„Syrien-Krieg hätte 2012 beendet werden können“

Ex-UN-Verhandler wirft Westen Fehler vor.

Diplomat Lakhdar Brahimi speaks with former U.S. President Jimmy Carter (not pictured) during a joint news conference in Khartoum
Schließen
Diplomat Lakhdar Brahimi speaks with former U.S. President Jimmy Carter (not pictured) during a joint news conference in Khartoum
Diplomat Lakhdar Brahimi speaks with former U.S. President Jimmy Carter (not pictured) during a joint news conference in Khartoum – (c) REUTERS (MOHAMED NURELDIN ABDALLAH)

Doha/Damaskus. Laut dem ehemaligen Syrien-Sondergesandten der UN, Lakhdar Brahimi, hätte der Syrien-Krieg bereits 2012, also im Jahr nach dessen Beginn, beendet werden können. „Die westlichen Mächte ignorierten damals das Angebot der Russen, Präsident Bashar al-Assad zum Rücktritt zu zwingen“, sagte der algerische Spitzendiplomat zum Fernsehsender Al-Jazeera.

Und: „Die Russen kannten die Lage in Syrien. Sie haben sie viel realistischer analysiert als alle anderen.“ Das ausgeschlagene Angebot Moskaus sei „eine verpasste Gelegenheit“ gewesen, den Konflikt zu beenden, außerdem hätten die fremden Mächte nie Interesse am syrischen Volk gehabt, sondern nur „ihre eigenen Ziele verfolgt“.

Kurz vor dem fünften Jahrestag des Kriegsbeginns (das war um den 17. März 2011 herum) wächst indes die Hoffnung auf eine politische Lösung. Syriens Opposition erklärte am Freitag geschlossen, sie werde an den neuen Friedensgesprächen in Genf ab Montag teilnehmen. UN-Sondervermittler Staffan de Mistura sagte, dass es spätestens in eineinhalb Jahren unter Aufsicht der UN Parlaments- und Präsidentenwahlen geben solle.

 

Waffenruhe hält halbwegs

Die Friedensgespräche waren Anfang Februar ausgesetzt worden. Seit zwei Wochen gilt in Syrien jedoch eine von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe, die mehr oder weniger eingehalten wird. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.03.2016)

Kommentar zu Artikel:

„Syrien-Krieg hätte 2012 beendet werden können“

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen