Israel rüstet auf: Neue Raketenabwehr ab 2010

Mit dem Raketenabwehr-System "Iron Dome" und zwei atomwaffenfähigen U-Booten verlegt sich Israel zunehmend auf eine neue Waffengeneration. Kritiker: "Nicht für Krieg geeignet."

Raketenabwehr-Test in Israel 2004
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Raketenabwehr-Test in Israel 2004
(c) EPA (Ho)

Israel will nach eigenen Angaben im kommenden Jahr ein technisch hoch entwickeltes Raketenabwehrsystem in Betrieb nehmen. Mit dem System "Iron Dome" (Eiserner Dom) und zwei neuen U-Booten, die mit Atomwaffen bestückt werden können, verlegt sich die Regierung zunehmend auf eine neue Waffengeneration. Kritiker stellen die Effektivität der neuen Systeme infrage und argumentieren, sie seien zu teuer.

"Iron Dome" und "Dolphin"

"Iron Dome" kann aus dem Gazastreifen oder dem Libanon kommende Raketen abwehren. Kameras und Radar verfolgt Raketen nach Angaben der Hersteller binnen Sekunden nach dem Abschuss und berechnet sogleich, wo sie einschlagen werden. Das System feuert dann eine explodierende Wolke aus Metallteilen ab, um die Geschoße zu zerstören.

Außerdem will Israel zwei weitere deutsche "Dolphin"-U-Boote anschaffen, die mit atomar bestückten Raketen ausgerüstet werden können. Sie könnten vor der iranischen Küste stationiert werden. Die Regierung in Jerusalem hat zwar nie offiziell bestätigt, dass sie Atomwaffen besitzt, Experten zufolge gibt es daran aber keinen Zweifel. Aus hochrangigen Kreisen verlautete, das Militär arbeite an einem Einsatzplan gegenüber Iran, falls die diplomatischen Bemühungen scheitern sollten.

"Nicht für Krieg geeignet"

Solche Waffensysteme seien möglicherweise eine gute Wahl, wenn man sich gegen zehn Raketen zur Wehr setzen wolle, "aber nicht für einen Krieg", kritisierte Gabriel Saboni vom israelischen Institut für Studien zur Nationalen Sicherheit. "Wenn man in ein solches System investiert, geht man meiner Meinung nach pleite."

Nach Angaben der israelischen Streitkräfte verfügt die Hisbollah-Miliz im Libanon inzwischen über mehr als 40.000 Raketen, rund drei Mal so viel wie vor dem Krieg im Sommer 2006. Auch die Hamas hat demnach ihre Bestände seit dem Gaza-Krieg im Winter aufgestockt. Vor kurzem testete die Organisation ein Geschoß mit einer Reichweite bis 60 Kilometern - damit könnte erstmals die Gegend um Tel Aviv getroffen werden.

(Ag.)

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