Prügeleien vor dem Freitagsgebet

Befürworter und Gegner des Präsidenten gingen in Alexandria aufeinander los. In der Hafenstadt Alexandria trommelte die hinter Mursi stehende Muslimbruderschaft ihre Anhänger zusammen.

Zusammenstöße in Alexandria
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Zusammenstöße in Alexandria
Zusammenstöße in Alexandria – AP

Kairo/Apa/Reuters. Einen Tag vor der entscheidenden Runde des Verfassungsreferendums ist es am Freitag in Ägypten zu Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Mohammed Mursi gekommen. In der Hafenstadt Alexandria trommelte die hinter Mursi stehende Muslimbruderschaft ihre Anhänger zusammen. Aus deren Reihen flogen vor den Freitagsgebeten Steine auf Demonstranten, die gegen die neue, islamistisch geprägte Verfassung auf die Straße gingen. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Mursi-Gegner ein.

Die beiden Lager entzweit der Verfassungsentwurf, dem in der ersten Abstimmungsrunde am 15. Dezember eine Mehrheit von 57 Prozent zugestimmt hat. Präsident Mursi und seine Anhänger sehen in dem neuen Grundgesetz einen entscheidenden Schritt in Richtung Demokratie – fast zwei Jahre nachdem ein Volksaufstand den langjährigen Präsidenten Hosni Mubarak zu Fall gebracht hat. Die Opposition kritisiert die von einem von Islamisten dominierten Gremium entworfene Verfassung als Weg zu einer noch tieferen Spaltung der Gesellschaft und zu noch mehr Gewalt. Sie bemängelt, dass die Rechte von Frauen sowie von Minderheiten – darunter zehn Prozent Christen – missachtet werden.

Anders als vor einer Woche gelang es den Polizeibeamten in Alexandria gestern weitgehend, die Rivalen auseinanderzuhalten. Die Polizei riegelte den Bereich um die Moschee ab, in deren Nähe es in der vergangenen Woche zu Zusammenstößen gekommen war. Am vergangenen Freitag hatte es in der zweitgrößten Stadt des Landes schwere Ausschreitungen gegeben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2012)

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