Ziel Gottesstaat: Syrische Islamisten mit neuer Allianz

Die Radikalen wollen nach einem möglichen Sturz von Präsident Assad einen Gottesstaat errichten. Das Oppositionsbündnis erkennen sie nicht an.

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Syrischer Bürgerkrieg: zerstörte Häuser in Zamalka – REUTERS

Radikale Islamisten wollen in Syrien nach einem Sturz von Präsident Bashar al-Assad einen Gottesstaat errichten. In einem Internetvideo verkündeten sie am Samstag die Bildung einer Islamistenfront, deren Ziel der Gottesstaat sei. Die im November von zahlreichen Oppositionsgruppen gegründete "Nationale Koalition" erkennen sie - anders als die internationale Staatengemeinschaft - nicht als legitime Vertreterin des syrischen Volkes an.

Eine weitere Rebellengruppe meldete sich im Internet zu Wort und drohte zwei christlichen Ortschaften in der Unruheprovinz Hama. In der Videobotschaft waren sieben bewaffnete Männer zu sehen, die schwarze Stirnbänder mit dem islamischen Glaubensbekenntnis trugen. Aus deren Mitte verlas ein Mann eine Warnung an die Christen. Sollten sie Assad-Kämpfer nicht ausliefern, würden sie angegriffen, betonte er.

Syrische Regierungstruppen setzten ihre Einsätze gegen die Rebellen unterdessen fort. Sie sicherten die Zufahrt zum Flughafen der Hauptstadt Damaskus ab, nachdem in dem Gebiet wochenlang gekämpft worden war. Nach Angaben des Staatsfernsehens wurde einer ihrer Kameramänner von Bewaffneten vor seinem Haus erschossen.

Autobombe in Damaskus

Bei einem Autobombenanschlag in der  Hauptstadt Damaskus sind am Samstag nach Angaben von Aktivisten fünf Menschen getötet worden. Dutzende Menschen seien durch die Explosion im nordöstlichen Stadtteil Kabun verletzt worden, teilte die in London ansässige oppositionelle Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

In den vergangenen Monaten ereigneten sich zahlreiche Autobombenanschläge in Damaskus, unter anderem gegen Regierungseinrichtungen. Im März hatten Proteste gegen die Regierung unter Präsident Bashar al-Assad begonnen. Seit einigen Monaten liefern sich Regierungstruppen und Rebellen heftige Kämpfe. Nach unbestätigten Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden seit Beginn des Aufstands mehr als 43.000 Menschen getötet. Meldungen aus Syrien sind wegen der Medienblockade des Regimes von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

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