Irans Führung schimpft über "blasphemisches" Saudiarabien

Ajatollah Khamenei fordert eine neue Hadsch-Vewlatung. Sein Kommandant der Revolutionsgarden stellt das Königreich auf eine Stufe mit Erzfeind Israel.

Unter den Millionen Pilgern in Mekka wird man kaum Iraner finden.
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Unter den Millionen Pilgern in Mekka wird man kaum Iraner finden.
Unter den Millionen Pilgern in Mekka wird man kaum Iraner finden. – REUTERS

Der Ton zwischen den rivalisierenden Staaten Iran und Saudiarabien hat sich wieder verschärft. Der iranische Führer Ajatollah Ali Khamenei rief dazu auf, die Verwaltung der jährlichen Pilgerfahrt Hadsch nach Mekka durch Saudi-Arabien zu überdenken. Grund dafür sei unter anderem der Tod von Tausenden Pilgern im vergangenen Jahr.

Zugleich beschimpfte Khamenei die Führer Saudi-Arabiens als Ungläubige. "Die Muslime weltweit sollten die blasphemische und (von Weltmächten) abhängige Natur der Saudis erkennen", sagte Khamenei in seiner jährlichen Botschaft vor dem Hadsch.

Der einflussreiche Kommandant der iranischen Revolutionsgarden, General Mohammed Ali Jafari, verglich Saudiarabien mit dem Erzfeind Israel. "Heute sind die Saudis in die Fußstapfen der israelischen Zionisten getreten", schrieb er auf Twitter. Außenamtssprecher Bahram Ghassemi forderte Saudiarabien auf, seine Paranoia gegenüber dem Iran abzulegen und wieder rational zu denken und zu handeln.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern sind seit Jänner abgebrochen. Wegen der diplomatischen Krise nehmen in diesem Jahr keine iranischen Pilger am Hadsch teil.

Kampf um regionale Vormachtstellung

Saudiarabien und der Iran sind regionale Rivalen. Der Iran betrachtet sich als Schutzmacht der Schiiten, Saudi-Arabien als Schutzmacht der Sunniten. Die Führung in Teheran unterstützt den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, das Königshaus in Riad hingegen die Rebellen, die gegen Assad kämpfen.

Riad brach die diplomatischen Beziehungen zu Teheran ab, nachdem aufgebrachte Demonstranten die Botschaft des Landes in Teheran gestürmt hatten. Zuvor waren in Saudiarabien 47 Menschen als "Terroristen" hingerichtet worden, unter ihnen auch der prominente schiitische Geistliche Nimr al-Nimr. Seine Enthauptung löste massive Spannungen zwischen den beiden islamischen Großmächten aus.

(APA/dpa)

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