Mehr als hundert Tote bei Massaker in Nigeria

200 Bewaffnete überfielen ein überwiegend christliches Dorf. Dahinter wird die radikalislamischen Sekte Boko Haram vermutet.

Residents stand in front of destroyed properties and houses following an attack in Kawuri
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Residents stand in front of destroyed properties and houses following an attack in Kawuri
Ein Dorf in Nigeria - es kommt immer wieder zu brutalen Angriffen – (c) REUTERS (Stringer . / Reuters)

Mutmaßliche Anhänger der radikalislamischen Sekte Boko Haram haben im Nordosten Nigerias am Samstagabend erneut ein Massaker verübt. Bei dem Angriff auf das Dorf Izghe im Bundesstaat Borno seien 106 Menschen getötet worden, sagte der Senator der Region, Ali Ndume, am Sonntag. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder, hieß es in der nigerianischen Zeitung "The Guardian".

Zuvor hatte ein örtlicher Behördenvertreter von mehr als 60 Toten gesprochen, Medien berichteten von 90 Todesopfern. Der örtliche Polizeichef erklärte, er habe von einem solchen Angriff zwar Kenntnis, wisse aber nichts über die Zahl der Opfer.

Die Täter seien wahrscheinlich Kämpfer der Islamisten-Miliz Boko Haram gewesen, berichteten Überlebende des Überfalls. Sie seien schwer bewaffnet in das abgelegene Dorf Izghe nahe der Grenze zu Kamerun gekommen und hätten um sich geschossen, Sprengsätze geworfen und dutzende Häuser in Brand gesetzt. Das Dorf wird überwiegend von Christen bewohnt.

Die Miliz will im Norden Nigerias einen muslimischen Staat errichten, in dem die Scharia befolgt wird. Ungeachtet der verstärkten Armee-Präsenz im Norden gibt es immer wieder Angriffe auf die dortige Bevölkerung. Erst in der vergangenen Woche starben bei einer Attacke im Regierungsbezirk Konduga 51 Menschen, binnen vier Jahren sind vermutlich tausende Menschen getötet worden. Boko Haram gilt als größtes Sicherheitsrisiko in dem rohstoffreichen afrikanischen Land.

 

(APA/Reuters/dpa/AFP)

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