Mazedonischer Premier wegen Korruption angezeigt

Nikola Gruevski habe Millionen Euro schwarz kassiert, behauptet die führende Oppositionspartei. Der Premier dementiert. In dem Balkanland finden am Sonntag Wahlen statt.

Premier Nikola Gruevski
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Premier Nikola Gruevski
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Die führende mazedonische Oppositionskraft, der Bund der Sozialdemokraten (SDSM), hat am Mittwoch Strafanzeige gegen Premierminister Nikola Gruevski eingereicht. Ihm werden laut Medienberichten Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung angelastet.

Nach Angaben von SDSM-Chef Zoran Zaev bezieht sich die Anzeige auf Vorkommnisse in den Jahren 2003/04. Der damalige Parlamentsabgeordnete Gruevski, Chef der seit 2006 regierenden VMRO-DPMNE, soll damals im Verkauf der Makedonska Banka an den serbischen Geschäftsmann Jovica Stefanovic alias "Nini" vermittelt haben. Dafür soll er 1,5 Millionen Euro erhalten haben, weitere 900.000 Euro sollen ihm später bezahlt worden sein.

"Schwindliger" serbischer Geschäftsmann

Stefanovic wurde vor einiger Zeit wegen finanzieller Fragwürdigkeiten in Serbien festgenommen. In seinem Besitz dürften sich Dutzende Unternehmen sowohl in Serbien wie auch Mazedonien befinden.

Gruevski (43) hatte die Bestechungsvorwürfe bereits in der Vorwoche, als sie zum ersten Mal auftauchten, zurückgewiesen. Bei den Dokumenten, welche die Sozialisten ihrer Anzeige beigelegt hätten, würde sich um Fälschungen handeln.

In Mazedonien finden am Sonntag vorgezogene Parlamentswahlen sowie die Stichwahl ums Präsidentenamt statt. VMRO-DPMNE hat gute Chancen auf den Sieg. Auch ihr Präsidentschaftskandidat Gjorge Ivanov scheint einem erneuten Wahlsieg entgegen zu steuern. (apa)

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