Die Schlüsselfiguren in der Russland-Affäre

Donald Trump

Bisher gibt es keine Hinweise, die den US-Präsidenten direkt mit einer russischen Einmischung in den US-Wahlkampf in Verbindung bringen. Allerdings schüren das Vorgehen seiner Top-Berater sowie Trumps Weigerung, die Einmischung Russlands scharf zu verurteilen, anhaltenden Verdacht.

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Donald Trump Junior

Der älteste Sohn des Präsidenten traf sich während des Wahlkampfes im Juni 2016 mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja, die angeblich Verbindungen zum Kreml haben soll.

Wie aus einem inzwischen veröffentlichen Mailwechsel des Trump-Sohns mit dem britischen Publizisten Rob Goldstone hervorgeht, bot Goldstone an, "sehr hoch angesiedeltes" und "ultra-heikles" Material über Russland-Verbindungen der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton zu verschaffen, das vom russischen Generalstaatsanwalt stamme. Trump Junior schrieb daraufhin: "Wenn es das ist, was Sie sagen, liebe ich es."

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James Comey

Der frühere FBI-Chef stand Medienberichten zufolge kurz davor, die Ermittlungen in der Russland-Affäre auszuweiten, als Trump ihn im Mai überraschend entließ. Kritiker werfen dem Präsidenten vor, er habe damit Einfluss auf die Untersuchung nehmen wollen. Anfang Juni sagte Comey vor dem Geheimdienstausschuss im US-Senat aus:Trump soll den FBI-Chef im Februar in einem Vier-Augen-Gespräch gebeten haben, die Ermittlungen gegen den kurz zuvor zurückgetretenen Sicherheitsberater Michael Flynn "sein zu lassen". Zudem soll Trump Comey kurz nach dessen Amtsantritt im Jänner aufgefordert haben, seine "Loyalität" zu ihm zu bekennen.

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Robert Mueller

Der frühere FBI-Chef soll als Sonderermittler ebenfalls Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland untersuchen. Er wurde vom stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein nach der Entlassung Comeys eingesetzt. Rosenstein ist für den Fall zuständig, weil Justizminister Jeff Sessions dem Kongress seine eigenen Kontakte mit russischen Vertretern ebenfalls verschwiegen hatte und sich daher zurückhält.

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Michael Flynn

Er wurde im Februar nach nicht einmal einem Monat im Amt des Nationalen Sicherheitsberaters gefeuert, weil er falsche Angaben über Treffen mit dem russischen Botschafter in Washington gemacht hatte. Der Ex-Chef des US-Militärgeheimdienstes soll sich zudem bei russischen Hackern um E-Mails von Clinton bemüht haben, die im Wahlkampf nachteilig für die Demokratin waren. Überdies nahm Flynn vor und nach dem Wahlkampf Geld russischer Unternehmen für Reden und Auftritte an. Damit verstieß er möglicherweise gegen die Regeln für ehemalige Militärbedienstete bezüglich Geschäften mit Gegnern der USA.

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Jared Kushner

Der Schwiegersohn und enge Berater Trumps steht in der Kritik, weil er mit dem russischen Botschafter in Washington über die Einrichtung eines geheimen Gesprächskanals zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin beraten haben soll. Damit wären Diplomaten und Geheimdienste umgangen worden.

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Sergej Kisljak

Mehrere Berater Trumps gerieten wegen ihrer Gespräche mit dem Botschafter Russlands in Washington ins Kreuzfeuer, einer stürzte gar darüber: Michael Flynn, Jeff Sessions und Jared Kushner.

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Paul Manafort

Der frühere Wahlkampfmanager Trumps wird Medienberichten zufolge ebenfalls wegen seiner Verbindungen zu Russland durchleuchtet. Früher arbeitete er für die Partei des damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch, der von Russland unterstützt wurde. Im August trat Manafort von seinem Posten in Trumps Team zurück, nachdem in Kiew Papiere aufgetaucht waren, denen zufolge er möglicherweise geheime Zahlungen in Millionenhöhe von Janukowitschs Partei erhalten hatte.

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Roger Stone

Der republikanische Parteistratege arbeitete ebenfalls zeitweise für das Trump-Wahlkampfteam. Er räumte offen ein, dass er vor nichts zurückschreckte, um Trump zum Wahlsieg zu verhelfen. Im Wahlkampf kommunizierte er mit WikiLeaks-Gründer Julian Assange und dem Hacker "Guccifer 2", die beide gestohlene Mails von Clinton und ihrem Wahlkampfteam veröffentlichten. Die US-Geheimdienste sehen Verbindungen von "Guccifer 2" zu den russischen Geheimdiensten.

(c) REUTERS (Brendan McDermid)
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