Vom ''roten Kronprinzen'' bis zu ''King David'': Die Loser des Jahres

Zuerst war es einer, dann noch einer ... und zuletzt waren es fünf Mandatare, die BZÖ-Chef Josef Bucher an Neo-Parteigründer Frank Stronach verlor. Hinzu kommt, dass die Orangen in Graz aus dem Gemeinderat flogen. Die Prognosen für 2013 sehen ähnlich düster aus: Bei der Nationalratswahl darf derzeit mit knapp 3 Prozent gerechnet werden, in Kärnten, wo Bucher Landeshauptmann werden will, mit dem letzten Platz.(c) APA ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)

Er galt als politischer Wendehals, nun ließ er den Kopf hängen: Der Republikaner Mitt Romney fuhr bei der US-Präsidentschaftswahl eine herbe Niederlage ein, Amtsinhaber Barack Obama darf die Vereinigten Staaten "four more years" als Präsident anführen. Die Enttäuschung war groß, die Kritik an dem Mormonen hart: "Er hat uns im ganzen Land gekillt", kommentierte der konservative Radio-Talker Steve Deace.(c) REUTERS (STAFF)

2012 war definitiv nicht das Jahr von Josef Martinz. Zuerst legte der schwarze Betriebswirt sein Amt als Landesrat ab, weil gegen ihn in der Birnbacher-Affäre Anklage erhoben wurde. Wenige Monate später legte der Kärntner ein Geständis ab: "Nach der Abwicklung des Hypo-Verkaufes haben Haider und ich die Idee entwickelt, dass etwas an die Parteien gehen soll." Die Folge: Martinz wurde (noch nicht rechtskräftig) wegen Untreue zu einer Haftstrafe zu 5,5 Jahren verurteilt, trat als ÖVP-Obmann zurück und aus der Volkspartei aus.(c) APA GERT EGGENBERGER (GERT EGGENBERGER)

Aus für "Super-Sarko": Der Mai läutete das Ende der politischen Karriere von Nicolas Sarkozy ein. Im zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen musste sich der Franzose seinem sozialistischen Herausforderer Francois Hollande geschlagen geben. "Nach 35 Jahren in der Politik kann mein Platz nicht mehr derselbe sein", kommentierte Sarkozy knapp.(c) REUTERS (JEAN PAUL PELISSIER)

"Passt mir auf mein Kärnten auf", sagte Uwe Scheuch, als er am 1. August bekanntgab: "Mein Rückzug ist ein totaler." Der Hintergrund: Schon 2011 war der FPK-Chef und Landeshauptmannstellvertreter wegen Korruption in der "Part of the game"-Affäre zu 18 Monaten teilbedingter Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde wegen eines Formfehlers aufgehoben. Im Juli 2012 wurde er erneut - nicht rechtskräftig - verurteilt. End of the game.(c) Dapd (Gert Eggenberger)

Sie war die Kanzlerhoffnung der SPÖ, er ihr "Kronprinz" – bis im Dezember ein Finanzskandal über Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und ihren Finanzlandesrat David Brenner hereinbrach. Eine Beamtin soll 340 Millionen Euro verspekuliert haben, die rot-schwarze Regierung steht damit vor dem Aus, im Frühjahr soll es vorgezogene Neuwahlen geben. Burgstaller entschuldigte sich unter Tränen für die "Turbulenzen" und will zurücktreten, falls "ich etwas politisch falsch gemacht oder eingeschätzt habe". Brenner nahm bereits seinen Hut, er wolle "nicht am Sessel kleben".(c) Dapd (Kerstin Joensson)

Es war ein kurzes Intermezzo: Ende 2011 kletterte Mario Monti an die Spitze einer italienischen Technokraten-Regierung, im Dezember 2012 kündigte er seinen Rücktritt an. Er halte es "nicht für möglich", sein Amt weiter auszuüben. Sein Schritt gilt als Protest gegen die Partei "Volk der Freiheit" (PdL) von Ex-Premier Silvio Berlusconi, die ihm bei zwei Vertrauensabstimmungen die Unterstützung versagt hatte.(c) REUTERS (STEFANO RELLANDINI)

Das Jahr 2012 hielt auch für Bundeskanzler Werner Faymann eine Ohrfeige bereit. Er fuhr am Parteitag das schlechteste Ergebnis eines SPÖ-Chefs ohne Gegenkandidaten in der jüngeren Parteihistorie ein: 83,43 Prozent. Auch die Inseratenaffäre setzte ihn unter Druck. Der Verdacht: Er soll 2007 und 2008 Druck auf Staatsbetriebe ausgeübt haben, um in Boulevardmedien ihm wohlgesonnene Inserate zu schalten. Besonders pikant: Faymann plädierte zwar für Transparenz und Aufklärung, dem Korruptions-U-Ausschuss stellte er sich aber nicht.(c) Dapd (Hans Punz)

Am 30. Juni 2010 zog Christian Wulff ins Schloss Bellevue ein und mauserte sich zum "beliebtesten Schwiegersohn der Republik" - 20 Monate später verließ er es nach der kürzesten Amtsperiode eines deutschen Staatsoberhaupts. Die Liste der Gründe dafür ist lang: Zuerst verschwieg er einen extrem günstigen Privatkredit für sein Haus, dann versuchte er, die Berichterstattung darüber zu verhindern. Weiters soll er mehrmals kostenlos in den Häusern befreundeter Unternehmer geurlaubt haben, einen Audi Q3 gratis gefahren und kostspielige Geschenke für seine Familie angenommen haben.(c) REUTERS (FABRIZIO BENSCH)

Hoch gestiegen, noch höher gehandelt und tief gefallen ist auch Norbert Röttgen. Der CDU-Spitzenkandidat hatte die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zur Abstimmung über den Europakurs von Kanzlerin Angela Merkel ausgerufen. Das Ergebnis: Röttgen verlor – und zwar drastisch. Die Folge: Der Rauswurf des Umweltministers durch Merkel.(c) APA/Dpa (A2955 Wolfgang Kumm)

David Petraeus galt als Held des Irak- und Afghanistankriegs, als "King David" und wurde als Anwärter für das Amt des US-Verteidigungsministers gehandelt. Dann stolperte der CIA-Chef über eine außereheliche Affäre mit seiner Biografin Paula Broadwell. Er räumte einen "großen Fehler" ein und nahm seinen Hut. Schon zuvor war er wegen des Angriffs auf die US-Botschaft im libyschen Bengasi in die Kritik geraten. Die CIA hatte dem Weißen Haus tagelang gesagt, der Angriff sei aus einer spontanen Protestaktion erwachsen. Tatsächlich handelte es sich aber um einen geplanten Terrorangriff.(c) AP (Pablo Martinez Monsivais)

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