Korea-Experte ortet "keinen Wandel" in Kim-Rede

Rüdiger Frank von der Universität Wien ist optimistisch, was den Reformwillen von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un angeht. Eine Neupositionierung seiner Politik könne er aber nicht erkennen.

KoreaExperte sieht keinen Strategiewechsel
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KoreaExperte sieht keinen Strategiewechsel
Nordkoreas Herrscher Kim Jong-un – (c) REUTERS (KYODO)

Nordkorea-Experte Rüdiger Frank sieht in der Neujahrsbotschaft des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un nichts Neues. Er habe "keinen radikalen Wandel" gefunden, sagte der Vorstand des Instituts für Ostasienwissenschaften der Universität Wien am Mittwoch im Ö1-"Mittagsjournal".

Die Nordkoreaner hätten wiederholt, dass ihre Position unverändert sei. "Die Position besteht darin, dass sie grundsätzlich nach wie vor die Wiedervereinigung als oberstes nationales Ziel ansehen. Sie haben betont, dass diese Wiedervereinigung eigenständig erfolgen muss, also ohne Einmischung ausländischer Mächte - auf Deutsch gesagt: Die Amerikaner müssen raus."

Und sie haben betont, dass diese in gegenseitiger Achtung und Respekt erfolgen müsse, "was wiederum übersetzt bedeutet: Südkorea hat Nordkorea gar nichts vorzuschreiben, sondern soll seinen Respekt durch großzügige Wirtschaftshilfe zeigen, und das ist nichts Neues", erläuterte der Experte.

"Optimistisch, was Reformwillen angeht"

Gleichzeitig zeigte sich Frank "ganz fest davon überzeugt, dass Kim Jong-un sehr stark für eine Veränderung ist". Nach einem Jahr seiner Herrschaft habe sich in Nordkorea sehr viel getan. Frank ist "sehr optimistisch, was den Reformwillen von Kim Jong-un angeht". Aber in der Neujahrsansprache stehe nichts, was den Optimismus stärken oder schwächen würde. Die Rede sei eine Botschaft an die neue Präsidentin Südkoreas, Park Geun-hye.

Kim Jong-un hatte in der Neujahrsansprache einen "radikalen" Wechsel in der Politik seines Landes versprochen. Er forderte, "die Konfrontation zwischen Nord und Süd (-Korea) zu beenden". Und er sprach von einem radikalen Umschwung, der das Land zu einem "wirtschaftlichen Riesen" machen und den Lebensstandard der Menschen anheben solle.

(APA)

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