Trumpismus: Die absurden Geschichten des 45. US-Präsidenten

Der "ASEAN-way-Handshake"

13. November. US-Präsident Trump hatte am Montag in Manila Schwierigkeiten bei der korrekten Ausführung eines symbolischen Handschlags. Der sogenannte "ASEAN-way-Handshake" sollte der Auftakt des Gipfels einer Runde südasiatischer Staaten sein.

Man verschränkt die Arme vor der Brust, der Nebenmann ergreift sie jeweils mit seinerseits verschränkten Armen. Trump war offensichtlich überrascht. Als er merkte, dass er die Reihe durcheinanderbrachte, versuchte er sich rasch zu korrigieren. Breit grimassierend stand er schließlich korrekt verschränkt, wenn auch etwas schief in der Reihe zwischen dem vietnamesischen Premier Nguyen Xuan Phuc und dem philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte.

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Die Fischfütterung

6. November. Bei seinem Besuch in Japan sorgte der US-Präsident mit einer Schnellfütterung für Empörung unter Fisch-Freunden. Fotos zeigten den Präsidenten neben Japans Regierungschef Shinzo Abe, wie er eine ganze Schachtel Fischfutter in einen Karpfen-Teich kippt.

Allerdings legte Abe vor. Zuerst fütterten beide Staatschefs die Koi-Karpfen mit einzelnen Prisen Futter. Dann kippt Abe seine Rest mit einer Handbewegung ins Wasser. Trump tut es ihm nach - allerdings mit großer Geste und dazugehöriger Grimasse. Im Hintergrund ist der offenkundig belustigte US-Außenminister Rex Tillerson zu sehen.

Kritik gab es auch von Tierschützern im Internet: Fische könnten nicht auf einmal große Mengen Futter aufnehmen.

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Die gekränkte Witwe

23. Oktober. Die Witwe eines im Niger getöteten US-Soldaten hat Präsident Donald Trump beschuldigt, sich ihr gegenüber respektlos verhalten zu haben. Trump hatte die 24-jährige Myeshia Johnson in der vergangenen Woche angerufen, als sie gerade auf dem Weg zum Flughafen war, um den Sarg mit der Leiche ihres Mannes in Empfang zu nehmen.

Der Präsident habe während des Telefonats Schwierigkeiten gehabt, sich an den Namen ihres Mannes zu erinnern, sagte Johnson am Montag in einem Interview des Senders ABC, das ihre erste öffentliche Äußerung zu dem Fall war. Das Gespräch habe sie verärgert und verletzt. "Ich musste daraufhin noch viel schlimmer weinen."

Trump wies die Darstellung der Witwe am Montagvormittag zurück. Er habe ein sehr respektvolles Gespräch mit ihr gehabt, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. Von Beginn an habe er den Namen des Getöteten erwähnt, ohne dabei zu zögern.

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Melania-Doppelgänger

14. Oktober. Es ist ein gerne geteiltes Gerücht über First Ladys, mit dem schon Hillary Clinton zu kämpfen hatte. Eine Pressekonferenz von Trump gemeinsam mit seiner Frau sorgte nun auch Spekulationen über ein mögliches Body-Double für Melania. Die Nase sei zu breit, außerdem trage Melania auffällig oft ihre großen Sonnenbrillen.

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"Melania wäre gerne bei uns"

14. September. Das Video, in dem Donald Trump von seiner Frau spricht, als stünde sie nicht genau hinter ihm, wurde Mitte September nach Hurrican "Irma" viral. Trump lobt gerade die Einsatzkräfte in Florida in Fort Myers. "Ich möchte einfach allen danken, den Ersthelfern, in meinem Namen und im Namen des Vize-Präsidenten." Und dann: "Melania wäre wirklich gerne bei uns heute. Es hat wirklich ihr Herz berührt, was hier geschieht ist." Melania Trump verzog keine Miene.

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Der Fall Kaepernick

Einige Sportler verweigern es seit gut einem Jahr, während der bei fast jeder Sportveranstaltung gespielten Nationalhymne zu stehen. Grund dafür ist die nach ihrer Meinung ungerechte Behandlung von Minderheiten im Land - insbesondere die Polizeigewalt gegenüber schwarzen US-Bürgern. Initiator der Protestbewegung ist Colin Kaepernick, ehemaliger Quarterback der San Francisco 49ers.

"Würdet ihr es nicht liebend gerne sehen, dass, wenn jemand die Flagge nicht respektiert, ein NFL-Teambesitzer sagen würde, 'Nehmt den Hurensohn vom Feld. Weg damit! Er ist gefeuert'", polterte Trump unter lautem Applaus in einer Wahlkampfrede für den republikanischen Senator Luther Strange. Außerdem forderte Trump die Zuschauer auf, die Spiele aus Protest zu verlassen. Der Konflikt entzweite Fans und Teams.

Im Bild: Die San Francisco 49ers am 15. Oktober 2017

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"Ladies first"

6. Juli. Der Handschlag des US-Präsidenten ist berühmt-berüchtigt. Bei einem Staatsbesuch des Trump-Ehepaars in der polnischen Hauptstadt Warschau rückte der Handshake einmal mehr in den Mittelpunkt: Donald Trump schüttelte zuerst die Hand seines polnischen Gastgebers Andrzej Duda und streckte danach der polnischen Präsidentengattin seine Hand hin. Doch Agata Kornhauser-Duda ließ den US-Präsidenten nach dem Motto "Ladies First" bei dem Empfang zunächst links liegen: Sie ging geradewegs an ihm vorbei, um First Lady Melania zu begrüßen. Donald Trump schaute betreten zu. Erst nachdem Kornhauser-Duda Melania die Hand gab, wandte sie sich Trump zu.

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Prügelvideo gegen CNN

2. Juli. Das Video sei ein Aufruf zur Gewalt gegen Journalisten und könne autokratische Führer rund um die Welt ermutigen, kritisierten Medienvertreter einen Clip des US-Präsidenten, der einen bisherigen Höhepunkt seiner Kritik an CNN darstellt: Donald Trump postete auf seiner Twitter-Seite ein Video, auf dem er selbst einen Mann angreift, niederringt und verprügelt, dessen Kopf mit dem CNN-Logo verfremdet ist. Am Ende des knapp 30 Sekunden langen Films wird der Schriftzug "FNN Fraud News Network" (etwa "Sender für gefälschte Nachrichten") mit einem CNN ähnelnden Logo eingeblendet.

Twitter-Screenshot

Twitter-Tiraden gegen Medienvertreter

30. Juni. "Strohdumme Mika" und "Psycho-Joe":Die Moderatoren Mika Brzezinski und Joe Scarborough der Sendung "Morning Joe" beim Sender MSNBC hatten den US-Präsidenten wiederholt wegen seines Führungsstils kritisiert und ernteten dafür auf Twitter hämische Kommentare Trumps. So behauptete er, die Journalistin Brzezinski habe ihn auf seinem Anwesen in Mar-a-Lago unbedingt sehen wollen, obwohl sie nach einer Lifting-Operation im Gesicht stark geblutet habe. Nachdem er für seine Ausfälle sogar Kritik aus eigenen Reihen erntete, verteidigte er seine Tiraden auf Twitter als "modern präsidial".

Bei einer Veranstaltung zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli legte Trump mit weiteren Attacken auf die Medien nach: Die Medien hätten ihn daran hindern wollen, ins Weiße Haus einzuziehen, sagte er. "Aber ich bin Präsident und sie nicht", rief Trump seinen Anhängern zu.

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Ein Fake-Cover im Golfclub

27. Juni. Beharrlich wirft Donald Trump Medien das Verbreiten falscher Nachrichten vor - dabei schmückt er sich in 17 seiner Golfclubs selbst mit einem gefälschten Titelbild des "Time Magazine". Das gerahmte Bild zeigt den US-Präsidenten mit verschränkten Armen in die Kamera blickend. Unter Bezug auf Trumps TV-Show lautet die Schlagzeile: "Donald Trump: "The Apprentrice" ist ein Riesen-TV-Erfolg!" Das Cover ist auf den 1. März 2009 datiert. Eine solche "Time"-Ausgabe hat es jedoch nie gegeben. In der wirklichen Ausgabe zierte US-Schauspielerin Kate Winslet die Titelseite. (Im Bild hält Trump das Cover einer echten Ausgabe aus dem Jahr 2015 in die Höhe.)

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Das schöne Lächeln einer Journalistin

27. Juni. Das Telefonat Trumps mit dem neuen irischen Premierminister Leo Varadkar wurde durch Schäkern mit einer irischen Journalistin unterbrochen.

"Nun, wir haben eine Menge Ihrer irischen Presse, die uns zusieht. Sie verlassen gerade den Raum. Und woher sind Sie? (zur Journalistin, Anm.) Nur zu, kommen Sie her. Woher sind Sie? Wir haben all diese schönen irischen Presseleute. Woher sind Sie?" Caitriona Perry stellt sich dem Präsidenten vor und erklärt für welchen Sender sie arbeitet, was Trump wie folgt kommentiert: "Caitriona Perry. Sie hat ein schönes Lächeln. Ich wette, sie behandelt Sie gut."

(c) Twitter/Caitriona Perry

Der missglückte Tweet

Mit dem Wort "covfefe" in einem Tweet vom 31. Mai hatte Trump erst für Verwirrung und kurz darauf für Spott im Netz gesorgt. "Despite the constant negative press covfefe" ("Trotz der anhaltend negativen Presse covfefe"), hatte der 70-Jährige damals kurz nach Mitternacht geschrieben.

In seriösen Beiträgen wurde unter anderem gemutmaßt, dass er möglicherweise "coverage" (Berichterstattung) habe schreiben wollen, sich aber vertippt habe. Für Aufklärung sorgte Trump bisher nicht. Sein Sprecher Sean Spicer heizte die Spekulationen eher noch an, als er sagte: "Der Präsident und eine kleine Gruppe von Menschen wissen genau, was er sagen wollte."

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Vordrängeln am Nato-Gipfel

25. Mai. Mit seinem Verhalten während des Nato-Gipfels im Mai zeigt der US-Präsident, dass er kein Mann für die zweite Reihe ist: Bei einem Rundgang durch das Nato-Hauptgebäude schiebt er Montenegros Premierminister Dusko Markovic (Im Bild rechts neben Trump) unsanft nach hinten. Nachdem er sich vorgedrängt hat, zupft der US-Präsident sein Sakko zurecht und lächelt selbstbewusst in die Kameras.

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Die Weltmachtkugel

21. Mai. Zwar kein Fettnäpfchen, aber dennoch: Dieses Bild regte die kreativen User auf Twitter und Co besonders rege an: Sie zogen Verbindungen zu Bösewichten in den Marvel-Comic-Verfilmungen. Auch die fünf nordischen Premiers fanden das Foto inspirierend und stellten die Szene nach. Im Original posiert Donald Trump mit dem ägyptischen Präsidenten al-Sisi und dem malaysischen Premierminister Razak im Zentrum für den Kampf gegen extremistische Ideologien im saudiarabischen Riad.

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Conway auf der Couch

27. Februar. Ein Foto, auf dem Trump-Beraterin Kellyanne Conway mit Schuhen auf dem Sofa im Oval Office im Weißen Haus kniet, löste einen Sturm der Entrüstung in den sozialen Netzwerken aus.

Das Foto der Nachrichtenagentur AFP zeigt Conway, wie sie auf dem Sofa im Präsidentenbüro kniet und ihre Handykamera einschaltet. Vor Conway stehen eine Reihe von afroamerikanischen Universitätsvertretern rund um den ebenfalls stehenden Präsidenten Trump. Dieser hatte die hochrangigen Hochschulvertreter in seinem Büro empfangen.

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Terroranschlag in Schweden?

Bei einer Kundgebung Mitte Februar warb Donald Trump für seine restriktive Einwanderungspolitik. Untermauern wollte er seine Argumentation mit Verweis auf Anschlagsziele wie Brüssel, Nizza und Paris - und etwas, "was gestern Abend in Schweden passiert ist". Dort fand am Vortag allerdings gar kein Terroranschlag statt. Die Schweden reagierten auf die Aussage des US-Präsidenten erstaunt und mit bissigen Kommentaren.

So setzte die Zeitung "Aftonbladet" eine Nachricht in englischer Sprache auf ihre Online-Seite. Unter der Überschrift "Das ist am Freitagabend in Schweden passiert, Mr. President" wurden Meldungen zitiert: Etwa, dass im Norden Schwedens eine Sturmwarnung ausgegeben wurde oder, dass sich ein Mann mitten in Stockholm in Brand gesetzt habe. Außerdem verwies die Zeitung noch auf einen Vorfall, der sich zwar schon im vergangenen Herbst ereignet habe, über den die Medien aber erst am Freitag berichteten. Im Garten eines 79-jährigen Mannes in Nordschweden habe ein richtiger Elch einen Holzelch begattet.

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Trumps Handshake-Parade

10. Februar. Es begann mit Japans Premier Shinzo Abe: Bei dem ersten offiziellen Aufeinandertreffen der Staatschefs erlangte der Handshake Donald Trumps Weltberühmtheit. Ganze 19 Sekunden lang schüttelten die beiden die Hände, was nachher zu einer fast ebenso ungewöhnlichen Grimasse des Japaners führte - mit einer Mischung aus Erleichterung und Schock wandte sich Abe nach dem Kraftakt ab.

Kanadas Premier Justin Trudeau und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron waren im Vorfeld gewappnet. Sie ließen sich von Trump nicht ruckartig heranziehen, sondern hielten dem Kräftemessen stand - und ernteten dafür bei ihren Anhängern Anerkennung. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel ersparte sich die ganze Prozedur auf peinliche Weise: Der US-Präsident verweigerte, ihr bei ihrem Besuch in Washington die Hand zu schütteln.

(c) REUTERS (Jim Bourg)