Bagdad erklärt IS-"Kalifat" im Irak für besiegt

Eliteeinheiten der irakischen Armee meldeten am Donnerstag die Rückeroberung der zerstörten Großen Moschee von Mossul - ein wichtiger symbolischer Sieg gegen die Extremisten.

Die zerstörte Moschee von Mossul.
Schließen
Die zerstörte Moschee von Mossul.

Drei Jahre nach Ausrufung des IS-Kalifats haben irakische Eliteeinheiten die weitgehend zerstörte Große Moschee von Mossul eingenommen, das bisherige Symbol für die Macht der Terrormiliz Islamischer Staat. Die Einnahme gilt daher als wichtiger Sieg für das Militär.

"Ihr fiktiver Staat ist gefallen", erklärte daraufhin ein Sprecher des irakischen Militärs, Yahya Rasool, im Staatsfernsehen. Seit mehr als acht Monaten läuft eine Offensive zur Rückeroberung Mossuls. Inzwischen ist nur noch ein Gebiet von einem Quadratmeter in der Hand der Extremisten, weniger als ein Prozent des gesamten Stadtgebiets.

Von Mossul aus hatte der IS vor drei Jahren in einer Audiobotschaft die Errichtung eines "Islamischen Kalifats" in Syrien und im Irak verkündet. Einige Tage später zeigte sich IS-Chef Abu Bakr Al-Bagdadi bei einer Freitagspredigt in der Großen Moschee erstmals öffentlich.

Extremisten sprengten Moschee-Gebäude

In der vergangenen Woche hatten IS-Anhänger das Gebäude der Moschee gesprengt, das auf das 12. Jahrhundert zurückgeht und auch als Al-Nuri-Moschee bekannt ist. Berühmt war es auch wegen seines - nun ebenfalls größtenteils zerstörten - schiefen Minaretts, das "Die Gekrümmte" genannt wurde.

Offenbar wollten die Jihadisten so verhindern, dass die irakischen Streitkräfte auf der Moschee ihre Flagge hissen. Die irakische Armee wertete die Sprengung des Minaretts als Eingeständnis der Niederlage der Extremistengruppe, die nur noch wenige Teile der Altstadt von Mossul hält.

Die Jihadisten hatten Mosul im Juni 2014 überrannt. Iraks Sicherheitskräfte begannen im vergangenen Oktober eine Offensive auf die frühere Millionenstadt.

IS-Kämpfer in Raqqa eingekesselt

Auch im benachbarten Syrien steht der IS militärisch stark unter Druck. Laut Medienberichten sind die Extremisten in ihrer dortigen "Hauptstadt" Raqqa eingekesselt. Von den USA unterstützte Einheiten hätten den letzten Fluchtweg des IS aus der Stadt abgeschnitten, hieß es am Donnerstag.

In Mossul sollen noch tausende Zivilisten in den vom IS gehaltenen Gebieten eingeschlossen sein. Auch im Umland der Stadt und in anderen Regionen des Irak hält der IS noch einige Gebiete. Zudem griff die Miliz zuletzt in bereits befreiten Gebieten mehrfach Angriffe nach Guerillamanier an.

Unterdessen hielt sich der irakische Außenminister Ibrahim al-Jaafari am Donnerstag in Wien auf. Außenminister Sebastian Kurz sagte ihm nach einem Treffen "tatkräftige Unterstützung" Österreichs und der EU zu. " Wichtig seien "nachhaltige Stabilisierung der von der Terrororganisation IS befreiten Gebiete sowie eine Ende von Gewalt und Diskriminierung", so Kurz. Nur so könne die irakische Bevölkerung von Reformen, Aussöhnung und Einheit des Landes überzeugt werden.

 

(Reuters/APA/dpa)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Kommentar zu Artikel:

    Bagdad erklärt IS-"Kalifat" im Irak für besiegt

    Schließen

    Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
    Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.