Iranische Kampfflugzeuge schießen auf US-Drohne

Der Vorfall hat sich der US-Regierung zufolge über internationalen Gewässern ereignet. Der "Predator" sei aber nicht beschädigt worden.

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Predator-Drohne – dapd

Neuer Zwischenfall im Konflikt zwischen den USA und dem Iran: Iranische Kampfflugzeuge haben in internationalem Luftraum mehrmals auf eine US-Überwachungsdrohne geschossen. Der Vorfall habe sich vergangene Woche ereignet, teilte das US-Verteidigungsministerium am Donnerstag mit, auch das iranische Verteidigungsministerium bestätigte den Vorfall. Das unbemannte Flugzeug sei nicht beschädigt worden und sicher zu seiner Basis zurückgekehrt.

Der Angriff auf die US-Drohne vom Typ MQ-1 ("Predator") wurde nach den Angaben von Pentagon-Sprecher George Little am 1. November von zwei iranischen Kampfjets ausgeführt. Diese hätten auf die unbemannte Drohne über internationalen Gewässern im Persischen Golf wiederholt geschossen, sie aber nicht getroffen.

Nach den Angaben des Pentagon absolvierte die Drohne einen routinemäßigen Überwachungsflug in etwa 30 Kilometern Entfernung von der iranischen Küste, als die beiden Kampfjets vom Typ Su-25 sie ins Visier nahmen. Dies wurde vom iranischen Verteidigungsministerium anders dargestellt, nach dessen Angaben sich der Vorfall "im Luftraum über dem maritimen Gebiet der Islamischen Republik" ereignete.

Zu keinem Zeitpunkt habe sich die Drohne in iranischem Luftraum befunden, sagte hingegen Pentagon-Sprecher Little. Teheran sei unterrichtet worden, dass die Aufklärungsflüge fortgesetzt würden. Die Drohne landete den US-Angaben zufolge nach dem Zwischenfall sicher auf einem Stützpunkt in der Region. Der Vorfall fünf Tage vor der US-Präsidentschaftswahl war zunächst nicht publik gemacht worden.

Iran will "auf jede Aggression antworten"

Die iranischen Streitkräfte würden "auf jede Aggression aus der Luft, am Boden oder vom Meer aus entschlossen antworten", erklärte Brigade-General Massud Jasayeri von den iranischen Revolutionswächtern. Verteidigungsminister Ahmed Wahidi erklärte, die Drohne sei durch den "intelligenten" Einsatz der iranischen Streitkräfte "in die Flucht geschlagen" worden.

Drohnen: Krieg per Joystick

Anfang Dezember 2011 war eine US-Aufklärungsdrohne vom Typ RQ-170 in die Hände der iranischen Streitkräfte gelangt. Präsident Barack Obama hatte Mitte Dezember entsprechende Angaben aus dem Iran bestätigt. Unklar blieb damals, wie Teheran in den Besitz der Drohne gekommen war. Die iranische Regierung erklärte, die Drohne abgeschossen zu haben. Aus US-Regierungskreisen verlautete, die in Afghanistan stationierte Drohne sei auf einem Aufklärungsflug verloren gegangen.

US-Regierung beschließt weitere Sanktionen

Die Regierung in Washington beschloss unterdessen neue Sanktionen gegen Mitglieder der Führung in Teheran sowie gegen iranische Institutionen. Das US-Außenministerium teilte mit, vier Personen und fünf Institutionen seien wegen "Zensur oder anderer Dinge, die die Meinungs- und Versammlungsfreiheit der Bürger im Iran beschneiden", mit Sanktionen belegt worden. Teheran hindere die Iraner am freien Zugang zu Medien, erklärte US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland. Satellitenempfang werde bewusst gestört.

Von Ende September bis Anfang Oktober konnten Internetnutzer im Iran ihre Gmail-Accounts nicht öffnen. Ein Vertreter des iranischen Telekommunikationsministeriums, wurde von der Nachrichtenagentur Mehr mit den Worten zitiert, die Blockade des E-Mail-Programms von Google sei "leider" versehentlich passiert, als die ebenfalls zu Google gehörende Videoplattform YouTube blockiert werden sollte. YouTube solle "auf keinen Fall zugänglich" sein.

(APA/AFP/Reuters/Red.)

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