Moskau und Minsk brüskieren Nato mit Großmanöver

Russland und Weißrussland haben mit ihrem Großmanöver "Sapad 2017" begonnen. Polen, Lettland, Litauen und Estland befürchten, dass Moskau unter diesem Deckmantel dauerhaft Soldaten an den Grenzen stationiert.

Estnischer Außenminister bei einer Nato-Übung
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Estnischer Außenminister bei einer Nato-Übung
imago/i Images

Die Streitkräfte Russlands und Weißrusslands haben heute, Donnerstag, ihr mehrtägiges Großmanöver "Sapad 2017" gestartet. Die Soldaten der beiden Armeen marschierten nahe der Grenze zu den NATO-Staaten Polen, Litauen, Lettland und Estland auf, wo die Militärübung mit Sorge beobachtet wird. Diese Länder fürchten, dass Russland unter dem Deckmantel des Manövers dauerhaft Soldaten an den Grenzen stationiert.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, das Manöver sei "streng defensiver Natur und nicht gegen irgendeinen Staat oder eine Ländergruppe gerichtet". "Sapad" bedeutet Westen. Kritiker in der Nato befürchten, dass bei der Übung ein Überfall auf die baltischen Staaten und Polen simuliert werden soll. Die Befürchtungen sind auch deshalb so groß, weil Russland im Frühjahr 2014 eine Militärübung nutzte, um die Krim zu annektieren und den Konflikt in der Ostukraine vorzubereiten. 

12.700 oder 100.000 Soldaten?

Unklarheit herrscht über die Zahl der teilnehmenden Soldaten. Moskau gibt deren Zahl mit 12.700 an - sie läge damit unter der Schwelle von 13.000 Soldaten, ab der nach internationalen Vereinbarungen ein umfassender Zugang von Beobachtern gewährt werden muss.

Die baltischen NATO-Mitglieder gehen allerdings von 100.000 Teilnehmern aus, und auch die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte kürzlich diese Erwartung geäußert. Die NATO hatte heuer die Verstärkung ihrer Truppen im Osten abgeschlossen und dafür in Polen, Estland, Lettland und Litauen multinationale Kampfverbände mit jeweils tausend Soldaten stationiert.

(APA)

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