Steinmeier ist neuer deutscher Bundespräsident

Der frühere deutsche Außenminister hat die Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger Joachim Gauck übernommen.

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Daniela Schadt, Bundespräsident Steinmeier, Elke Büdenbender , Bundespräsident a. D. Joachim Gauck
Daniela Schadt, Bundespräsident Steinmeier, Elke Büdenbender , Bundespräsident a. D. Joachim Gauck – APA/dpa (Bernd von Jutrczenka)

Der neue deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat mit einer symbolischen Amtsübernahme im Schloss Bellevue die Nachfolge von Joachim Gauck angetreten. Der scheidende Präsident und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt begrüßten Steinmeier und dessen Frau Elke Büdenbender am Sonntag auf der Treppe vor dem Schloss und zogen sich zu einem Gespräch zurück. Eine gute Stunde später verließen Gauck und Frau Schadt den Amtssitz. Um Mitternacht war die Zeit des früheren DDR-Pastors als Bundespräsident abgelaufen.

Sichtlich entspannt und gut gelaunt war Gauck im Schloss Bellevue eingetroffen. "Guten Morgen allerseits. Heute haben wir etwas Schönes vor", rief er den Reportern zu. Wenige Minuten später fuhr Steinmeier vor, erstmals in der Dienstlimousine mit dem Kennzeichen 0-1 und dem Stander mit dem Bundesadler auf dem Kotflügel. "Herzlich willkommen", sagte Gauck im Nieselregen. Küsschen der Herren auf die Wange für die alte und die neue First Lady. Über die Themen des folgenden Gesprächs bei Kaffee, Tee und Gebäck wurde wenig bekannt. Man habe die fünf Jahre Gauck im Amt Revue passieren lassen, hieß es. Bei einem kleinen Empfang gab es für die Mitarbeiter noch einmal Gelegenheit, Abschied zu nehmen. Dabei sei manche Träne geflossen, berichteten Teilnehmer.

"Es sind große Fußstapfen"

Mit einer kräftigen Umarmung endete das Treffen des alten und des neuen deutschen Bundespräsidenten. "War schön mit Ihnen", rief Gauck den im Regen wartenden Fotografen zu, und stieg in den Wagen, als Bundespräsident a.D.. Am Nachmittag war ein Gottesdienst geplant, am Abend zuvor hatte Gauck bei einem privaten Empfang auch von Kanzlerin Angela Merkel und anderen Politikern Abschied genommen. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer würdigte zum Amtswechsel die Leistung Gaucks als Staatsoberhaupt. "Es sind große Fußstapfen, in die Frank-Walter Steinmeier tritt", sagte er der "Heilbronner Stimme" (Montag). Die CSU habe Steinmeier "als Person, nicht als Sozialdemokraten gewählt" und erwarte, dass er Bundespräsident aller Deutschen sein wird.

Gauck (77) hatte aus Altersgründen auf eine zweite fünfjährige Amtszeit verzichtet. Steinmeier (61) wurde im Februar als Nachfolger gewählt. Er ist der 12. Präsident der Bundesrepublik Deutschland. Als neuen Chef des Präsidialamtes bringt Steinmeier Staatssekretär Stephan Steinlein und mehrere Spitzenbeamte aus dem Auswärtigen Amt mit. Steinlein erhielt am Sonntag die Ernennungsurkunde. Für Steinmeier beginnt am Montag der Alltag als Bundespräsident. Am Mittwoch wird der frühere SPD-Außenminister vor Bundestag und Bundesrat vereidigt. Es wird erwartet, dass er in seiner Rede vor den Parlamentariern Schwerpunkte und Ziele seiner Amtszeit benennt. Über seine ersten Reisen ist noch nichts bekannt, dem Vernehmen nach steht Paris ganz oben auf der Liste der Antrittsbesuche.

(APA/AFP)

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