Papandreou-Clan soll 550 Mio. Euro in der Schweiz horten

Die Mutter des griechischen Ex-Premier soll hinter dem Konto stehen, das auf einer Steuersünder-Liste steht. Die Familie weist die Vorwürfe zurück.

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REUTERS

Der Skandal um die Liste mit mutmaßlichen griechischen Steuersündern weitet sich aus: Die Familie des ehemaligen griechischen Ministerpräsidenten Giorgios Papandreou soll Medienberichten zufolge 550 Millionen Euro auf einem Konto in der Schweiz gebunkert haben. Das Konto soll auf den Namen der 89-jährigen Mutter Papandreous, Margaret Papandreou, bei einer Genfer Filiale der Londoner Bank HSBC lauten.

Laut "Financial Times" sollen sich auf dem Konto 550 Millionen Euro befinden. Das griechische Wochenmagazin "Proto Thema" schrieb indes am Montag, dass es noch unklar sei, um welche Währung es sich bei dem Betrag handle.

Konto steht auf Lagarde-Liste

Das Konto soll sich auf der Liste mit Steuersündern befinden, die die damalige französische Finanzministerin Christine Lagarde 2010 ihrem griechischen Amtskollegen übergeben hatte. Griechische Finanzermittler hatten ihre Untersuchungsergebnisse erst kürzlich dem Parlament in Athen übergeben. "Hinter dem größten Konto auf der Liste befand sich Frau Margaret Papandreou", sagte Nikos Lekkas, Leiter einer Einheit der griechischen Steuerpolizei, laut "Financial Times" gegenüber Parlamentariern.

Laut der Zeitung "To Vima" wird das Konto von Maria Pandelli verwaltet, einer Angestellten des Geschäftsmanns Sabi Mioni, dem Besitzer einer Vermögensverwaltung. Mioni erklärte in einer Mitteilung, dass er die Familie Papandreou nicht kenne und keine Verbindung zu dem Konto habe. Die Begünstigte dieses Kontos sei eine Fondsgesellschaft, die in Irland aktiv sei.

Die gebürtige Amerikanerin und Ex-Frau des verstorbenen sozialistischen Premiers Andreas Papandreou wies die Vorwürfe umgehend zurück. "Warum solche Lügen? Warum solche Angriffe? Vermutlich, weil meine Familie nie den Mächtigen dieses Landes diente", wird sie in Medien zitiert. Ihr Sohn Georgios, der im November 2011 als Regierungschef zurücktrat, aber weiter Parlamentsabgeordneter ist, sagte, die Berichte seien "Gerüchte ohne Fakten“ und seien Teil einer Kampagne gegen seine Bemühungen als Regierungschef, die Korruption zu bekämpfen. Die von Andreas Papandreou gegründete sozialistische Regierungspartei PASOK forderte laut "Proto Thema" personelle Konsequenzen bei der Finanzpolizei.

Lagarde, nunmehr Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), hatte die Liste mit den Namen griechischer Konteninhaber der HSBC in der Schweiz als französische Finanzministerin ihrem griechischen Amtskollegen zukommen lassen, um nach Hinweisen auf Steuerflucht zu suchen. Die griechischen Behörden ignorierten die Liste jedoch. Ein griechischer Journalist, der die Liste schließlich veröffentlichte, muss sich nun deswegen vor Gericht verantworten.

(APA)

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