien/Moskau/Reuters. Die weiße Schleife ist zu einem Erkennungsmerkmal der russischen Demonstranten gegen Präsident Wladimir Putin geworden, so auch bei den ersten großen Protesten nach der Sommerpause am vergangenen Samstag. Er sei viel zu wütend, um die weiße Schleife zu tragen, ließ Sergej Udalzow dort durchs Mikrofon wissen, ein hagerer Oppositionsaktivist und Anführer der „Linken Front“. Ab sofort würde er nur noch schwarz getönte Sonnenbrillen tragen – „als schwarzes Zeichen für die Schwindler und Diebe“, eine in Oppositionskreisen übliche Bezeichnung für die Putin-Partei „Geeintes Russland“.

Stunden später, als das Geschrei der Straßenproteste bereits fast verhallt war, hatte Udalzow einen Grund mehr sauer zu sein. Um zehn Uhr abends wurde er festgenommen, und mit ihm noch einige seiner Getreuen. Der Aktivist habe unerlaubt einen Protestmarsch organisieren wollen und den Verkehr behindert, teilte die Polizei mit.

 

Kein „Marsch der Millionen“

Die Behörden hatten den Protest für 25.000 Menschen genehmigt. Die Veranstalter hatten einen „Marsch der Millionen“ angekündigt, sie sprachen von mindestens 150.000 Teilnehmern. Die Polizei bezifferte die Zahl der Demonstranten mit 14.000 Menschen.

Erstmals beteiligte sich auch die Kommunistische Partei, die stärkste Oppositionspartei in der Duma, an den Protesten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2012)

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