Sarkozys Hoffnung auf ein Comeback schwindet

Frankreichs Ex-Präsident droht Prozess: Er soll Erbin Spenden aus der Tasche gezogen haben.

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Nicolas Sarkozy – (c) EPA (CHRISTOPHE KARABA)

Paris/R.b. Der Verdacht wiegt schwer: Der frühere französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy (2007–2012) soll 2007 die Altersschwächen der Milliardärin Liliane Bettencourt (*1922) ausgenutzt haben, um von ihr Wahlspenden zu erhalten. Untersuchungsrichter Jean-Michel Gentil hat nun gegen Sarkozy ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Sarkozys Anwalt will Einspruch erheben. Sein Mandant sei in „skandalöser“ Weise behandelt worden. Ermittelt wird auch gegen Ex-Arbeitsminister Éric Woerth (er war für die Finanzierung von Sarkozys Wahlkampf verantwortlich) wegen Vertrauensmissbrauch, Veruntreuung und Unterschlagung.

Der Richter hat eine Gegenüberstellung Sarkozys mit dem Ex-Butler der Milliardärin anberaumt. Der brachte die Affäre ins Rollen, indem er heimlich Gespräche der Erbin aufnahm. Nun soll geklärt werden, wie oft Sarkozy Bettencourt besucht hat. Er gibt einen „Höflichkeitsbesuch“ zu, dementiert aber, Geld erhalten zu haben. Die Causa könnte Sarkozys Pläne für ein Polit-Comeback durchkreuzen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.03.2013)

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