Nordkorea droht mit Kündigung des Waffenstillstands

Die US-Botschafterin im UN-Sicherhietsrat kündigt die schärfsten Sanktionen, die die UNO je erlassen habe, gegen Nordkorea an.

Nordkorea drohte mit Aufkündigung von Waffenstillstandsabkommen
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Nordkorea drohte mit Aufkündigung von Waffenstillstandsabkommen
Kim Jong-un – REUTERS

Im Streit mit Südkorea verschärft das nordkoreanische Regime weiter den Ton: Es droht mit der "vollständigen" Aufkündigung des Waffenstillstandsabkommens, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete. Außerdem werde Pjöngjang eine Notfalltelefonleitung zwischen den Armeen des Nordens und des Südens im Dorf Panmunjom an der Demarkationslinie beider Staaten kappen.

Grund seien die Sanktionen gegen das Land und die gemeinsamen Militärübungen der USA und Südkoreas, hieß es in einer Erklärung der Armeeführung. Die Streitkräfte der beiden Länder hatten am Freitag ein gemeinsames zweimonatiges Manöver begonnen. Nordkorea unterstellt ihnen, damit eine Invasion zu proben.

Nord- und Südkorea befinden sich formal noch immer im Kriegszustand. Der Korea-Krieg wurde im Jahr 1953 lediglich mit einem Waffenstillstand beendet. Immer wieder kommt es im Grenzgebiet zwischen beiden Staaten zu militärischen Zwischenfällen.

Sicherheitsrat: "Schärfste Sanktionen"

Der UNO-Sicherheitsrat befasst sich am heutigen Dienstag in einer Dringlichkeitssitzung mit der Lage auf der koreanischen Halbinsel. Nach einer ersten Beratung sagte US-Botschafterin Susan Rice, dass man noch in dieser Woche ungewöhnlich scharfe Strafmaßnahmen gegen Nordkorea beschließen werde. "Der Sicherheitsrat - muss und will eine glaubwürdige und starke Antwort auf die Atomtests geben. (...) Nordkorea wird einigen der schärfsten Sanktionen ausgesetzt sein, die die UN je erlassen haben. Der Entwurf weitet die schon starken Sanktionen aus und verstärkt sie spürbar."

Dem Vernehmen nach haben sich die USA und China auf einen Resolutionsentwurf mit Strafmaßnahmen geeinigt. China ist der wichtigste Verbündete des nordkoreanischen Regime. Es kann als ständiges Mitglied des UNO-Sicherheitsrates jede Sanktion mit seinem Veto verhindern.

Der UNO-Sicherheitsrat hat Nordkoreas dritten Atomtest vom 12. Februar bereits auf das Schärfste verurteilt und angekündigt, gegen die Regierung in Pjöngjang vorzugehen.

 

(APA/AFP/Red.)

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