Aufrüstung: 30.000 US-Soldaten nach Afghanistan

Die Verstärkung soll die kritische Lage beruhigen und setzt die europäischen Partner unter Druck.

Kabul (AP, red.). Die USA wollen ihre Truppen in Afghanistan deutlich verstärken. Bis zum kommenden Sommer könnten bis zu 30.000 weitere US-Soldaten entsandt werden, kündigte Generalstabschef Mike Mullen am Wochenende bei einem Besuch in Kabul an. Dies entspricht fast der Verdoppelung der derzeit 31.000US-Soldaten im Land.

US-Kommandeure in Kabul haben seit Langem eine Verstärkung gefordert. Sie verwiesen auf die immer schwieriger werdende Lage im Land. Der kommende US-Präsident Barack Obama hat bereits angekündigt, Afghanistan mehr Aufmerksamkeit widmen und Truppen aus dem Irak an den Hindukusch verlegen zu wollen. Bereits im Jänner sollen 3000US-Soldaten ihre Marschbefehle erhalten. Gleichzeitig soll die wirtschaftliche Lage im Land verbessert werden.

Die Gewalt in Afghanistan ist in diesem Jahr auf das höchste Niveau seit dem Sturz der Taliban 2001 gestiegen. Britische, kanadische und niederländische Truppen haben im Süden des Landes heftige Verluste zu beklagen. Sie sollen durch die US-Soldaten unterstützt werden.

Die Entsendung zusätzlicher US-Truppen bringt aber auch die europäischen Nato-Partner unter Druck. Washington fordert von ihnen ebenfalls, ihren Einsatz in Afghanistan zu verstärken.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2008)

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